NFT – Lohnt sich der Crypto-Hype für Content-Creators?

Von | 16. März 2021
Abstrakte Kunst
Bild: garageband / pixabay.de

Du verdienst dein Geld mit eigener Kunst, Musik, Texten, Grafiken oder sonstigen kreativen Ergüssen? Dann stehst du vermutlich oft vor der Frage, wie du deine Tätigkeit monetarisierst. Vor allem im Zuge der Digitalisierung konkurriert offline Kunst mit online Kunst. Bestenfalls ist man in beiden Welten aktiv.

Eine Möglichkeit der Monetarisierung bieten neuerdings sogenannte NFT (Non-Fungible Tokens). Diese werden gerade total gehyped, weshalb die Frage nahe liegt, ob man selbst an dem NFT-Hype teilhaben sollte?

Was sind NFT?

Ich werde nicht zu tief in die Technologie einsteigen, sondern versuchen es einfach zu halten. NFT sind einzigartige Tokens, welche die Echtheit und Einzigartigkeit eines digitalen Guts beweisen. Was in der Offline-Welt also das Zertifikat oder die Unterschrift auf dem Gemälde ist, ist in der Online-Welt ein NFT.

Nur hat der NFT den Vorteil, das er schwerer zu fälschen ist als das Zertifikat. Oder genauer gesagt, die Echtheit ist einfacher zu beweisen. Wer einmal die “Drei vom Pfandhaus” oder “Bares für Rares” gesehen hat weiß, dass manchmal selbst mit sehr viel Expertise nicht gesagt werden kann, ob ein Kunst-Gegenstand echt ist oder nicht. Hier haben NFT einen Vorteil.

Denn NFT werden in einer sogenannten Blockchain verwaltet. Man kennt den Begriff vielleicht von Bitcoin oder Ethereum. Die meisten NFT werden auch mit Ethereum betrieben, weil man in dieser Blockchain noch zusätzliche Informationen speichern kann.

Der Vorteil einer Blockchain ist, dass sie fälschungssicher ist, da jede Information wie in einer Kette gespeichert ist. Und diese Kette liegt bei jedem Teilnehmenden der Blockchain. Versuchst du jetzt auf deiner Blockchain eine Information zu fälschen, haben alle anderen noch die richtigen Informationen gespeichert und können ganz einfach beweisen, dass du betrügst. Zusätzlich werden die Informationen auch noch mathematisch abgesichert.

Was in der Offline-Welt eine vertrauenswürdige Person wie ein Notar erledigt, erledigen in deiner Blockchain also hunderttausende Mini-Notare.

NFT und die künstliche Verknappung

Ein Problem der Online-Welt ist, dass die “Güter” sehr einfach kopierbar sind. Veröffentlichst du zum Beispiel ein geiles Kunstwerk oder Foto, kann es theoretisch einfach gespeichert und weitergegeben werden. Am Ende kannst du vielleicht nicht einmal beweisen, dass es deins war. So verliert dein Werk sofort nach der Veröffentlichung an Wert. In der Offline-Welt wäre die Kopie eines Öl-Gemäldes oder anderer Kunst deutlich schwerer.

Hier schaffen die NFT Abhilfe. Durch den Token kann der Besitz des digitalen Guts eindeutig nachgewiesen werden. Es erhält also einen Sammlerwert, weil man damit angeben kann. Auch rechtlich kann es hilfreich sein, um seine Ansprüche bei Content-Diebstahl geltend zu machen.

Da man NFT weiterverkaufen kann, werden digitale Güter als Investition und Anlagegut interessant. So kann man ziemlich schnell sein digitales Gut weiterverkaufen, ohne groß nachweisen zu müssen, dass es einem gehört und dem anderen Gedöns, das man in der Offline-Welt hätte. Derzeit gibt es auch sehr viel Geld auf dem Investitionsmarkt, weshalb es sich jetzt lohnt hier den Markt ein bisschen zu “melken”.

Schlussendlich folgt das Ganze der marktwirtschaftlichen Logik. Wenn es Nachfrage gibt, das Angebot aber verknappt ist, steigt der Preis. Zuletzt hat man das mit echten Gütern immer wieder erlebt. Adidas und Nike verknappen künstlich die Anzahl ihrer Sneaker oder die Preise der Playstation und Xbox steigen durch Lieferengpässe ins unermessliche.

Diesen Mechanismus kann man nun für digitale Güter anwenden. Das war vorher nur mit sehr viel vertrauen möglich. Denn Datenbankeinträge können gefälscht werden, hier muss man den Besitzer der Datenbank vertrauen. Das Vertrauen in eine Blockchain ist unweit höher, weshalb das besser funktioniert. Obwohl es hier natürlich auch (theoretische) Angriffsmöglichkeiten gibt.

Erfolgreiche Beispiele

Wenn man verstanden hat, wie das mit den NFT funktioniert, dann ist der Kreativität zum Geld verdienen keine Grenzen gesetzt.

Mit das offensichtlichste Konzept hat die französische Firma Sorare.com umgesetzt: Eine Art Panini-Album als NFT-Blockchain. Auch namhafte Fußballer wie Oliver Bierhof, André Schürle oder Anoine Griezmann sind dort als Investoren mit an Bord.

Man kann Fußball-Sammelkarten kaufen und diese in einem Fantasy-Football-Spiel einsetzen. Braune Karten gibt es nur ein einziges mal im gesamten Spiel und sind dementsprechend viel wert. Der Rekordwert stellt bis Dato eine Sammelkarte des Fußballers Mbappé für läppische 57.000 Euro dar.

Aber das ist noch gar nicht so irrsinnig. Im Spiel CryptoKitties, eine Art Online-Tamagotchi, in dem man eine Katze großzieht und jede Katze einzigartig ist, flossen 300.000 Euro für eine Online-Spielfigur. Gegenwärtig (Stand 16.03.2021) ist sie 1.069.224 $ wert.

Der Digitalkünstler Beeple hat über das renommierte Auktionshaus Christie seine digitalen Kunstwerke versteigert. Insgesamt hat der Künstler dadurch 3,5 Millionen Dollar verdient.

Die CryptoPunks haben 10.000 einzigartige Pixel-Charaktere erstellt und verkauft. Jetzt kann man sie nur noch kaufen, wenn jemand, der im Besitz des NFT ist, seinen Pixel-Charakter verkaufen möchte. Derzeit kostet der günstigste Charakter knapp 40.000 $. 185,38 Millionen Dollar wurden mit den Pixel-Charakteren bis heute umgesetzt.

Der in Deutschland bekannte Youtuber und Tausendsassa Fynn Kliemann hat 100 eigens komponierte Jingles auf einer NFT-Plattform ersteigert und damit rund 250.000 Euro eingenommen.

Du siehst also, die Möglichkeiten sind für Kreative sehr breit gestreut.

Lohnt sich der NFT-Hype?

Das ist natürlich wie immer schwer zu beantworten. Aber generell gilt, wenn du digitalen Content erstellst und schon eine gewisse Reichweite besitzt, ist das ein sehr interessanter Vertriebskanal. Vor allem kann man den aktuellen Hype sehr gut mitnehmen und seine Gefolgschaft quasi anfixen. Wenn du diese Voraussetzungen besitzt, würde ich keine Sekunde warten!

Aber es eröffnet natürlich auch den Weg für allerlei Geschäftsmodelle, die sich kreative Menschen ausdenken können. Selbst ohne Reichweite könnte eine gute Idee, ein tolles Kunstwerk, eine schöne Komposition, ein innovatives Spiel oder was auch immer einen Hype auslösen. Nur ist die Chance ohne eigene Reichweite natürlich unweit schwerer. Aber wer nicht auf die Sterne zielt, wird auch nicht den Mond treffen oder so.

Hätte ich nur einen funken Grafik-Skills oder ähnliches würde ich mich wohl dort austoben.

Wie kann ich mitmachen?

Da musst du dich leider ein bisschen reinfuchsen. Das wäre jetzt zu umfangreich, hier detailliert eine Anleitung zu basteln. Fast alle Marktplätze beruhen auf Etherum. Man benötigt also ein Etherum Wallet (eine Möglichkeit geht so).

Nun suchst du dir eine Plattform, bei der du deine digitalen Güter verkaufen möchtest. Die größten sind Opensea.io und SuperRare.co. Wenn du technisch bewandert bist, kannst du auch selbst mit den Möglichkeiten von Etherum eine Verkaufsseite basteln.


Robert von Plötzlich-Selbständig.de Schwarz/Weiß Bild

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