Arbeitsnachweis: Zu viele Fehler, zu viel Idealismus

Von | 12. Juli 2022

Alle, die mich jetzt schon bisschen kennen, haben sicherlich gemerkt, dass ich nur einen Arbeitsnachweis poste, wenn es in meiner Selbständigkeit schlecht geht 😀 Der Letzte ist leider auch schon über 1,5 Jahre her.

Eigentlich ging es mir jetzt knapp 1,5 Jahre ganz gut. Nach anfänglichen Existenzsorgen in der ersten Lockdown-Welle ging es mir dann aber nach und nach erstaunlich gut. Ich hatte ein paar interessante Projekte, auch mit verhältnismäßig gutem Budget. Habe dann aber zu viel gewagt, gewollt und prokrastiniert.

Ich beim Kuhhandel (höhö, Wortwitz)

2021 – Das Jahr meiner politischen Karriere

Durch einen Auftrag von einem Kunden, der die Neustarthilfe beantragt hat, habe ich ein wenig finanzielles Polster aufgebaut. Das Polster habe ich genutzt, um mich ganz meinem Wahlkampf als Bundestagsdirektkandidat zu widmen.

Natürlich ist brutal viel schiefgegangen. Ich habe meine ehemalige Praktikantin eingestellt, dass sie mir beim Wahlkampf hilft. Sie ist leider aus persönlichen Gründen kurze Zeit später ausgefallen. Meine Wahlplakate wurden viel zu spät geliefert, sodass ich sie innerhalb weniger Tage mit dem Lastenrad ausfahren und verteilen musste. Das hat mich teilweise schon an meine physische Belastungsgrenze getrieben. Vom Organisationsaufwand im Vorfeld möchte ich gar nicht sprechen.

Dazu kam, dass man vor Wahlantritt ja auch 250 Unterschriften von Wahlberechtigten sammeln musste. Das wurde zwar verringert, da hatte ich sie aber schon gesammelt. Ich habe auch noch rund 10.000 Flyer ausgetragen, hatte ein paar Diskussionsrunden und andere Termine bei Organisationen und habe natürlich Wahlkampfstände betrieben. Die Plakate mussten nach der Wahl abgehängt werden. Es war also echt viel Arbeit.

Ich bin politisch fast noch ein Unbekannter in Regensburg, deshalb war von Anfang an das Ziel, mich in der politischen Welt bekannter zu machen. Mit dem Ziel, 2026 realistische Chancen auf einen Stadtratsposten zu besitzen.

Bis spät nachts habe ich oft Plakate aufgehängt.

In der Wahlnacht war ich vom Ausgang enttäuscht, auch wenn es wohl so zu erwarten war. Die Partei, für die ich kandidierte (ÖDP) ist bundesweit ziemlich abgeschmiert. Dass ich als Direktkandidat vor „diePartei“ und „dieBasis“ gelandet bin, kann man allerdings als kleinen Erfolg verbuchen.

Im Dezember letzten Jahres wurde ich dann auch gebeten, Kreisvorsitzender der Partei zu machen, was ich nach einiger Überlegung angenommen habe. Diese Wahl habe ich dann gegen einen Gegenkandidaten mit 90 % gewonnen. Mein Ziel ist eigentlich immer noch die Chance auf den Stadtratsposten 2026 zu erhöhen und ein gutes Ergebnis meiner Partei, weil sie hier kommunalpolitisch sehr gute Arbeit leistet. Aber ich weiß nicht, ob ich diese Zusatzbelastung so lange (finanziell) durchhalte.

In den Wahlkampfmonaten habe ich zum ersten Mal in meiner Selbständigkeit Mehrwertsteuer vom Finanzamt zurückerstattet bekommen. Das heißt, ich habe in den Monaten Verlust gemacht. Als Solo-Selbständiger lebt man ja nur vom Gewinn, da man sich kein Gehalt auszahlt. Das war schon übel, hat sich aber noch nicht so bemerkbar gemacht, weil das Konto noch ganz ordentlich gefüllt war.

Coole weitere Projekte

Es ging dann eigentlich mit zwei weiteren coolen Projekten weiter. Einmal eine Kinderspiel-App für eine Stiftung und ich habe vor zwei Jahren ein Vereinsverwaltungstool übernommen, hier wollte ein Kunde eine Erweiterung.

Bei dem Spiel kam es dann zu Problemen beim Auftraggeber, sodass kein Folgebudget genehmigt wurde und ich zu lange aber mit dem Folgeauftrag gerechnet habe. Bei der Vereinsverwaltung habe ich mich brutal verkalkuliert mit dem Aufwand und knapp 200 Stunden umsonst gearbeitet.

Mein Traum von der gGmbH

Seit ich vor 9 Jahren in Madagaskar war und Ranger mit ausgebildet habe, träume ich davon, dort wieder hinzugehen und zu helfen, den Regenwald zu schützen, wieder aufzubauen und Arbeitsplätze ins Dorf zu bringen.

Ein junger Robert in Madagaksar

Mein Ziel war es, eine Software-Gaming-Agentur zu sein, die ihre Gewinne für den Regenwaldschutz in Madagaskar spendet. Dafür hätte ich gerne eine gemeinnützige GmbH gegründet, um auch rechtlich zu zeigen, dass ich mir die Gewinne gar nicht rausziehen kann. Anfangs dachte ich, das wäre mit den Aufträgen locker zu bewerkstelligen. Vor allem, weil mir von verschiedenen Seiten auch weitere Aufträge versprochen wurden.

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Doch als die dann nicht kamen und die obigen Aufträge und Gründe mein Konto zum schmelzen brachten, hab ich erst einmal aus Panik gar nichts gemacht und lange überlegt. Schließlich habe ich versucht meinen langjährigen Geschäftspartner von der gGmbH-Idee zu überzeugen und er meinte erst, dass er sich vorstellen kann, dort Geld reinzuinvestieren. Ein paar Wochen war ich wieder voller Elan, doch es zeichnete sich irgendwie kein Fortschritt ab, sodass er sein Angebot zurückzog, weil kein Produkt absehbar da ist.

Mein Problem war aber, dass ich wieder einmal mit einer heftigen Steuerrückzahlung zu kämpfen hatte und erst alle Hebel in Bewegung gesetzt habe, offene Gelder einzuziehen und mit meinen Konten jongliert habe.

Außerdem habe ich mich in der Zwischenzeit darum gekümmert, ein paar meiner (Hobby-)Projekte endlich zu monetarisieren. Der Podcast 1889fm.de hat jetzt eine Steady-Seite und eine Unterstützungsmöglichkeit. Auch für Plötzlich-Selbständig habe ich eine Steady-Seite angelegt, dazu aber später mehr.

Wie geht es weiter?

Ehrlich gesagt, habe ich kein Plan, was das richtige Vorgehen jetzt in der Situation ist.

Mein Plan war eigentlich, mittels Community-Aufbau zu versuchen, ein solides „Grundeinkommen“ zu schaffen. Ich habe seit Anfang des Jahres einen Discord-Channel (neumodisches Chat-System) für meinen Fußballpodcast 1889fm und es läuft ganz gut.

Ich habe schon länger einen Discord-Channel für Selbständige angelegt, aber eben noch nicht promotet, was ich hiermit mache 🙂

Ziel ist bei beiden so ein bisschen, der Community so einen Mehrwert zu bieten, dass ein paar Menschen bereit wären mich auf Steady zu unterstützen. Bei Plötzlich-Selbständig gäbe es auch Benefits, die sich meiner Meinung nach auch wirklich lohnen, wenn man selbst eigene Produkte oder Dienstleistungen vertreibt. Zum Beispiel mehr Werberechte im Discord-Channel oder einen Backlink hier auf der Seite (siehe Seitenleiste / im Smartphone unten).

Ich bereue mal wieder, dass ich Plötzlich-Selbständig zu stiefmütterlich behandelt und mich eher um Blog2Help gekümmert habe, aber da nie richtig zu Einnahmen gekommen bin. Bei Plötzlich-Selbständig kommt aber trotzdem ab und an was rum, obwohl ich so gut wie nichts gemacht habe die letzten 1,5-2 Jahre. Da ist dann mein Drang „die Welt zu retten“ leider größer, als Geld zu verdienen. Aber ohne Geld kann ich mir auch die Weltrettung nicht leisten und meine Armut lähmt dann mein Engagement. Ein Teufelskreis.

Das Tool, mit dem man herausfinden kann, wer einen auf Instagram zurückfolgt oder nicht, hat immer noch über 100 Anwendungen am Tag. Und ich habe es zwei Jahre lang nicht geschafft, die Werbung auszutauschen. Jetzt habe ich es endlich geschafft und habe sogar noch eine Erweiterung programmiert, die auch für größere Account praktikabel und generell einfacher in der Verwendung ist.

Ich muss mir jetzt vermutlich erst mal Geld leihen, um meine Steuerschulden zu zahlen und vielleicht noch ein Monat zu überleben.

Darüber hinaus habe ich jetzt einige Telefonate geführt und versuche noch an Aufträgen zu kommen und auch Werbung für den Podcast zu verkaufen. Zwar mit mäßigem Erfolg, aber nicht ohne bisschen was erreicht zu haben.

Wenn ich nächstes Monat noch einen Meilenstein eines laufenden Auftrages ohne Ärger durchbekomme, schaff ich es mit diesen Einnahmen vielleicht noch durch den September. Ich versuche jetzt generell durchzupowern. Meine Vereinssoftware zu bewerben und mindestens einmal zu verkaufen. Es gibt noch zahlreiche Software-Updates die ich verkaufen kann, wobei da die Gewinnspanne recht gering ist. Doch den Aufwand werde ich notfalls in einer Nacht-Session durchziehen. Ich habe auch mit dem Gedanken gespielt, mich auf Freelancer-Projekte zu bewerben, wenn sonst nichts herumkommt. Ich hoffe, dass diese Maßnahmen bis Herbst Früchte tragen und ich mit dem erarbeiteten Lichtblick weitermachen kann.

Wenn das nicht absehbar ist, werde ich mir Anfang nächsten Jahres was überlegen. Vermutlich, bestenfalls in Teilzeit, irgendwo in eine Festanstellung gehen und 1-2 Projekte auf Eis legen.

Robert von Plötzlich-Selbständig.de Schwarz/Weiß Bild

Ich freue mich von dir zu hören!

Du kommst bei deinem Projekt nicht weiter oder brauchst einen Boost? Dann lass dir von mir helfen zum Beispiel bei:

► Beratung für Selbständige, Gründer & Ideenschmiede
Egal, ob du erste Tipps brauchst. Einmal über deine Idee reden möchtest oder mit mir das Konzept für das nächste Facebook ausarbeiten willst.

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