Blogger 1×1: So kannst du mit deinem Blog Geld verdienen

By | 3. April 2017

Ein Mann + ein PC ergibt Geld?

Es gibt Blogger, die zu Beginn ihrer Karriere schon das Ziel haben, Geld zu verdienen. Spätestens aber, wenn erste lukrative Angebote ins Mailpostfach einflattern kommen die Meisten ins Grübeln. Als Blogger hat man verschiedenste Möglichkeiten Geld zu verdienen. Wenn du dich für diesen Schritt entschieden hast, vergiss mir die Gewerbeanmeldung nicht 🙂

Welche Arten der Monetarisierung es gibt und wie ich dazu stehe möchte ich in diesem Artikel für meine Blogger1x1-Reihe erläutern. Aber es sei dir gesagt: Einfach wird es mit keiner dieser Varianten.

Display-Werbung

Die wohl älteste Form der Werbevarianten, jedoch immer noch aktuell. Display-Werbung sind simple Banner, Layer oder PopUps die nach Einblendungen (Views) oder Klicks vergütet werden.

Gerne erinnere ich mich an die Goldgräbertage um die Jahrtausendwende zurück, als es Anbieter gab die für jeden Bannerklick und zusätzlich pro Einblendung vergütet haben. Aber auch den ein oder anderen Layer-Anbieter, der 10€ Für 1.000 Einblendungen gleich nach der Anmeldung bezahlt hat vermisse ich heute schmerzlich. Einmal wurde sogar meine Vergütung auf 15€ hochgeschraubt, da war ich der King am Pausenhof. Denn für eine kurze Zeit hat meine billige Homepage deutlich mehr eingebracht als das Zeitungen austragen 🙂

Display-Werbung wird heute leider nur noch nach strengen Regeln vergütet. Das heißt zum einen per Klick, zum anderen muss man oftmals strikte Richtlinien einhalten. Auch die Vergütungen schwanken enorm. Für Banner erhält man meistens nur noch 5-15 Cent pro Klick. Layer-Anbieter gibt es nur noch wenige und wenn erhält man nur noch rund 2€ / 1.000 Views.

Zwei Display Werbeanzeigen von Google Adsense

So könnten Google-Adsense Werbungen aussehen. Bildquelle: Google

Eine kleine Ausnahme bildet Google Adsense, die allerdings die Strengsten am Markt sind und auch gerne mal Accounts mit Guthaben schließen. Hier kann man durchaus pro Klick 10€ und mehr verdienen, wenn man eine Seite betreibt, die für gewisse Branchen interessant ist. Beziehungsweise vom Werbemarkt hart umkämpft (Auto, Kredite, Versicherungen).

Display-Werbung Anbieter

  • Google Adsense – Vergütung pro Klick, abhängig von der Zielgruppe der Webseite
  • SponsoradsWerbung – Banner: 5-10 Cent / Klick, Layer: 0,6€ – 2,00€ / 1.000 Views, Docking-Banner (unten oder rechts) 0,50€ / 1.000 Views, Textlink: 5 Cent / Klick
  • Plista – Ein „Das könnte Ihnen auch gefallen“ – Widget, das u.a. Werbeanzeigen einblendet. Unterschiedliche Vergütung. Ich habe zwischen 3 und 50 Cent je Klick erhalten. Wenn man höhere Reichweiten hat, bieten sie auch klassische Banner und Overlay-Werbungen an.
  • AdiroWerbung – Textlinks (haben bei mir leider schlecht performed): 5 Cent / Klick, Bannerwerbung: mindestens 10 Cent, bis über 20 Cent / Klick

Wenn du Werbeplätze für Display-Werbung auf deinem Blog bereitgestellt hast, lohnt es sich meistens auch diese für einen Festpreis deinen Besuchern anzubieten. Dazu kannst du eine „Werbung buchen“ Seite erstellen und die Plätze beispielsweise Monatlich zum Betrag X vermieten.

Affiliate-Werbung

Auch Affiliate-Werbung gibt es schon ziemlich lange, war aber zu Beginn des Internets eher ein Nischenthema. Jedoch ist Affiliate-Werbung vor allem für den Werbetreibenden die risikofreiste Variante Werbung auszuliefern. Im Affiliate-Geschäft wird derjenige, der die Werbung ausliefert nur bei erfolgreichem Deal bezahlt. Meistens sind das Anmeldungen, Teilnahmen oder eben Bestellungen. Vergütet wird in der Regel ein fester Betrag oder anteilig am Umsatz.

Ich selbst bin bisher noch nicht recht warm mit Affiliate-Werbung geworden. Ich hab einmal in meinem Leben gutes Geld als Fulltilt-Poker-Affiliate gemacht, bis sie einfach die Bedingungen von Lifetime- auf Einmalprovisionen umgestellt haben und anschließend pleite gingen. Ansonsten finde ich es schwer, als Affiliate das große Geld zu machen. Das liegt aber naturgemäß daran, dass man, wenn man mit Affiliate-Werbung Geld verdienen möchte, eine Seite beziehungsweise Artikel benötigt, die ein konkretes Problem lösen und dazu das Produkt anbieten. Ich betreibe meist Seiten zu mehreren Themen. Oder zu Themen, für die ich kein passendes Produkt finde. Auf Blog2Help starte ich jedoch gerade mit einem nachhaltigen Produktkatalog einen weiteren Anlauf.

Amazon Partnerprogramm Adminbereich. Link erstellen

Link für ein Produkt erstellen, in die Webseite einbauen und Provisionen kassieren. So funktioniert das Amazon Partnerprogramm.

Wenn du zum Beispiel auf Platz 1 bei Google mit einer Anleitung, wie man ein oft auftretenden Fehler bei einem gängigen Produkt (Auto, Waschmaschine) reparieren kann stehst und dazu das Reparaturkit gleich über deinen Werbelink mit anbietest, wirst du vermutlich ordentlich Provision einstreichen. Deshalb waren eine ganze Zeit lang Nischenseiten so erfolgreich. Heute werden nur noch sehr gute Nischenseiten erfolgreich, weil die Schlechten von Google abgestraft wurden oder mit Abmahnungen zu kämpfen haben.

Mein liebstes positives Beispiel ist die Seite von Martin Missfeldt, der diese durch geschickte Maßnahmen für die Sonnenfinsternis 2015 optimiert hat. Dadurch generierte er über 250.000 Besucher, die daraufhin auf seinen Affiliate-Link zu den Schutzbrillen auf Amazon weiterklickten und er Umsätze im vierstelligen Bereich weitervermittelte. Die Brillen waren kurze Zeit später ausverkauft.

Affiliate Anbieter (Auswahl)

  • Amazon 1-10% Provision auf den Umsatz
  • Affili.net – Rund 3.500 unterschiedliche Partnerprogramme
  • belboonWerbung – Rund 1.800 unterschiedliche Partnerprogramme
  • Webgains – Derzeit rund 380 unterschiedliche Partnerprogramme

Kooperationen / Sponsored Posts

Es gab eine Zeit, da hat man ungefähr fünf Minuten nachdem sein Blog online war schon die erste Anfrage für einen Sponsored Post erhalten. Der Auftrag sah meist so aus: Schreib ein Beitrag über das Thema XY, mindestens XXX Wörter und füge genannten zwei Links ein. Dafür erhältst du X Euro. Das Ziel dahinter war weniger das Produkt des Auftraggebers zu bewerben, sondern Links für Google zu generieren. Dann kamen diverse Updates beim großen G. Unter anderem wird man nun im Ranking abgestraft, wenn man bezahlte Links nicht kennzeichnet. Seitdem hat sich der Markt für bezahlte Beiträge gewandelt.

Natürlich gibt es noch Agenturen, die versuchen so an Links zu kommen. Dann wird meist aggressiv argumentiert, dass man bitte keine Kennzeichnung vornehmen soll. Immer mehr Blogger gehen das Risiko jedoch zu Recht nicht mehr ein. Vor allem rechtlich, sollte man die bezahlten Beiträge richtig kennzeichnen. Die nächste Abmahnwelle steht hier in den Löchern.

Zwei Animationsfiguren, die sich die Hand reichen.So hat sich der Markt der Kooperationen in die der Qualität und die der Quantität eingeteilt. Manche Werbetreibende spamen den Markt gezielt mit Kleinkampagnen zu, damit zumindest die Szenekundigen nicht um das Thema herumkommen. Gerne auch in Kombination mit Gutscheincodes.

Ich glaube jedoch, dass sich hier langfristig die meisten Agenturen in Richtung Qualität, bzw. Reichweite orientieren. Das wird zu Lasten der kleinen Blogs gehen, die ohne eine gewisse Reichweite nicht in das Raster der Agenturen fallen werden. Das finde ich persönlich auch nicht schlimm, denn als Blogger solltest du, wie ein Selbständiger authentisch bleiben. Das heißt, nicht jeden Mist annehmen und vor allem nicht unter Wert. Da du aber vor allem zu Beginn keine ambitionierten Preise durchdrücken kannst, rate ich, wenn man nicht darauf angewiesen ist, fast alles abzulehnen.

Wenn du Aufträge für 50-100€ annimmst, wirst du irgendwann folgendes Problem haben: Es gibt nicht so viele Agenturen, die für dich als Blogger interessant sind. Wenn du einmal damit anfängst für diese Agenturen für kleine Beträge zu arbeiten, wollen sie immer das Angebot haben. Dann wird es zukünftig sehr schwer, vernünftig bezahlt zu werden. Besser ist es immer umgekehrt: Vernünftige Preise anbieten und wenn du den Auftrag wirklich haben möchtest, ausnahmsweise einen Rabatt aushandeln.

Was vernünftige Preise sind, wie du Agenturen erhältst und mehr versuche ich an anderen Stelle im Blogger 1×1 zu klären. (Tipp: Newsletter abonnieren um es nicht zu verpassen).

VG Wort

Für viele relativ unbekannt, aber für Blogs mit einer gewissen Reichweite und vielen Artikeln ein sehr nettes Urlaubsgeld. Die VG Wort ist sowas wie die GEMA für Autoren. Ihr Geld nimmt diese Verwertungsgesellschaft über Gebühren, die beim Kauf von Druckern, Scannern oder Multifunktionsgeräten anfallen ein. Aber auch Rundfunk- und Fernsehsender müssen Gebühren abdrücken. Rund 67 Mio. Euro schüttet die VG Wort im Jahr an Autoren und Verlage aus.

Seit 2007 sind auch Blogger unter bestimmten Voraussetzungen für Ausschüttungen berechtigt. Im Jahr 2009 gingen dadurch immerhin 616.285 Euro in die Bloggerszene. Der Betrag dürfte sich bis heute sicherlich gesteigert haben.

Technisch ist es für den Laien nicht ganz unkompliziert das sogenannte Zählpixel einzubauen. Das überprüft, ob dein Text für die Ausschüttung berechtigt ist. Hier gelten relativ strenge Regeln, weshalb sich für Beginner der Aufwand aus meiner Sicht nicht lohnt. So muss der Beitrag mindestens 1.800 Zeichen besitzen und ausgeschüttet wird nur, wenn der jeweilige Beitrag auch eine gewisse Anzahl an Besuchern hat. Das wird jedoch erst am Ende des Jahres festgelegt. 2013 musste der Beitrag mindestens 1.500 Besucher haben, dann gab es 10€ als Tantieme. Ab 37.500 Besuchern erhielt man 16 Euro.

Spätestens bis zum 31. Januar des Folgejahres müssen die Texte, die ausschüttungsberechtigt sind, manuell bei der VG Wort gemeldet werden. Noch mehr Infos zum Prozedere gibt es hier.

Eigene Produkten & Dienstleistungen anbieten

Eine immer beliebtere Art den Blog zu monetarisieren ist das Anbieten von eigenen Produkten und Dienstleistungen. Als Blogger bist du meist in einem Spezialgebiet unterwegs und baust dir nach und nach Vertrauen bei deiner Leserschaft auf. Diese persönliche Beziehung kann zu großem Vertrauen und Sympathie führen. Diese Voraussetzungen sind Ideal um (hochwertige) Produkte und Dienstleistungen an den Mann zu bekommen.

Eine beliebte Art der Produkte sind E-Books. Der Trend kommt immer mehr aus den USA zu uns herüber. Der Trick ist es, genügend Leute für deinen bisherigen Content zu begeistern und sie beispielsweise mittels Newsletter auch an dich zu binden. Ab und an bringst du exklusive Informationen heraus, die es so nicht überall im Netz zu finden gibt und verlangst dafür Geld. Da die Leute von der Qualität deiner Arbeit überzeugt sind, ist die Hemmschwelle, dieses Wissen zu erwerben sehr gering. Außerdem ist ein E-Book wunderbar skalierbar. Egal ob du zehn oder 100.000 verkaufst. Der Aufwand ist derselbe.

Ein Mann vor seinem Laptop, links und rechts neben ihm ein Bücherregal. Symbolisiert, dass sein Wissen in den PC geht.

Wenn du Dienstleistungen oder (eigene) Konsumgüter verkaufen möchtest. Ein vorgeschalteter Blog eignet sich hervorragend um dein Shop zu pushen oder dein Telefon zum glühen zu bringen.

Viele haben allerdings Angst, dass sie zu viele Tipps kostenlos bereitstellen und ihre Dienstleistung deshalb überflüssig wird. Ich habe die gegenteilige Erfahrung gemacht. Die Leute, die sowieso nicht bereit sind dafür Geld zu bezahlen, googeln es sich notfalls tagelang aus Prinzip zusammen. Die Kunden, die verstanden haben, dass man lieber zehn Stunden outsourced, als es zwanzig Stunden selbst zu machen, werden erst recht bei dir buchen, je detaillierter dein Content ist. Denn so wissen sie, dass du weißt, wovon du sprichst.

Auch bei Consumer-Produkten danken dir die Kunden deine Transparenz. Außerdem führen viele Informationen zu deinen Anwendungsfällen und zu (technischen) Details zu geringeren Storno-Quoten.

Wenn du zum großen Experten deiner Branche aufsteigst, kann es auch sein, dass du Einladungen zu Fernseh- oder Radiosendungen erhältst. Oder aber du wirst als Speaker bei den zur Zeit vielen Festivals, Veranstaltungen und Workshops gebucht. Hier kann man auch gut verdienen. Das muss einen allerdings auch liegen.

Finanzierung durch Community-Unterstützung

Seinen Aufwand durch die Community gegenzufinanzieren ist auch ein Trend, der eher in den USA funktioniert. Wenn man es gut macht und eine interessante Nische besetzt auch in Deutschland.

Jubelnde Fans

Eine Fangemeinde kann als Blogger nie schaden.

Man kann es so machen wie es die Zeitungsverlage gerade verzweifelt versuchen. Zum Beispiel drei Artikel im Monat kostenlos lesbar machen und dann eine Abogebühr verlangen. Das halte ich, vor allem als Blogger, jedoch für den falschen Weg. Den Vorteil der persönliche Beziehung zu seinen Lesern sollte man durch ein transparentes Finanzierungsmodell auf jeden Fall „ausnutzen“.

Dazu kann man zum Beispiel ganz klar aufschlüsseln, wie viel Geld man für einen Artikel oder einen Podcast benötigt um zu versuchen diesen Betrag für jeden Artikel einzusammeln. Oder aber man lässt sich durch die „Crowd“ sein Equipment finanzieren. Eins sollte man hier aber immer machen: Gut argumentieren, warum man die Hilfe der Community benötigt.

Das funktioniert erfahrungsgemäß jedoch nur in Nischen, die zwar für einzelne Leser hoch interessant aber aufwändig umzusetzen sind. Das muss den Leuten jedoch klar sein, dass man das Ganze nicht profitabel betreiben kann. Auch ein idealistisches Thema kann dabei helfen.

Zum Beispiel hockt sich Tilo Jung immer in die Bundespressekonferenz und stellt naive Fragen. Trotz ordentlicher Reichweite kann man mit so einem Thema niemals solche Reichweiten erzielen wie Bibis Beauty Palace. Das ist den Leuten bewusst, außerdem hat das Thema auch einen politischen und gesellschaftlichen Wert. Deshalb spenden die Menschen gerne dafür. Auch wenn Tilo und sein Team nicht gerne öffentlich kommunizieren, wie viel Geld herumkommt und für was es ausgegeben wird.

Ein Blogger-Beispiel gefällig? Tim Urban nimmt mit seinem Kumpel rund 12.500$ im Monat durch ihren waitbutwhy.com Blog mittels Spenden ein. Darin debattieren sie alle möglichen Themen äußerst ausführlich. Das wertschätzen die Leser offenbar.

Anbieter, die sich zur Umsetzung für so eine Art Finanzierung eignen ist der Marktführer patreon. Vor kurzem hat das deutsche Pendant Steady seine Pforten geöffnet.

Mit dem Blog zum Job

In vielen Branchen kann der eigene Job auch der Türöffner für die Karriere sein. Zum einen hilft einem Netzwerken immer weiter. Zum anderen zeigt dein Blog deine Expertise und dein Engagement in deinen Fachbereichen.

Einen fachspezifischen Blog würde ich auch immer bei Bewerbungen angeben. Bei Alltagsblogs würde ich das je nach Firmenimage individuell entscheiden.

Wie verdiene ich denn nun Geld mit meinem Blog?

Es ist wie immer im Leben eine Abwägungssache. Sicher ist jedoch, dass du bis der Rubel rollt auch bei sehr guter Arbeit viel Geduld mitbringen musst. Vor allem, wenn du kein Marketingbudget besitzt (oder eins besitzt und kein Plan hast wie du es ausgeben sollst).

Plane am Anfang eine große Durststrecke ein, die sich auch über Jahre hinweg ziehen kann. Das Wichtigste ist, deine Leser glücklich zu machen. Wenn das geschehen ist, solltest du weise aus den oben genannten Monetarisierungsmöglichkeiten wählen. Und ganz wichtig: Trauere keine nicht gemachten Umsätze nach 🙂

Weitere Tipps rund ums Bloggen gibt es in meiner Artikelreihe Blogger 1×1.

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