Warum digitale, skalierbare Geschäftsmodelle der Heilige Gral sind

By | 12. Dezember 2017

Ein Finger der auf verschiedene Buttons drückt, als symbolisierung für digitale Dienste

Es gibt Ereignisse als Selbständiger, die man sich herbeisehnt. Doch wenn sie dann eintreffen, kann der Erfolg die ganze Existenz gefährden. Auch zu schnelles Wachstum kann für das Geschäftsmodell gefährlich werden.

Als die Matratze namens “Bodyguard” des Herstellers Bett1.de von der Stiftung Warentest zum Testsieger ernannt wurde, sprudelten die Bestellungen so stark, dass es zu wochenlangen Lieferschwierigkeiten kam. Das sorgte natürlich für Frust bei den Kunden. Die logische Konsequenz des Unternehmens wäre in Produktionslinien zu investieren. Jedoch konnte keiner abschätzen, wie sich der Lieferengpass auf zukünftige Bestellungen auswirken würde. Investiert man jetzt hohe Summen und es fehlen später die Bestellungen, droht die Insolvenz.

Offensichtlich hat das Unternehmen von Adam Szypt die Kurve bekommen. Die Matratzen sind immer noch bestellbar und im Jahr 2015 als der Testbericht erschien hat das Unternehmen einen Umsatz von 7,4 Mio € erwirtschaftet. Das Jahr davor waren es nur 155.000 €. Die Lieferzeit beträgt derzeit für ein Online-Produkt trotzdem noch relativ knackige 14-16 Werktage. Das nehmen die Kunden anscheinend hin.

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Companisto

Digitale Geschäftsmodelle lachen über Wachstumsprobleme

Über solche Probleme können digitale, skalierbare Geschäftsmodelle nur lachen. Google ist es egal, ob am Tag vier, fünf oder sechs Milliarden Suchanfragen eingehen (aktuell ca. 5,6 MRD am Tag). Der Aufwand bleibt für die Kalifornier in etwa der Gleiche. Während es für VW einen erheblichen unterschied macht, ob sie zehn, fünfzehn oder zwanzig Millionen Fahrzeuge im Jahr produzieren müssen (aktuell 10,41 Mio. produzierte Fahrzeuge weltweit).

Natürlich haben auch digitale Geschäftsmodelle Probleme bei der Skalierung. Jedoch sind die lächerlich gering, im Gegensatz dazu, neue Produktionslinien aufziehen zu müssen. Das spiegelt sich auch in dem Pro Kopf Gewinn der Unternehmen wider.

UnternehmensnameGesamtumsatz (2016)
in Mrd. $
Gewinn (2016)
in Mrd. $
Mitarbeiter (2015)Umsatz je Mitarbeiter
in $
Gewinn je Mitarbeiter
in $
Walmart483,87313,6432.300.000210.3805.931
Volkswagen240,2645,937626.715383.3709.473
Apple215,63945,687116.0001.858.956393.853
Amazon135,9872,371341.400398.3216.944
Alphabet (Google)90,27219,47872.0531.252.855270.328
Microsoft85,32016,798114.000748.421147.350
Siemens88,4196,050351.000251.90517.236

(Zahlen aus Wikipedia)

Wie man unschwer erkennen kann, haben Unternehmen, die Produktions- und Logistikaufwand besitzen einen deutlich höheren Personalbedarf als die digitalen Pioniere. Was auch die Skalierbarkeit schwieriger macht. Amazon wird vermutlich erst in den kommenden Jahren zu Apple, Google und Co. bei den Zahlen aufschließen, wenn die Cloud-Geschichte richtig rund läuft. Denn auch Amazon hat einen enormen logistischen Aufwand zu betreiben um ihren Apparat am Laufen zu halten.

Einfacher gesagt als getan

Mir war als kleiner Jungspund schon bewusst, dass Usergenerierter-Content ziemlich geil ist um Geld zu verdienen. Deshalb habe ich bis ich 18 war auch versucht eine Community für Multiplayer-Spiele aufzubauen. Später war der gleiche Versuch mit dem Forum bei unserem Gaming-Blog. Aber andere machten das wohl besser und vor allem auch radikaler als ich, weshalb ich meinen heiligen Gral noch nicht gefunden habe.

Denn wenn man sich die erfolgreichsten digitalen Geschäftsideen ansieht, ist da nie viel Platz für Konkurrenz. Es profitiert fast immer nur einer, maximal zwei Anbieter. Communitys gab es vor Facebook sehr viele. Durchgesetzt hat sich lediglich Facebook, alle anderen sind nicht mehr erwähnenswert. Und der Witz an der Sache ist, dass Facebook so gut wie keinen Content je selbst erstellt hat. Wo sich der Kreis des User generierten Contents wieder schließt.

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So zieht sich das auch durch andere Pioniere durch: Ebay verkauft Dinge ohne je ein Produkt besitzen zu müssen. Paypal erwirtschaftet enorme Transaktionsgebühren ohne sich über Geldautomaten oder Bankschalter Gedanken machen zu müssen. Uber / Flixbus beherrschen in weiten Teilen den Fahrgasttransport ohne ein einziges Taxi / einzigen Bus zu besitzen und Airbnb vermittelt mehr Zimmer als die größten Hotelketten ohne ein einziges Apartment in ihrem Anlagenvermögen stehen zu haben.

Doch um so weit zu kommen und auch dort zu bleiben ist enormer Marketingaufwand nötig, auch schon zu beginn. Viele digitale Unternehmen kalkulieren mit ihren Investoren Jahre der roten Zahlen ein und nehmen auch ein großes Risiko in Kauf. Wenn man es dann jedoch zum Marktführer geschafft und auch die Konkurrenz vernichtet hat, locken Renditen die sich ein normaler Mensch nicht vorstellen kann.

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Diesen Krieg der Marktanteile erleben wir derzeit zwischen Lieferheld (Delivery Hero) und Lieferando (Takeaway.com). Auch das ist ein geiles Geschäftskonzept: Bei jeder Bestellung von Pizza & Co. verdienen, ohne je selbst eine Pizza backen zu müssen. Es darf gespannt sein, wer den Werbekrieg gewinnt und dann absahnt.

Was hilft mir das als Selbständiger?

Für dein Geschäftsmodell bedeutet das, dass es natürlich geil wäre, wenn du ein pflegeleichtes, digitales Produkt besitzt das sich gut verkauft bzw. gut vermarkten lässt.

Aber auch Ladenbesitzer, Dienstleister und Produzenten können von den Großen lernen. Ich würde einmal naiv behaupten, dass VW seine Produktion, wenn es sein muss, relativ schnell nach oben schrauben kann, weil sie erprobte Prozesse in ihrem Unternehmen besitzen. Während ein Elon Musk trotz krasser Marktkapitalisierung es nicht einmal schafft die angepeilten 1.500 Tesla 3 Modelle in einem Quartal herzustellen.

Deshalb solltest du alle deine Prozesse so skalierbar wie möglich designen. Richte deinen Laden zum Beispiel mit Standardausstattung aus, die du jederzeit mit einem Anruf wieder bestellen kannst. Geht dein Konzept auf, kannst du ohne Stress wo anders expandieren – Das Mc Donalds Konzept.

Als Entwickler kannst du saubere Umgebungen und eigene Frameworks aufsetzen, die dir einen Vorsprung bei neuen Projekten geben. Außerdem die Software-Architektur so gut entwerfen, dass du dir notfalls Mitarbeiter einstellen kannst, die nicht monatelang in dein Chaos eingearbeitet werden müssen.

Das waren jetzt nur sehr oberflächliche Beispiele, aber ich denke, du merkst worauf ich hinaus möchte. Das Thema (digitale) Geschäftsmodelle wird mich auf dem Blog noch weiter beschäftigen, weshalb sich natürlich wie immer ein Newsletter-Abo und/oder ein Facebook-Like lohnt.

Robert von Plötzlich-Selbständig.de Schwarz/Weiß Bild

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