Google Fonts „Abmahnungen“ nehmen zu – So schützt du dich (in WordPress)

Von | 14. Juli 2022

Ich habe die Gefahr von Abmahnungen, weil man die Google Fonts einsetzt, lange Zeit ignoriert. Ich finde die Begründung des Gerichts heute noch lächerlich, aber es gibt nun einmal seit Januar ein Urteil dazu.

Jetzt häufen sich die Versuche, mit diesem Urteil Webseitenbetreiber abzuzocken. Ich bin mir nicht sicher, ob das klappt, aber man kann sich sehr viel juristischen Ärger ersparen, wenn man jetzt einfach die extern geladenen Google Fonts austauscht.

Ich habe heute alle meine WordPress-Seiten und meine Kundenseiten, die ich betreue, überprüft und die Google Fonts ausgetauscht. Mal mit schnellem, mal mit weniger schnellem und einmal bisher sogar ohne Erfolg.

In einem WordPress-System mit professionellem, aktuellen Designs und ohne exotische Plugins ist deine Chance groß, dass es nur wenige Mausklicks sind, die du machen musst.

Was ist das Problem mit Google-Fonts?

Es war schon immer ein Streitthema, ob die Google Fonts gegen die DSGVO verstoßen oder nicht. Die Schriftarten von Google werden dabei von deren Server geladen und sorgen dafür, dass deine Webseite durch die Schriftarten eine gute Optik erhalten. Mit den Standardschriftarten, die am PC installiert sind, stößt man schnell an optische Grenzen.

Deshalb verwendet man gerne das Schriftartenarchiv von Google und bindet die Schriftarten (Fonts) extern ein. Das hat den Vorteil, dass man sich um nichts kümmern muss und da die Google-Server meistens auch schneller sind als der eigene Webhoster, nimmt man auch noch ein paar Millisekunden Ladezeitoptimierung mit. Nicht zuletzt haben von Google bereitgestellte Schriftarten den Vorteil, dass sie sich automatisch aktualisieren.

Der Datenschutznachteil ist allerdings, dass beim Aufruf deiner Webseite die Google-Server kontaktiert werden und der Internetriese dann weiß, dass Benutzer XY jetzt deine Webseite aufruft. Da Google so viele Daten besitzt, ist die Verknüpfung für sie einfach und das Landgericht München sieht das wie ein Tracking-Cookie. Also müsste man vorher die Einwilligung einholen. Problematisch ist auch der Verbindungsaufbau zu den Servern in den USA.

In der DSGVO gibt es aber noch die Ausnahme des berechtigten Interesses. Bisher hat man einfach in die Datenschutzerklärung geschrieben, dass man möchte, dass die Homepage gut aussieht, deshalb besitzt man ein berechtigtes Interesse die Google Fonts einzubinden. Das ließ das Landgericht München aber nicht gelten, da man die Schriftarten eben auch selber einbinden kann.

100 Euro Schmerzensgeld

Ein Nutzer hat einen Webseitenbetreiber auf Schmerzensgeld verklagt, weil Google Fonts eingesetzt wurden. Das Landgericht München gab ihm recht und bezifferte den Schaden auf 100 Euro (Urteil des LG München vom 20.01.22 Az. 3 O 17493/20).

Nun versuchen findige Menschen Webseiten anzuschreiben und verlangen 100 Euro von den Betreibern, wenn sie extern geladene Google Fonts finden. Das löst natürlich erst einmal Panik aus. Zahlen sollte man nicht. Einen Anspruch auf das Schmerzensgeld besteht wohl auch nicht, aber wenn er klagt, könnte er dann trotzdem recht bekommen.

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Landgerichtsurteile sind allerdings immer ein bisschen Glückssache. Gut möglich, dass andere Landgerichte anders urteilen. Allerdings willst du ziemlich sicher nicht das Opfer sein, das sich damit herumschlagen muss.

Da ich auch kein Bock auf Stress habe, habe ich jetzt eben alles ausgetauscht, obwohl es mir auch auf die Nerven geht, dass man sich ständig um so einen Mist kümmern muss, der sein Business keinen Zentimeter voranbringt, aber Zeit kostet.

Benutzt meine Webseite Google Fonts?

Jetzt hast du vielleicht alles durchgelesen und denkst dir jetzt, ist ja schön und gut was du mir erzählst, aber woher weiß ich, ob ich Google Fonts benutze?

Ich verwende am liebsten den Firefox zum Entwickeln. Ich finde, der hat die besten Entwicklertools. Mit dem Firefox klickst du per Rechtsklick auf deine Webseite und dann auf „Untersuchen“.

Nun wechselst du in die Netzwerkanalyse und setzt den Haken bei „Cache deaktivieren“. Anschließend lädst du die Seite neu.

Nun siehst du, welche Ressourcen geladen werden und schaust, ob bei Host irgendwas mit „Google“ oder „Gstatic“ auftaucht. Zum Beispiel „fonts.gstatic.com“. Ein anderer Host könnte „fonts.googleapis.com“ sein.

Sollte das der Fall sein, nutzt du Google Fonts und solltest auf jeden Fall weiterlesen.

Google Fonts austauschen mit WordPress-Plugin

Ich habe für meine WordPress-Systeme einige Plugins ausprobiert, die Google Fonts entfernen oder austauschen. Dabei bin ich bei einem gelandet, das noch nicht so populär ist, aber viele Vorteile bietet.

Im Gegensatz zu anderen Plugins hat es nicht horrende Summen für wenig Funktion verlangt. Außerdem haben die meisten Plugins nur die Google Fonts blockiert, aber nicht ersetzt. Das musste man immer manuell erledigen. Bei diesem Plugin ist das aber nicht der Fall.

Das WordPress-Plugin heißt „Local Google Fonts“ und ist entweder per Suche in der Plugin-Installationsseite vom Dashboard direkt zu finden oder im WordPress Plugin-Verzeichnis.

Google Fonts suchen und ersetzen

Wenn du das Plugin Local Google Fonts installiert hast, müsste im WordPress Dashboard unter „Einstellungen“ der Unterpunkt „Google Fonts“ erscheinen.

Wenn du den Unterpunkt anklickst, siehst du wahrscheinlich nichts und denkst dir: „Mist, der findet nichts“. Du musst leider aktiv auf der Webseite ein bisschen herumsurfen, damit das Plugin die eingebetteten Google Fonts findet. Dann erscheinen sie nach und nach.

Jetzt kannst du die Fonts manuell mit dem Button „Lokal hosten“ herunterladen lassen und das Plugin tauscht die externen Fonts im Idealfall von selbst aus. Besser ist aber den Button „Load Fonts automatically“ zu klicken und zu speichern. Dann lädt er immer, wenn er neue Fonts findet (zum Beispiel von neuen Plugins) sie automatisch herunter und bettet sie ein.

Google Fonts Plugin für WordPress
Das Plugin findet die verwendeten Schriftarten und bietet den Download an.

Problematiken beim Ersetzen der Fonts

Du solltest den obigen Schritt mit den Entwicklertools auf deinen Seiten wiederholen und schauen, ob deine Seite noch Google Fonts benutzt.

Im Idealfall werden die Schriftarten jetzt von deiner Seite gehostet und in der Netzwerkanalyse taucht „fonts.google…“ nicht mehr auf.

Wie gesagt, hat das bei mir nicht immer funktioniert. Es gab dabei folgende Probleme:

  • Nicht alle Fonts von externen Plugins konnte er entdecken und ersetzen. Vor allem Slider Plugins waren da problematisch.
  • Externe Ressourcen wie Widgets oder I-Frames (bei mir z.B. ein Bewertungswidget von einer Hotelplattform) laden manchmal selbst Google Fonts rein. Da bist du machtlos und musst dir die Erlaubnis holen, bevor du die Widgets lädst.
  • Die Dateiberechtigungen stimmen nicht und das Plugin kann die Webfonts nicht herunterladen und speichern.

Dann musst du leider selbst ran. Auch wenn du kein WordPress-System besitzt, musst du selbst ran. Die manuelle Anleitung zum Ersetzen der Fonts ist so vielschichtig, dass ich da keine generelle Anleitung machen möchte. Das sprengt meinen Zeitrahmen. Man kann sich das aber eigentlich auch gut ersuchen im Netz.

Ansonsten kann ich dir auch meine Dienstleistung auf Stundenbasis anbieten. Einfache Fälle dauern wohl 1-2 Stunden. Aber es kann auch schon kompliziert werden. Je nach Einbindung und wie versteckt es wird.


Robert von Plötzlich-Selbständig.de Schwarz/Weiß Bild

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