Meine Selbständigkeit: 2017 war kacke! Wie 2018 weitermachen?

By | 19. Januar 2018

Ich wie ich mir am Schreibtisch sitzend die Hände über den Kopf schlage

Ich bin bekannt dafür kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Das bringt nicht immer Vorteile. Aber ein großer Antrieb für den Blog war ja die persönliche Note und dass ihr aus meinen Fehlern lernen könnt. Und ich muss ehrlich sagen, dass 2018 vermutlich der Scheideweg für meine Selbständigkeit wird. Ich aber weiterhin der festen Überzeugung bin, dass ich mit meinen Skills ein gut laufendes Business aufbauen kann.

Zeitaufwand 2017

Wer meinen Blog aufmerksam verfolgt, der wird vielleicht an der Stelle meine monatliche Statistik vermissen, die ich die ersten Monate 2017 geführt habe. Die Zahlen für die letzten drei Monate im Jahr 2017 sehen ähnlich aus wie die im Arbeitsnachweis Juli-Okt, weshalb ich sie mir an dieser Stelle spare.

Dafür gibt es an der Stelle die komplette Zusammenfassung zum vergangenen Jahr:

Büro-Gesamtzeit:2.210:39 hGesamt-Produktivzeit:1.186:25 h
Zeit im Büro pro Tag9:10:22 hProduktivzeit pro Bürotag4:55:22 h
Zeit im Büro pro Produktivtag minus Mittagspause.08:10 hProduktivitätsanteil:60,28%

Wer die Zahlen mit denen von 2016 vergleicht wird feststellen, dass ich “nur” 96 Stunden weniger im Büro war. Dafür sank meine Produktivitätszeit um knapp 334! Stunden. Das hatte ich zwar im Gefühl, dass es so krass ist schockiert mich jedoch schon. Dieses Jahr muss ich hart arbeiten und mich fokussieren um dieses Motivationsdefizit wieder auszumerzen.

Jedoch wird es ab nächstes Jahr nicht mehr messbar sein. Ich werde das exakte Messen der Zeit einstellen. Da ich mich wirklich äußerst schlecht lange fokussieren kann, ist es für mich enorm anstrengen alle fünf Minuten die Uhr zu starten und zu stoppen um realistische Ergebnisse zu erhalten. Ich werde im Laufe des Jahres andere Produktivitätstechniken austesten. Vielleicht finde ich ja mal eine, die meinen Motivationsansprüchen gerecht wird.

Projektaufwand 2017

Balkendiagramm meines Projektaufwandes für das Jahr 2017

RegSoft / Kunden

Dieses Jahr sind einige Ereignisse eingetreten oder nicht eingetreten, die meine Selbständigkeit enorm gefährdet haben. Meine etwas zu naive Planung führte zu Zahlungsengpässen, diese wiederum zu nicht unerheblichen Motivationseinbrüchen, weil ich nur noch am grübeln bin/war.

Privat haben wir leider unsere WG aufgelöst, was Ende Dezember noch mal zu ein bisschen privatem Stress und zu Problemen bei der Wohnungssuche führte. Unter anderem, weil ich hier so offen über Finanzielles spreche und die Leute natürlich meinen Blog gefunden haben. Aber so schlecht um eine WG nicht zahlen zu können steht’s dann doch nicht um mich 🙂 Und das schreib ich jetzt nicht aus strategischen Gründen 😀

Das Problem sind eher nicht bezahlte Projektrechnungen, gepaart mit wenig finanziellem Puffer. Dazu addiert sich, dass man die Umsatzsteuer vorfinanzieren muss, denn die verlangt das Finanzamt bei Rechnungsstellung und nicht bei Geldeingang. Das I-Tüpfelchen dieses Jahr war dann die Erhöhung meiner Krankenkassenbeiträge und die Abmahnung für Bildnutzungsrechte.

Außerdem ist ein geplantes Großprojekt noch nicht gestartet. Dessen Umsatz mir das Jahr gerettet hätte.

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Plötzlich-Selbständig

Etwas überrascht bin ich, dass ich doch 24 Artikel im vergangenem Jahr veröffentlicht habe. Das ist trotzdem nicht die Welt, umso erfreulicher ist es, dass die Besucherzahlen trotzdem nach oben gehen. Aber das liegt natürlich am vielen zeitlosen Content, der sehr gut ankommt. Dieser ist jedoch enorm zeitaufwändig zu erstellen.

Ende des Jahres habe ich aufgrund oben genannter Entwicklung mich entschlossen zu versuchen, eine breitere Kundenbasis aufzubauen. Dadurch habe ich ein bisschen offensiver kommuniziert, dass man meine Dienstleistungen buchen kann. Hierdurch habe ich bisher einen mittelgroßen Auftrag akquiriert. Damit bin ich bisher ganz zufrieden. Viele fragen sich vielleicht, wieso ich nicht aktiv auf Auftragssuche in den bekannten Portalen gehe. Das möchte ich ganz einfach beantworten: Ich will ein selbständiger Unternehmer sein und kein Freelancer. Zusätzlich ist die Kommunikation mit einem Auftragnehmer deutlich angenehmer, wenn er dich gefunden hat und nicht du ihn.

Darüber hinaus habe ich ein bisschen mehr Werbung eingebunden um auch den Traffic, der nicht zu Aufträgen führt zu monetarisieren. Bzw. auch als Testballon. Hierüber gab es zwei Amazon-Bestellungen. Das ist noch ausbaufähig.

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Blog2Help

Auch meinen Regenwald- und Umweltblog habe ich 2017 noch einmal generalüberholt. Trotz sehr guten Besucherzahlen und über 400.000 Werbeeinblendungen sind lediglich 5 € herumgekommen. Durch den Einbau von Layerwerbung und einen Mix aus Amazon-Affiliate und Restplatzvermarktung läuft der Blog bis dato zumindest halbwegs kostenneutral. (Für alle, die ihn noch nicht kennen, dort gibt es eine Spendenbox, mit der man kostenlos spenden kann. Die sollte natürlich refinanziert werden.)

Seit der Umstellung bin ich mit der Entwicklung des Blogs ziemlich zufrieden.

ANTE-Solutions

Mitte des Jahres habe ich noch einmal viel für unsere Aktiensimulation ANTE-Solutions gearbeitet. Leider sind die Ergebnisse der Simulationen sehr ernüchternd und das Kapital der GmbH neigt sich dem Ende zu. Ich befürchte, das Projekt müssen wir beerdigen.

Stadion-News

Nach der Abmahnung habe ich mich eigentlich gedanklich schon von Stadion-News verabschiedet, es aber trotzdem laufen lassen und auf ein Wunder gehofft. Nachdem Google-News mein Alleinstellungsmerkmal der News-Aggregation besser umgesetzt hat als zuvor, wäre es fahrlässig gewesen, dieses tote Pferd weiter zu reiten.

Bei dem Projekt habe ich in Sachen Programmierung enorm viel gelernt, weshalb es nicht ganz umsonst war. Schade, dass die Idee nicht so angekommen ist, wie erhofft.

Gruppenbild der Team Präsentation bei der Hackaburt 2017

Mein Team bei der Abschlusspräsentation bei der Hackaburg 2017

Sonstiges

  • Zwei Kumpels und ich haben mit Spoontastic-Baby unser erstes Game auf Android released. Leider mal wieder nicht so erfolgreich wie erhofft. Warum, könnt ihr hier nachlesen.
  • Faxserver-Kaufen.de hat einen großen Verkauf gemacht und danach ist monatelang gar kein Umsatz mehr hereingekommen, weshalb ich dann Ende Dezember die Adwords-Werbung eingestellt habe.
  • Ich habe ziemlich viel Zeit in diverse Alexa-Skills gesteckt, von denen mir kein einziger freigegeben wurde. Bis zuletzt habe ich für meinen Tierlaute-Skill keine Freigabe wegen “Kinder-Content” erhalten. Während ich bei den Online Marketing Rockstars lesen muss, dass dort ein Entwicklerteam mit der gleichen Idee ein paar tausend Euro im Monat macht.
  • Ich war das erste mal in meinem Leben auf einem Hackaton und es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich schau, dass ich auch dieses Jahr wieder bei der Hackaburg in Regensburg dabei bin.

Was soll 2018 besser werden?

Mein größtes Ziel in der ersten Jahreshälfte ist, mein Mindest wieder in den Griff zu bekommen. Meine größte Stärke war schon immer die Wadenbeißer-Qualität: Das heißt, durchbeißen, egal wie stark die anderen sind oder welche Widrigkeiten vorliegen. Das ist mir im letzten Jahr abhanden gekommen, genauso wie meine “I don’t give a fuck” Einstellung.

Ich muss mir einfach jeden Tag bewusst machen, dass ich das für mich mache und trotzdem meinen Arsch hochbekommen muss, damit ich das weiter machen kann: Get your fucking work done lautet die Devise. Dafür habe ich jetzt meine Stoppuhr ad Acta gelegt und nutze mal wieder eine Todo-Liste. Dazu aber die nächsten Arbeitsnachweise mehr.

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2018 werde ich mich wieder mehr aufs Bloggen konzentrieren. Vor allem hier auf Plötzlich-Selbständig.de. Geplant ist ein Beitragsrhythmus von DI und FR mit Themen zur Selbständigkeit. Ein- bis zweimal im Monat möchte ich Programmier-Tutorials einstreuen, weil die aufwendiger sind. Ich habe mir auch überlegt, für Programmierthemen einen eigenen Blog zu eröffnen. Diese Option halte ich mir offen, wenn ich merke, dass die hier doch total fehl am Platz sind. Bisher ist das Feedback gespalten. Viele mögen den IT-Touch im Blog für Selbständige, manche wiederum wissen gar nichts damit anzufangen.

Außerdem werde ich versuchen die Monetarisierung voranzubringen um die Finanzierung meiner Selbständigkeit auf mehrere Füße zu stellen. Ganz weiß ich jedoch noch nicht wo das hinführen soll. Im ersten Quartal bis Halbjahr werde ich vor Ort Schulungen in meinem Büro für WordPress austesten. Je nachdem wie das funktioniert, könnte ich mir vorstellen das auch klassisch im Netz fortzuführen.

Abhängig davon, wie sich die Auftragsakquise durch den Blog anhand der gestiegenen Beitragsfrequenz entwickelt, werde ich diesbezüglich strategische Entscheidungen treffen müssen. Eins ist jedoch für mich klar: Ich werde nicht 8 h am Tag programmieren, bloß um möglichst viel Geld alleine zu verdienen. Also entweder stelle ich jemanden ein, source gewisse Teile aus oder lehne Aufträge ab. Dazu muss ich aber noch ein paar Daten sammeln und ein paar Mal darüber schlafen.

Ich wurde nach dem Einbau der Amazon-Werbung hier auf dem Blog gleich am ersten Tag gefragt, was das soll. Das kann man doch nicht machen, wenn man versucht durch den Blog Aufträge zu erhalten. Ich sehe das ohne weitere Daten vorliegen zu haben erst einmal anders, lasse mich aber eines Besseren belehren. Generell versuche ich sowieso nicht die nervigsten Werbeformate einzubauen und 99,9% der Leser werden sowieso nie meine Kunden. Auch denjenigen möchte ich die Chance geben meinen, ich meine doch guten und fundierten, Content zu unterstützen 🙂

Ich hoffe, ihr verfolgt auch im Jahr 2018 meinen Weg. Selbst wenn dieses Jahr wieder Projekte scheitern werden, ist vielleicht der Weg dahin wenigstens interessant. Wie hat Jan Böhmermann letztens in einem Interview gesagt?

Sie wollen dich kämpfen, und nicht siegen sehen!

Obwohl ich schon glaube, dass der ein oder andere Leser mir auch einmal Erfolg gönnen würde 🙂

Robert von Plötzlich-Selbständig.de Schwarz/Weiß Bild

Ich freue mich von dir zu hören!

Du kommst bei deinem Projekt nicht weiter oder brauchst einen Boost? Dann lass dir von mir helfen zum Beispiel bei:

► Beratung für Selbständige, Gründer & Ideenschmiede
Egal, ob du erste Tipps brauchst. Einmal über deine Idee reden möchtest oder mit mir das Konzept für das nächste Facebook ausarbeiten willst.

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2 thoughts on “Meine Selbständigkeit: 2017 war kacke! Wie 2018 weitermachen?

  1. Johann Schön

    Guten Abend,

    und props an dich, dass du weiterhin so offen über deine Ereignisse und Probleme schreibst.
    Ich bin mir sicher, dass ich auch dieses Jahr wieder keinen Teppich kaufen möchte ^^; ich bin mir aber auch sicher, dass ich dich und deinen Blog auch dieses Jahr wieder begleiten werde.

    Es ist zudem Schade zu hören, dass so viele Sachen Probleme verursachen, aber es ist auch schön, dass diese “Wadenbeißer-Qualität” weiterhin in dir steckt :D.

    Des Weiteren fände ich es sehr Toll, wenn weitere Programmier-Tutorials kommen würden. Du kannst die Materie wesentlich besser rüberbringen als so manche Lehrkraft.

    Mfg
    -Johann

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