Pokémon Go: Das können Selbständige davon lernen & profitieren

By | 13. Juli 2016

PokemonGo_Logo

Das ganze Land dreht durch: Pokémon Go ist jetzt auch in Deutschland via. Android / iOS verfügbar. Diejenigen, die mit dem Hype nichts anfangen können sind wahrscheinlich jetzt schon genervt, dass ihre Facebook-Timeline damit zugespamt ist und alle Newsportale exzessiv über den Start der Argumented-Reality-App berichten. Wer davon noch gar nichts mitbekommen hat und nicht weiß wovon ich rede: Bei Pokémon Go läuft man mit seinem Smartphone durch die Gegend und fängt virtuelle Tiere.

Doch als Selbständiger kann man von dem Start von Pokémon Go nicht nur einiges lernen, sondern ggf. auch davon partizipieren.

1. Ausdauer zahlt sich aus

Gestern hat der Facebook User Roger James Hamilton ein Photo veröffentlicht mit dem provokanten Titel

It takes 20 years to make an overnight success

Darin beschreibt er den Werdegang von John Hanke, dem Schöpfer von Pokémon Go. Bereits 1996 beschäftigte er sich als Student mit der Entwicklung von Computerspielen und programmierte das erste MMO Meridian 59 mit. Fortan beschäftigte er sich mit GPS und der Verzahnung von echter und virtueller Welt. 2004 wurde seine im Jahr 2000 gegründete Firma von Google übernommen. Das ermöglichte John Hanke sich fortan auf die Entwicklung von GPS-basierten Spielen zu konzentrieren.

Während er maßgeblich an der Entwicklung von Google Maps und Google Street View beteiligt war, mündeten seine Skills zu dem Release von Ingress. Dies ist der Vorgänger aller (jetzt folgenden) Argumented-Reality-Apps. Im Jahr 2014 machten Google und Nintendo gemeinsame Sache und landeten einen viralen Hit als man am 1. April auf Google Maps Pokémons fangen konnte.

Daraus wollte John Hanke ein Spiel entwickeln. Dafür sammelte er rund 25 Mio. Dollar ein um Pokémon Go zu entwickeln.

John Hanke hat sich in den vergangenen 20 Jahren weiterentwickelt, hat viel dazu gelernt, blieb aber immer seiner Vision treu. Durch kontinuierliche Arbeit hat er nun, 20 Jahre später ein Produkt entwickelt das vermutlich Clash of Clans und Co (2 Mio. $ Umsatz/Tag) in den Schatten stellen wird. Diese Ausdauer und Leidenschaft erwarte ich auch von jedem Selbständigen, der Erfolg haben möchte.

2. Den Markt testen

Die Geschichte lehrt uns auch, dass der Aprilscherz ein idealer Prototyp war. In der StartUp-Welt hat es sich zurecht etabliert, dass man so schnell wie möglich mit einer Idee, am Besten im Form eines Prototypen oder einer Landing-Page auf den Markt geht. So kann man sehen, wie das erste Feedback der potentiellen Besucher ausfällt bzw. ob sich das Produkt zielgerecht bewerben lässt.

Durch den Aprilscherz, als man auf Google Maps Pokémons fangen konnte, konnte John Hanke und sein Team anhand der Userreaktionen erkennen, dass die User die Idee annehmen werden.

3. Mit der Zeit gehen und innovative Technologie entwickeln/nutzen

SmartDevice_PokemonGO_05_mediaplayer_largeNintendo stand schon öfters vor dem finanziellen Ruin. Das hat zwar auch den Grund, dass sie viel Geld in Forschung und Neuentwicklungen stecken. Wenn diese nicht fruchten, wird es schwer mit der Liquidität.

Andererseits ist genau das auch der Grund, wieso Nintendo so ein erfolgreiches Unternehmen ist. Immer wenn man denkt, die Firma geht den Bach runter, erfinden sie ein neues Gerät auf denen sie ihre Franchise-Produkte exklusiv anbieten können. Zuletzt war das die revolutionäre Nintendo Wii und die Cash-Cow Nintendo DS. Eine andere Firma hätte wohl so einen katastrophalen Flop wie die Nintendo Wii U nicht so überstanden wie es die Japaner taten.

Seit geraumer Zeit gehen sie mit der Zeit und entwickeln ihre Spiele auch auf fremder Peripherie. So auch bei Pokémon Go.

4. Den richtigen Zeitpunkt ausnutzen

Nintendo hat es geschafft, Pokémon Go genau zu dem richtigen Zeitpunkt zu releasen. Zwar war die Argumented-Reality-App Ingress auch ein großer Erfolg. Im Gegensatz zur Pokémon-App war die Zielgruppe jedoch nicht so breit gestreut wie heute. Sie hat diese Art von Spiele quasi erst Salonfähig gemacht.

Die Entwicklung von Pokémon Go war sicherlich kein Hexenwerk und Nintendo hätte das Spiel, wenn sie gewollt hätten, schon viel früher herausbringen können. Nur glaube ich nicht, dass es dann so erfolgreich wäre, wie es jetzt ist und werden wird.

Die Smartphones sind auf dem Höchststand der Entwicklung, das heißt die nächsten Generationen werden nicht mehr riesen Sprünge in der Funktionalität machen wie bisher. Die Mobilfunkanbieter haben zuletzt alle ihre Volumen in den Tarifen erhöht und es gibt genügen Zusatzgadgets um den Akku am Laufen zu halten. Der perfekte Zeitpunkt also für eine App, die sämtliche Komponenten des Smartphones benötigt.

Darüber hinaus ist dieses Jahr der 20. Geburtstag des Pokémon-Franchises, was für Fans durchaus eine emotionale Rolle spielt. Vor allem wird das Spiel, das normalerweise nur Kinder und Jugendliche ansprechen würde, durch die Historie auch von der kaufkräftigen Ü30-Generation gespielt.

So kannst du als Selbständiger von Pokémon Go profitieren

Neben den vier Lektionen kann der ein oder andere Selbständige sicherlich auch von der App an sich profitieren.

Gewonnen haben natürlich alle Ladengeschäfte, die an einem Spawn-Punkt von Pokémon Go liegen. Das heißt ihr werdet in den nächsten Tagen und wohl darüber hinaus enormen Zuwachs an Laufkundschaft haben. Denkt euch kreative Angebote für die „Smombies“ aus oder bietet Services wie eine Aufladestation fürs Smartphone oder Free W-LAN an.

Aber auch Geschäfte, Firmen und Selbständige die in der Nähe eines Spawn-Punktes liegen können profitieren. Auf dem Weg von einem Punkt zum anderen erhöht sich ebenfalls die Laufkundschaft. Um ein Pokeball „auszubrüten“ müssen die Spieler einige Meter zurücklegen. Hier könnt ihr euch kreative Aktionen ausdenken oder mit anderen Geschäften zusammenarbeiten. Quasi eine Art Pokémon Go Angebotsschnitzeljagd aufsetzen.

wtf is pokemon

Werbetreibende, vor allem die mit digitalen Produkten oder mit Smartphones generell zu tun haben sollten nach Werbemöchlichkeiten bei diesen Spots ausschau halten. Es bieten sich mit ein bisschen Kreativität auch viele Möglichkeiten von Guerilla-Marketingmaßnahmen an besonders beliebten Spawn-Punkten (städtische Verordnungen beachten) an.

Alle anderen die nicht von belebten Pokémon Go Plätzen profitieren können sich immer noch kreative Gewinnspiel rund um die App und den Hype ausdenken. Aber Vorsicht: Copyright beachten.

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