Drei Jahre Selbständigkeit: So hab ich sie überlebt

By | 6. Juni 2017
Ich (Robert) mit Casual Business Outfit in einer Indoor-Ski-Halle

Business Robert hat meistens einen kühlen Kopf bewahrt 🙂

Ich habe mich im März 2013 offiziell entschlossen, keinen weiteren Werkstudenten-Job mehr anzunehmen und mich plötzlich selbständig gemacht. Das ist jetzt mehr als unglaubliche drei Jahre her, die mir vorkommen wie Monate. Man hört ja auch immer wieder von vielen Seiten, dass die ersten drei Jahre Selbständigkeit die Schwersten seien. Ob das stimmt kann ich euch aber erst bestätigen oder verneinen, wenn ich noch das ein oder andere Jahr daranhänge. Bis jetzt merke ich nur wenig Unterschied 😀

In diesem Beitrag möchte ich eher darauf eingehen, welche Faktoren maßgeblich dafür beigetragen haben, dass ich noch nicht das Handtuch geworfen habe. Dies könnte vielleicht auch für den ein oder anderen hilfreich sein, der sich gerade am Anfang seines StartUps befindet und sich fragt, warum er das alles auf sich nimmt.

Idealismus

Immer wenn ich unter „meinesgleichen“ bin, komme ich zwar nicht mit satten Aufträgen zurück, jedoch werden mir stets lukrative Jobangebote unterbreitet. IT-ler sind anscheinend gesucht in der Branche und wenn ich so am Monatsende auf mein Konto schaue, muss ich eigentlich total bescheuert sein, dass ich nicht eines dieser Angebote annehme.

Aber mein ganzes Dasein war schon immer geprägt davon, etwas eigenes aufzuziehen, sich damit wohl zufühlen und im Idealfall damit die Welt ein klein bisschen besser zu machen. Ich möchte jetzt nicht soweit gehen, dass ich durch meine Selbständigkeit die Welt rette. Aber ich denke schon, dass wir gesellschaftlich auf eine Situation zusteuern indem nur noch wenige Konzerne die Wirtschaft in der Hand haben. Hier möchte ich wenigstens so weit es mir mit meinen bescheidenen Mitteln möglich ist, dagegensteuern. Sei es mit Blog2Help, meinen Versuchen hier, Wissen zu vermitteln, meinen Anstrengungen mehr Open Source zu veröffentlichen oder beim Umgang mit Geschäftspartnern, Mitarbeitern und Kunden.

Dabei will ich große Unternehmen auf keinen Fall verteufeln. Ohne Pioniere wie Microsoft, Google, IBM, Amazon, Facebook und Co. die natürlich nicht alles richtig machen, wären PCs und das Internet bis heute stinklangweilig und ich wäre nicht da, wo ich bin. Allerdings ist meines Erachtens Vielfalt der Schlüssel für stabile Systeme. Vor allem in Krisenzeiten. Daran gilt es zur arbeiten.

Verspieltheit & Abwechslung

Ok, es mag diese fancy Unternehmen geben, in dem Mitarbeiter alle Freiheiten genießen. Doch Selbstbestimmung ist in der Firmenwelt noch nicht so recht angekommen. Ab einer gewissen Größe vielleicht sogar unmöglich umzusetzen. Klar habe ich auch mal Aufträge, bei denen mir für kurze Zeit die Freiheit verloren geht. Aber ich liebe es, Dinge auszuprobieren, mal zu provozieren und zu schauen, ob ein Echo zurückkommt oder zu analysieren, warum eben nichts passiert ist.

Ich fange auch gerne mal Hals über Kopf ein Projekt an um es drei Tage später wieder einzustampfen. Ja, dieses Verhalten hat noch nicht zu dem einen großen Erfolg geführt, den ich mir wünschen würde. Allerdings bin ich erst Ende zwanzig und bei durchschnittlich drei Projekten im Jahr hab ich noch mindestens 150 Pfeile im Köcher 🙂

Keine Arschlöcher!

Grünes, wütendes SmilieIch denke das ist mit der wichtigste Punkt, den man beherzigen sollte, wenn man in seinem Leben weiterkommen möchte. Lass keine Arschlöcher in dein Leben! Egal, ob im Berufsleben, im Privatleben, bei der Kundenakquise, beim Einstellen von Personal oder bei der (Geschäfts-)Partnerwahl. Jeder, der dich herunterzieht und es nicht „wert“ ist gerettet zu werden, wird dir ein ganzes Stück Kraft kosten. Da Energie, Zeit und Motivation keine unendlichen Ressourcen sind, musst du dich von negativen Menschen einfach trennen.

Und negative Menschen sind nicht diejenigen, die dich kritisieren oder skeptisch gegenüber deiner Vorhaben sind! Sondern diejenigen, die dich ohne Grund belächeln, die dich kleinhalten möchten und nicht bereit sind, das Gleiche in eure Beziehung zu investieren, wie du.

Das gilt vor allem bei Geschäftspartnern und in deinem privaten Umfeld. Am Anfang wird dir jeder erzählen, wie schnell du scheitern wirst und wenn du dich länger über Wasser halten kannst, werden die Leute kommen, die dir irgendwas andrehen wollen.

Ich habe mir vor allem am Anfang jedes „Beileidsfeedback“ viel zu sehr zu Herzen genommen. Erst als ich die Leute konsequent ignoriert habe, hatte ich die Energie mir ein vernünftiges Netzwerk aufzubauen. Auch den Umgang mit Auftraggebern musste ich erst lernen, damit ich Abends gut einschlafen konnte. Aber auch hier gilt, lieber einen Euro weniger verdient, als sich stundenlang über jemanden ärgern zu müssen.

Privates- und berufliches Netzwerk

Während ich vor allem durch meine zynische und ironische Art mir die Arschlöcher weitestgehend vom Hals halten hab können, wäre ich ohne konsequentes Pflegen und Ausbauen von Beziehungen schon zehnmal gescheitert.

Wenn du die richtigen Menschen in deinem Umfeld hast, zögere nicht bei Problemen um Hilfe zu bitten. Aber nur, wenn du auch für sie da bist, wenn du an der Reihe bist.

So hat mir mein ehemaliger Mitbewohner Alex immer wieder verziehen, wenn die Miete tagelang zu spät überwiesen wurde. Oder mich mit Tom bekannt gemacht, mit dem ich jetzt gemeinsam ein Büro betreibe, der mir ebenfalls bei jeglichen Probleme hilft so gut es geht und genauso begeisterungsfähig ist wie ich. Unerwähnt soll auch Achmet (aka Daniel :D) nicht bleiben, der mir vor allem mit seiner Gelassenheit am Anfang der Selbständigkeit das ein oder andere Mal die Panik genommen hat.

Da ich aus einer Arbeiterfamilie stamme und alle ziemlich stolz waren, dass ich was vernünftiges studiert habe, war am Anfang die Ernüchterung groß, dass ich meinen Abschluss nicht nutze um gut bezahlt und halbwegs sicher in einem Großunternehmen unterzukommen. Doch auch das konnte ich durch einige Gespräche glattbügeln, sodass ich nun auch große Unterstützung von meinen Eltern erfahre, was nebenbei gesagt unbezahlbar ist.

Büro

Die ersten Monate habe ich versucht von zu Hause aus etwas zu reißen, doch das hat absolut nicht geklappt. Ich bin der Typ, der auf die Uhr schaut und sich denkt, „ach jetzt ist es schon so spät, jetzt lohnt sich das Anfangen eh nicht mehr“ oder „jetzt schaue ich noch eine Folge XY und dann leg ich los“. Und so vergehen dann Stunden und Tage und nichts ist geschafft.

Ich (Robert) in einem noch leeren Bürozimmer

Büro Einzug im November 2014

Das hat sich mit dem Einzug ins Büro sehr verbessert. Zum einen ist unser Gemeinschaftsbüro wirklich groß und toll eingerichtet. Das bringt nicht nur bei Kunden einen seriösen Eindruck, sondern auch bei mir selbst. So kann ich meine Arbeit, die ja quasi nie sofort Ergebnisse bringt auch selbst viel mehr ernst nehmen. Zum anderen ist die psychische und physische Abtrennung zwischen privat und geschäftlich viel besser. Ich versuche alle meine „Pflichtaufgaben“ im Büro zu erledigen und daheim bin ich nur noch bei „Fleißprojekten“ wie bei meinem Blog Plötzlich-Selbständig aktiv.

Und nun dreht sich der Kreis: Auch im Büro wird nach ein paar Erfahrungen, die ich nicht näher erläutern möchte, die Regel „keine Arschlöcher“ durchgezogen. Was zur Folge hat, dass man sich gegenseitig motiviert, wenn mal wieder die Ergebnisse ausbleiben. Oder man schmeißt einfach mal den Grill an und scheißt auf alles.

Und jetzt?

Bisher möchte ich nicht tauschen, auch wenn ich schon gerne längst die eierlegende Wollmichsau erfunden hätte, wie man in Bayern so schön zu sagen pflegt 😀 Wer mich auf dem Weg dahin begleiten möchte, sollte nicht zögern sich in den Newsletter einzutragen, mir ein Facebook-Like zu schenken und/oder mir auf Instagram zu folgen.:

Ich würde mich freuen, wenn du meinen Newsletter abonnieren würdest. Dann verpasst du auch keinen interessanten Beitrag mehr.

Benachrichtige mich:



 

Natürlich würde ich mich auch freuen, wenn du mir berichtest, wie du deine Selbständigkeit bisher „überlebt“ hast 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.