Selbstversuch: Was bringen Blog-Kommentare wirklich? (Statistiken inside)

By | 15. Februar 2017

Sprechblasen als Symbol für Blogger-Kommentare

Verfasse sinnvolle Blog-Kommentare bei anderen! Diesen einfachen Tipp findest du in jeder x-beliebigen Top 5 – Liste mit dem Titel „Wie man mehr Besucher für seinen Blog / seine Webseite erhält“. Doch ist der Tipp wirklich wahr oder einfach nur gut gemeint?

Durch den kompletten Neustart meines Blogs Plötzlich-Selbständig.de war ich freilich wie jeder andere auch auf der Suche nach kostenlosen Besuchern. Dadurch, dass der Blog noch frisch ist, habe ich die Möglichkeit, die Statistiken besser auszuwerten. Weshalb ich einen Selbsttest gemacht habe und in diesem Beitrag detailliert zusammenfasse, was diese Blog-Kommentare wirklich gebracht haben.

Anzahl & Zeitraum der Kommentare

Ich muss zugeben, dass ich nicht sehr effektiv vorgegangen bin, was die Ergebnisse aber eigentlich realistischer machen. Ich habe nur Beiträge kommentiert, die ich halbwegs interessant gefunden habe und die Blogs hab ich zumeist in diversen Facebook-Gruppen, in denen ich aktiv bin, gefunden.

So zog sich das über sage und schreibe mehr als acht Monate (erster Kommentar am 13.6.2016 letzter Anfang Februar 2017). Mein Zeitaufwand betrug dabei 10:37h, wobei ich die Recherche ja in meiner „Facebook-Zeit“ gemacht habe, die ich nicht mitlogge.

Insgesamt sind ein bisschen mehr als 100 Kommentare zusammengekommen. Da ich allerdings ein bisschen was verdödelt hab, sind es nun genau 100 Kommentare, die ich zum Auswerten habe.

Anzahl Kommentare:100
Benötigte Zeit:10:37 h
Ben. Zeit pro Kommentar6 min, 22 Sek

Nach dem letzten verfassten Kommentar habe ich sieben Tage gewartet, bis ich die Auswertung vorgenommen habe. Damit habe ich allen genug Zeit gegeben, es freizuschalten und es ggfs. zurückzukommentieren.

Qualität der Blog-Kommentare

Selbstverständlich habe ich versucht, so qualitativ wie möglich auf die jeweilige Fragestellung zu antworten. Allerdings sind mir auch ein paar Einzeiler dazwischengerutscht, wenn es gepasst hat. Hier zwei exemplarische Beispiele:

Ein Kommentar von mir zum Thema Geld oder Sinn auf dem Blog von Alicegreschkow

Ein Kommentar zum Thema Geld oder Sinn.

Wie du siehst habe ich auch immer nur mit meinem Namen und nicht mit einem Keyword kommentiert und ein seriöses Gravatar-Logo verwendet.

Du kannst dich gerne einzeln von der Qualität der Kommentare überzeugen. Hier findest du meine detaillierte Blog-Kommentarliste.

Was brachten die Blog-Kommentare?

So und nun zu den nackten Zahlen.

84% der Kommentare sind heute noch auf den Blogs zu finden. 13% der Kommentare wurden nie freigeschaltet und bei 3% ist der Blog weg, der Beitrag weg oder die Kommentarfunktion im nachhinein abgeschafft worden.

Ein Tortendiagramm, dass die freigeschalteten und nicht freigeschalteten Blog-Kommentare noch einmal aufzeigt

Von den 84 freigeschalteten Kommentaren, haben 52 Blogger darauf geantwortet (62%) und 32 nicht auf mein Kommentar geantwortet (38%).

Ein Tortendiagram, wie viele auf die Blog-Kommentare geantwortet (62%), bzw nicht geantwortet (38%) haben.Nimmt man jedoch alle verfassten Kommentare zur Grundlage, wurde auf 52% meiner verfassten Blog-Kommentare auch geantwortet.

Sehr maue Besucherausbeute

Ein wichtiges Motiv, wieso man auf fremden Blogs kommentiert ist, dass man sich dadurch auch ein paar Besucher erhofft. Dieses Ergebnis war sehr ernüchternd. Die maximale Anzahl an Besuchern, die ich auf einen Kommentar erhalten habe war sieben.

Summa summarum konnte ich mit Piwik 68 Besucher zählen, die aufgrund der jeweiligen Kommentare meinen Blog besucht haben. Das ist ein sehr trauriger Schnitt von 0,68 Besuchern pro Kommentar.

Besucher Gesamt68
Besucher pro Kommentar0,68
Max. Anz. Besucher je Kommentar7

Erschreckender war jedoch, dass 72% der Blog-Kommentare zu keinem einzigen Besucher führten. Das bedeutet, dass noch nicht einmal der Blogbetreiber selbst meiner Seite einen Besuch abgestattet hat. Eine detaillierte Auflistung über die Anzahl der jeweiligen Besucher je Kommentar kannst du folgender Statistik entnehmen:

Ein Balkendiagramm der Anzahl der erhaltenen Klicks je nach Klickanzahl.

72 Mal 0 Besucher, 10 Mal ein Besucher usw.

Sonstige Effekte & Erkenntnisse

Hier wird es nicht gerade wissenschaftlich. Als ich mit dem Blog gestartet bin, hatte ich natürlich 0 Backlinks. Nun sind es je nachdem, welches Tool man befragt 40-80 Backlinks. Wie viele davon auf die Kommentare zurückfallen lässt sich leider nur sehr schwer sagen. Schätzungsweise würde ich sagen 80%.

Fünf Kommentare, die ich nachvollziehen konnte, wurden aufgrund meiner Kommentare auf meinem Blog verfasst.

Was mich geärgert hat war, dass manche meiner Kommentare nicht freigeschalten wurden, obwohl auf dem Blog zum einen eine Kommentarfunktion vorhanden ist, aber auch andere Kommentare freigeschaltet wurden. Ich kann es nicht nachweisen, aber bei 7 von den 13 nicht freigeschalteten Kommentaren habe ich das Gefühl, dass sie deshalb ignoriert wurden, weil ich als direkte Konkurrenz angesehen werde. Und das wäre, zumal die Kommentare sinnvoll waren, nicht die feine Schule.

Lohnen sich Kommentare auf fremden Blogs?

Nun stellt sich die Frage, ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt? Natürlich sind 100 Kommentare statistisch gesehen keine große Zahl, aber groß genug um einen Trend zu erkennen. Eigentlich wollte ich 1.000 Kommentare verfassen, hatte es zu Beginn aber nicht für so aufwendig eingeschätzt.

Kosten pro Kommentar / Klick

Achtung Milchmädchenrechnung: Nehmen wir einmal an, ich hätte die 10,5 Stunden dafür verwendet, zum Mindestlohn irgendwo zu arbeiten, dann hätte ich 92,82€ (brutto) verdient. Hätte ich einen Auftrag an Land gezogen und die 10,5h gearbeitet, hätte ich mindestens 892,50€ Netto verdient. Der Einfachheit halber mixe ich brutto und netto, da man auf so einen geringen Verdienst eh keine EKSt zahlen müsste.

So hat mich ein erfolgreicher Kommentar je nach Job 1,11€ (92,82 € / 84 Kommentare) bzw. 10,63€ gekostet. Nach Recherchen im Internet zahlt man beim Backlinkausbau ca. 4€ für einen halbwegs vernünftigen, gekauften Kommentar. So bin ich je nach Job eigentlich sehr gut, bzw sehr schlecht weggekommen.

Rechnet man die Kosten pro Besucher, wären das beim Mindestlohn 1,30€ und als Selbständiger satte 13,13€ je Klick. Natürlich gibt es in Adsense teuere Keywords, aber über 10€ / Klick wäre schon eine Hausnummer. Wohingegen 1,30€ für einen qualitativen Klick jetzt nicht so ungewöhnlich wären. Allerdings bezweifle ich, dass ein Kommentarklick, so wie bei mir die Daten vorliegen, die Qualität eines Adsense Klicks besitzt. Bei allen anderen Banneranbietern oder auch auf Facebook kann man bei guter Optimierung locker auch auf 20cent oder weniger pro Klick kommen.

Zeit besser nutzen?

Drei gezeichnete Businessfrauen, die vor einer Stoppuhr posieren Nehmen wir einmal an, ich hätte in den zehn Stunden Artikel verfasst. Für einen ausführlichen Artikel, wie beispielsweise beim Blogger 1×1 benötige ich Pi mal Daumen drei Stunden. Hätte also gut drei neue Beiträge verfassen können.

Seit dem Start dieses Blogs im Juni 2016 habe ich 34 Beiträge verfasst und alle bisher ohne Marketingbudget veröffentlicht. Im Schnitt hat jeder Beitrag 114 unique Besucher erhalten und er wird zukünftig sicher auch immer mal wieder einen Besucher über Suchmaschinen bringen.

So hätten drei neue Artikel kumuliert ca. 342 Besucher gebracht. Das wären Klickkosten von 0,27€ bzw. 2,60€ gewesen. Mit dem positiven Effekt, dass ich drei ausführliche Artikel mehr auf der Seite hätte.

Meine Konsequenz aus den 100 Blog-Kommentaren

Ich halte ehrlich gesagt Kommentare verfassen für ein überbewertetes Marketinginstrument. Vielleicht liegt es an der Hilflosigkeit der Toplisten, einfach irgendwelche Tipps veröffentlichen zu müssen. Da sind Blog-Kommentare verfassen natürlich naheliegend, da kostenlos.

Auch zukünftig werde ich das ein oder andere Mal Kommentare auf anderen Blogs verfassen, einfach weil ich gerne diskutiere. Wenn man sich auf eine handvoll Blogs konzentriert, bei denen man immer mal wieder ein qualifizierten Kommentar abgibt, erinnern sich vielleicht auch deren Stammleser eher an einen und kommen vorbei. Aber das ist auch nur Kaffeesatzleserei.

Das Fazit lautet von meiner Seite aus: Kommentiert, wenn es euch Spaß macht. Seht es aber nicht als den heiligen Gral des Blogmarketings an.

 

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Benachrichtige mich:



 

Die Liste der Blogs auf denen ich kommentiert habe, mit allen einzelnen Statistiken findet ihr übrigens hier.

47 thoughts on “Selbstversuch: Was bringen Blog-Kommentare wirklich? (Statistiken inside)

  1. Laura

    Toller Artikel, spannender Versuch! Und was eine Arbeit! Danke fürs teilen deiner Ergebnisse! Und ich kommentiere hier nicht, weil ich dich als Besucher will, sondern weil ich den Artikel wirklich gut fand! 😉

    Reply
  2. Conny

    Wow. Sehr interessanter Artikel. So in etwa hab ich mir das gedacht mit dem „Super-Tipp“, möglichst viele Kommentare zu hinterlassen. Ich hinterlasse auch nur dann Kommentare, wenn ich wirklich was zum Artikel zu sagen habe. Dein Beitrag bestätigt mir persönlich, dass es tatsächlich wenig Sinn macht, auf diese Weise an (viele) neue Leser zu kommen. Danke für deine aufwändige Recherche *like*
    VG
    Conny

    Reply
  3. TheNetzwerker

    Geiler Bericht. Wie kennen uns ja bereits. Dann bin ich wohl einer der wenigen, den du mit diesem Versuch als Leser gewonnen hast. Das war bestimmt nen Haufen Arbeit, aber für mich hat es sich ja gelohnt 😀

    Reply
  4. Marc

    Hallo Robert, bin über den Facebook Newsfeed auf Deinen Artikel aufmerksam geworden un danke Dir sehr für die Veröffentlichung Deiner Testergebnisse. Sicherlich kommt es auch immer mit auf das Themengebiet drauf an, in dem man einen Kommentar hinterlässt. Auf Fashionblogs beispielsweise ist es gang und gäbe, im Kommentar selbst, einen Link zu seinem Blog zu hinterlassen und Leser aktiv zum Besuch einzuladen. Das kann die Rücklaufquote nochmal ein wenig anheben. In anderen Themenbereichen ist das jedoch als spammy verpöhnt und daher garnicht gern gesehen. Dein Test zeigt, dass es sehr aufschlußreich ist, die eigenen Methoden mal auf den Prüfstand zu stellen und die effizientesten bei zu behalten. Danke für Deinen Einsatz! Klasse!

    Reply
    1. Robert Post author

      Hallo Marc,

      freut mich, dass du zu mir gefunden hast.
      Ja, die eigenen Maßnahmen sollte man immer mal einer Prüfung unterziehen und wie heißt es in jeder x-beliebigen BWL-Vorlesung: Was man nicht misst, kann man nicht auswerten oder so 😀

      Reply
  5. Manu

    Krasser Versuch! Dass dieses Ergebnis bei raus kommt, hätte ich nicht gedacht. Habe mir aber schon relativ häufig genau diese Frage gestellt. Mein Blog existiert auch erst seit gut einem halben Jahr und da überlege ich mir natürlich schon, wie man ihn am besten public macht. Damit aber offensichtlich nicht. Danke!

    Reply
    1. Robert Post author

      Bitte 🙂
      Das soll jetzt nicht heißen, nie wieder kommentieren. Da wo es einen wirklich interessiert macht es sicherlich immer sinn. Sei es um dir einen Namen zu machen oder doch den ein oder anderen Backlink abzugreifen. Aber dein Hauptaugenmerk sollte imho auf deinem Content liegen und wie du Besucher wiederholen kannst (Community-Aufbau).

      Reply
  6. Katja von Feel-Good-Moments.com

    Sehr interessanter Versuch! Ich habe das natürlich nie so detailliert betrieben, sondern meist da kommentiert, wo mich das Thema direkt angesprochen hat und das waren meist Food Blogs. Da das ja auch meine Kategorie ist, haben die Seitenbetreiber meist auch bei mir vorbei geschaut und man konnte sich etwas vernetzen.
    Was das Generieren von neuen Besuchern betrifft, stimme ich dir zu. Da habe ich auch das Gefühl, dass kommentieren nicht sooo viel bringt. Ich sehe es eher als ein nettes Instrument, um dem Verfasser des Artikels ein ehrliches Feedback zu geben – egal ob ich jetzt was davon habe oder nicht.

    LG, Katja

    Reply
    1. Robert Post author

      Stimmt, dafür sollte es genutzt werden. Mich haben bloß die Pseudotipps auf diversen Marketingblogs genervt und das wollte ich überprüfen 😀

      Reply
  7. Simone

    Wie cool, das mal quasi wissenschaftlich ausgewertet zu sehen. Tatsächlich kommentiere ich nur Sachen, die ich schön finde oder wozu ich etwas zu sagen/zu diskutieren habe.
    Noch nie hatte ich den Eindruck, jetzt mehr LeserInnen gewonnen zu haben.
    Vielen Dank für den Beitrag und vor allem die viele Zeit, die Du in die Auswertung investiert hast.

    Herzliche Grüße,
    Simone

    * Dieser Kommentar dauerte 12 Minuten, da ich parallel auch noch ein Baby bespaße. 🙂 *

    Reply
      1. Simone

        Danke für Deinen Tipp, allerdings meide ich solche Zeitfresser-Apps seit einer Weile. Viel Erfolg trotzdem!

        Reply
  8. Björn

    Tolles Projekt! Ich nehme mir immer vor zu kommentieren, aber mache es viel zu selten.

    Gerade durch die vielen Social Media Schnittstellen geht das kommentieren wohl verloren, was sehr schade ist.
    Deine Rechnung zeigt zwar, dass sich für die Popularitätssteigerung kommentieren wenig lohnt, wie sehr aber ein Blogbetreiber Kommentare wertschätzen sollte.
    happy Grüße,
    Björn

    Reply
    1. Robert Post author

      Stimmt, auch ich bin froh, wenn ein Kommentar reinkommt.
      Jetzt merke ich aber, bei so vielen Kommentaren ist es halt wirklich schwer selbst den Kommentierenden wertzuschätzen 😀

      Reply
  9. Christina

    Ha, jetzt ist es schwarz auf weiß, danke für deinen Versuch! Gerade heute hatte ich nochmal die Diskussion mit meinem Freund, ob ich wirklich so viel Zeit ins Kommentieren stecken sollte. Meine Antwort: von den meisten kommentierten Seiten kommt nichts zurück – sogar dann, wenn ich bei Kommentier-Runden mitmache, wo ja eigentlich JEDER antworten sollte. Welch ein Timing, dass du diesen Artikel jetzt veröffentlichst. Danke dafür!

    Reply
  10. Cordula Natusch

    Hallo Robert,
    Danke für den Text, den Selbstversuch und den Artikel, um die Ergebnisse online zu stellen. Ich persönlich glaube (ohne das durch irgendwelche Maßnahmen belegen zu können – das sind reine Erfahrungswerte), dass eine Mischung aus den unterschiedlichen Maßnahmen zum Erfolg führen. Und die wichtigsten Faktoren haben mit Kommentieren, Liken etc. überhaupt nichts zu tun: Das sind m. E. Geduld (der Blogerfolg kommt nicht über Nacht, auch wenn das immer wieder einige Leute behaupten), Konstanz (regelmäßiges Veröffentlichen von Beiträgen ist entscheidend), Qualität (wenn die nicht stimmt, kommen die Leser vielleicht einmal vorbei, aber dann nie wieder) und genaue Kenntnis der Zielgruppe (denn nur dann kann ich auch Texte schreiben, die meine Leser wirklich interessieren). Dann klappt das auch mit dem Google-Ranking.
    Viele Grüße und noch mal vielen Dank
    Cordula von http://www.arbeiten-im-sekretariat.de

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    1. Robert Post author

      Das stimmt. Ich sehe es gerade in den Facebook-Gruppen. Da habe ich auch immer mal wieder Leuten geholfen und andere Beiträge kommentiert. Was vielleicht auch dazu geführt hat, dass dieser hier jetzt so eine gute Sichtbarkeit hat.

      Ich werde in Zukunft noch mehr so Mythen den Selbsttest unterziehen und komme dann vermutlich genau auf das Fazit „Die Mischung machts“ 😀

      Reply
        1. Robert Post author

          Ich geb mein Bestes. Blogparaden hab ich noch im Visier. Gastbeiträge weiß ich noch nicht, ob ich mir den Aufwand antun möchte 😀

          Reply
  11. Horst

    Servus Robert!

    Danke für den Artikel und die Mühe mit der Auswertung! Grundsätzlich denke ich, dass dein Resüme schon sehr viel Wahres in sich trägt :).

    „Kommentiert, wenn es euch Spaß macht. Seht es aber nicht als den heiligen Gral des Blogmarketings an.“

    Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung ergänzen: Kommentare bringen am ehesten dann direkt Besucher, wenn dein Blog sich mit einem zumindest verwandten Thema beschäftigt. Wenn bei mir ein Wander- oder Reisefan kommentiert, schaue ich mir die Seite auf jeden Fall an, wenn es aber um ein Thema geht, welches mich persönlich nicht interessiert (was oft an der Url schon erkennbar ist), dann folge auch ich dem Link nur selten.

    Have fun
    Horst

    Reply
    1. Robert Post author

      Hallo Horst,

      danke für dein Lob.
      Ja, so mache ich es auch, wenn ich andere Kommentare lesen. Umso ärgerlicher war ja, dass mich sieben themenrelevante Seiten nicht freigeschaltet haben.

      Reply
  12. Felix

    So hier kommt mein Kommentar ob du meinen Blog besuchst oder nicht ist mir wurscht 😉
    Ich habe die gleiche Beobachtung gemacht wie du. Diese Kommentare bringen so gut wie gar nichts. Auf manchen sehr stark frequentierten Blogs evtl. ein bisschen. Ich habe z.b. bei gestern etwas SIN kommentiert und am selben Tag noch 2 Besucher gehabt. Das macht das Kraut aber natürlich auch nicht fett.

    Noch schlimmer finde ich allerdings die Sache mit den Gastartikeln. Da schreibe ich auch keine mehr. Ich habe 3 Gastartikel auf anderen Blogs veröffentlicht. Insgesamt habe ich dafür geschätzte 30-40 Stunden gebraucht. Im Endeffekt muss ich sagen, die Artikel haben kurz nach der Veröffentlichung ein paar Besucher gebracht aber das wars auch schon. Hätte ich diese Artikel bei mir veröffentlicht wären mir evtl. die Backlinks flöten gegangen aber SEO Technisch hätte ich für gute Keywords ranken können (denke ich). Da hätte ich unter dem Strich mehr gehabt von

    Reply
    1. Robert Post author

      Hallo Felix,

      ja, auch hier habe ich das Gefühl, dass das ähnlich hilflose Tipps der Marketer sind.

      Gastartikel machen vermutlich nur bei echt großen Publikationen Sinn und wenn dann auch regelmäßig und am Besten bezahlt. Aber dafür muss man sich auch einen Namen machen. Henne-Ei-Proplem 😀

      Reply
      1. Cordula Natusch

        Auch aus Sicht des Blogbetreibers sind Gastartikel m.E. oft problematisch. Ich habe da eher schlechte Erfahrungen mit der Qualität gemacht. Mittlerweile nehme ich nur noch Kollegen und Kolleginnen als Gastautoren, bei denen ich sicher weiß, dass die sprachlich und inhaltlich vernünftige Texte liefern. Sonst ist der Aufwand für mich viel zu groß.
        Gruß Cordula von http://www.arbeiten-im-sekretariat.de

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  13. Janina

    Hallo Robert,

    dein Selbstversuch ist ja wirklich interessant, was für Aufwand, die ganzen Kommentare über so einen langen Zeitraum im Auge zu behalten.
    Allerdings finde ich den Gedanken etwas schade, dass jemand nur zum Selbstzweck einen Artikel kommentiert. Selbst wenn er dabei versucht einen gewissen „Mehrwert“ zu schaffen. Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar und erwarte auch bestimmt keine Romane, einen freundlichen Zweizeiler mit einem Lob, einer klugen Anmerkung oder einer schlichten Nachrfrage finde ich viel authentischer.
    Denn genau das sollte die Kommentarfunktion bewirken. Leser sollen einfach die Möglichkeit haben, auf das Thema das Artikels eingehen zu können – und zwar weil es sie interessiert und nicht um damit Besucher zu bekommen.
    Ich erwarte auch nicht, dass ein Blogger gleich bei mir vorbeischaut, nur weil ich seinen Artikel kommentiert habe. Kommentare sind ein Raum für Diskussion und weniger Marketinginstrument.
    Allerdings sind gerade über die Kommentare schon die interessantesten Kontakte zu anderen Bloggern entstanden und oft ergeben sich dann daraus ganz neue Möglichkeiten und Kooperationen – ganz ohne das forciert zu haben.
    Hoffentlich hat dir dein Selbstversuch das Kommentieren nicht verleidet. Es gibt so viele tolle Artikel und ein Kommentar ist immer eine hervorragende Würdigung des Autors 😉

    Viele Grüße

    Janina

    Reply
    1. Robert Post author

      Du hast in allen Punkten recht. Aber vielleicht bewirkt mein Artikel ja genau das, dass man sich wieder zurückbesinnt und nur kommentiert, wenn man auch was zu sagen hat.
      Was ich im Übrigen ja auch gemacht habe, sonst hätte ich den Versuch in zwei Tagen und nicht in acht Monaten durchgezogen 😀

      Reply
  14. Judith

    Ich halte Kommentare verfassen für Klicks auch für ein eher sinnloses Unterfangen. Das hat in meinen Augen in Zeiten VOR Facebook (also als Facebook die Haupt-Traffic-Quelle für Blogs war) vielleicht gut geklappt. Ich verfasse hier nun trotzdem eines, weil ich damit sagen möchte: wo ich das Bedürfnis habe, hinterlasse ich auch einen Kommentar. Wofür Kommentare sonst noch Sinn machen ist z.B. in Sachen Networking. Ich habe schon Einladungen zu Gastbeiträgen oder Interviews über Kommentare erhalten und daraus resultieren dann natürlich deutlich mehr Klicks, ganz abgesehen, dass man durch so etwas bei guter Qualität seinen Namen verbreitet und sein Image aufpolieren kann.
    Und JEIN: mit dem Blog kann man natürlich Geld verdienen. Ich rechne da nicht meine Kosten in Kommentar-Zeit auf Klicks um oder umgekehrt. Meine Preise für Sponsored Posts usw. sind genau kalkuliert, wie ich das auch für ein Magazin machen würde. Die bessere Idee ist es natürlich, zusätzlich Produkte zu verkaufen. Das ist nachhaltiger. Aber ein wenig Geld mit meiner Reichweite zu verdienen nebenbei schadet auch nicht.

    Kommentare nicht einmal freizuschalten auf Blogs halte ich übrigens für eine Unart. Dabei kann es sich eigentlich nur um schlecht gepflegte Seiten handeln. Aus meiner Sicht ist es noch dazu wenig professionell. Man könnte die Kommentarfunktion auch einfach abschalten, wenn man keinen Bock darauf hat…

    Reply
    1. Robert Post author

      Danke für deinen Einblick in deine Erfahrungen.
      Die Milchmädchenrechnung habe ich nur gemacht, da man ja trotzdem gerne Sachen und Dienstleistungen einen Wert zuweist um es vergleichbar zu machen 🙂

      Reply
  15. made with Blümchen

    (Bitte lösche diesen Kommentar, falls er jetzt zwei Mal erscheint. Ich habe den Eindruck, beim ersten Mal ist etwas schief gelaufen. Oder du hast ihn noch nicht freigegeben.)

    Hm. Für mich ist das Kommentieren auf anderen Blogs kein Weg, mehr Besucher/innen zu bekommen. Diese Sichtweise ist mir ganz neu und auch ein bisschen befremdlich. (Ich würde auch nie, nie, niemals Kommentare kaufen wollen.) Gut, mein Handarbeits-Blog ist reines Hobby und das soll er auch bleiben, von daher spare ich mir die ganzen Zahlenspielereien, Klicks zählen, der Aufwand für diese Auswertungen ist mir echt zu hoch. Und mir auszurechnen, wie viel Content ich in derselben Zeit produzieren hätte können, geht für mich am Sinn des Kommentierens vorbei.

    Für mich ist Kommentieren eine Form der Anerkennung für die Arbeit und das Hirnschmalz, die eine andere Bloggerin in ihren Beitrag gesteckt hat. Es kommt oft vor, dass die andere Person dann bei mir vorbeischaut und ihrerseits einen Kommentar hinterlässt. Wir haben uns gegenseitig wahrgenommen. Durch das regelmäßige Kommentieren bei anderen und deren Zurückkommentieren haben sich für mich richtige Bloggerfreundschaften entwickelt, die Frauen habe ich dann zum Teil sogar schon persönlich getroffen. Kommentieren hat für mich mit Respekt und mit Wertschätzung zu tun, mit dem Aufbau sozialer Beziehungen zu anderen, bei denen ich gerne lese. Neue Ideen entstehen, man inspiriert sich gegenseitig. Das ist im besten Fall ein gegenseitiges Geben und Nehmen, in den Kommentaren ergeben sich manchmal richtige Gespräche zu einem Blogpost. Von daher habe ich aber auch mein Abonnement einiger Blogs wieder gelöscht oder kommentiere dort nicht mehr, wenn nach einigen Kommentaren einfach gar keine Rückmeldung bzw. kein Rückbesuch erfolgt.

    Beim Kommentieren geht es für mich nicht um die Quantität sondern um die Qualität: Ich kann gerne auf 100 „Ach ist das hübsch!“ Einzeiler verzichten, wenn ich dafür ein bis zwei ausführliche Kommentare bekomme, bei denen ich merke: Die Person hat meinen Artikel zu Ende gelesen, sich Gedanken dazu gemacht UND nimmt sich auch noch die Zeit, mir diese Gedanken mitzuteilen. Dieser Gedankenaustausch ist für mich das Soziale an den Social Media, das, was für mich das Bloggen spannend macht und mich bei der Stange hält.
    lg, Gabi

    PS: Danke für diesen Blogpost, ohne den ich mir diese Gedanken nicht gemacht hätte und nicht so klar zusammenfassen hätte können! Aber ich merke gerade: Ich vermisse hier die Möglichkeit, die Kommentare zum Blogpost zu abonnieren. Wenn Du diese Funktion freischaltest, bekomme ich eine automatische Benachrichtigung per E-Mail, wenn Du meinen Kommentar zurück kommentierst. Damit hätte ich die Möglichkeit, bei Bedarf wiederum zu antworten und es könnte sich ein Gespräch entwickeln.

    Reply
    1. Robert Post author

      Vielen, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Der ist aus unerfindlichen Gründen leider in den SPAM-Ordner gerutscht.

      Stimmt, die Funktion gibt es bei mir nicht. Mal schauen, wo die hinverschwunden ist.

      Reply
      1. made with Blümchen

        Du hast einen WordPress Blog. Bei mir ist die Funktion im Backend unter „Einstellungen/ Diskussion“ und dann „Jetpack Abonnement Einstellungen“. Ich weiß jetzt gar nicht, ob es die Funktion auch ohne Jetpack gibt, bilde mir aber ein, dass schon. lg, Gabi

        Reply
  16. Tina

    Hallo Robert, vielen Dank für diesen Beitrag. Du hast mich nun dazu angespornt, mir ebenfalls mal eine Liste anzulegen bei wem ich kommentiere, ob mein Kommentar freigeschaltet wird und : Ob ich eventuell auch mal eine Belohnung bekomme und jemand sich die Mühe macht, bei mir zu kommentieren. 😉
    Aber deswegen hinterlasse ich keine Kommentare, ich trage meinen „Senf“ dazu bei, wenn mir ein Beitrag besonders gut gefällt ( so wie jetzt gerade in deinem Fall ) oder/und ein Beitrag sehr hilfreich war.
    Denn ich finde es sehr schade, dass in den Zeiten von FB nur noch ein Like hinterlassen wird, ohne überhaupt zu sagen, warum..
    Irgendwie sind die Menschen echt schreibfaul geworden..
    So, wie war das jetzt? Alle guten Dinge sind 3 – bin gespannt ob es dieses mal klappt 🙂
    LG Tina

    Reply
    1. Robert Post author

      Hi Tina,

      danke für dein Lob und toll, dass das mit dem Kommentar doch noch geklappt hat 😀

      Ja, als Statistikfreak hat mir die Auswertung sogar fast Spaß gemacht, obwohl es natürlich sehr viel Fieselarbeit war.

      Reply
      1. Tina

        Das glaube ich dir gerne, dass dies eine reine Fummelarbeit war. Ich danke Dir jedenfalls dafür und somit weiß ich definitiv, was nun auch auf mich zukommt 😉

        Reply
  17. Meike Oltmann

    Ich denke es hält sich hier wie viele Dinge im Netz: Es gilt nicht zu „verallgemeinern“!Es kommt auf das Thema, den Zeitpunkt und das Umfeld an. Ich mache mit Kommentaren (Umfeld Recht, Wirtschaft, Politik) gute Erfahrungen und diese bringen nicht immer viele Besucher, dafür jedoch oft qualitative Links und Quervernetzungen. Ich kann mit 100 Kommentaren wenn diese passend gewählt werden mehr erreichen als mit 1000 und suche gezielt Mögichkeiten, bei denen nicht schon hundert andere Menschen gepostet haben. Ebenso lese ich kaum bis gar nicht längere Kommentare als meinen hier 😉

    Reply
  18. Tanjas Bunte Welt

    Sehr interessanter Post, aber gerade das Besuchen und Kommentieren sollte nicht nur aus Eigennutz entstehen und eine taktische Maßnahme für den eigenen Blog sein. Klar kommt Traffic durch Kommentare, aber man sollte nie davon ausgehen, dass dadurch Massen heranströmen oder ein Gegenbesuch kommt. Obwohl es der gute Ton eigentlich sagt, es sollte so sein. Das mit der Nicht-Freischaltung eines eigenen Kommentares auf einen Blog kenne ich auch, leider.
    Liebe Grüße

    Reply
  19. Alex K.

    Wenigstens hat dieser Artikel für rege Diskussion gesorgt. Somit wird noch gerne kommentiert. Sehr schöner Test. Habe selbst schon daran gedacht. Ich stelle auch vermehrt fest, dass die Kommentare nicht freigeschaltet werden. Finde es auch zunehmend schlecht, wenn auf einem Blog ein Kommentar abgegeben wird und der Autor nicht mal die Seite anschaut.

    Reply
  20. Beatrix Andree

    Hallo Robert,
    was für ein interessanter Versuch!
    So wie ich das verstehe, hast du 100 verschiedene Blogger kommentiert. Das ist eine unglaubliche Leistung.
    Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass der Marketingeffekt erst dann zustande kommt, wenn man öfters beim gleichen Blogger kommentiert. Dann wird diese Person neugierig und schaut bei einem selbst vorbei und kommentiert vielleicht auch den eigenen Blogbeitrag. Ist natürlich nur eine Vermutung.
    Viele Grüße,
    Beatrix

    Reply
    1. Robert Post author

      Ja, das glaube ich auch.

      Bei den Blogs, die ich regelmäßig lese, kommentiere ich auch weiterhin.

      Reply
  21. David

    Hallo Robert,

    super, dass du selber testest, statt nur zu glauben, was andere erzählen.

    Ich nutze die Kommentar-Technik ein wenig anders und es kommen Leser dadurch.
    Aber diese Technik spielt mehr über Bande.

    Jeder meine Artikel ist auf ein oder mehrere Keywords optimiert.
    Für diese Keywords suche ich bei Google die TOP100.

    Auf jedem passenden Treffer (ist ein Blog? ich kann kommentieren? passt thematisch?) schreibe ich einen Kommentar, der Mehrwert stiftet. Manchmal ergänze ich den Artikel im Kommentar und wenn es super passt, dann verweise ich auch auf meinen passenden Artikel. Dadurch kommen ein paar wenige Leser zu mir, aber …

    Durch den Backlink-Aufbau relevanter Quellen steigt mein Ranking bei Google. Und darüber finden die Leser meinen Blog. Wichtig ist, dass deine URL irgendwo drin steht. Und sei es im Website-Feld.

    Und ich kommentiere auch immer als natürliche Person. Mit Keywords als Namen kommentieren finde ich auch ein No-Go und nicht SinnSTIFTend.

    SinnSTIFTende Grüße,
    David

    Reply
    1. Robert Post author

      Stimmt, obwohl da dann interessant wäre, wie viele Leute dein Kommentar dann freischalten mit der offensive Vorgehensweise. Denn das ist ja offensichtlich, dass du sie nutzt um beim gleichen Keyword vor ihnen zu landen. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, ob ich das bei mir zulassen würde oder dich anschreiben würde und dir sage, ich entferne deinen Link.
      So sinnstiftend dieser dann auch sein mag 🙂

      Und wie gesagt, meine Kommentare waren zu 95% auch sinnvoll^^

      Reply
      1. David Goebel

        Meine Erfahrungen dazu sind tendenziell gut. In einem eng-umkämpften Gebiet wie „passives Einkommen“ wurden meine Kommentare schon abgelehnt, eben wegen dem Wettbewerbsgedanken.

        Aber in dem Umfeld, in dem ich mich eher tummel (Trainer, Coaches und Berater), da ist gegenseitige Unterstützung Standard. Die sehen den Win-Win für beide Seiten. Denn durch meine „hoffentlich hochwertigen“ Kommentare, wird der Artikel noch besser und runder.

        Ohne eine Statistik zu führen, würde ich rückblickend auf ein Jahr schätzen, dass 80& der Kommentare freigeschaltet wurden, bei 15% fehlte die Pflege der Kommentare, diese Blogs schienen nicht mehr aktiv betrieben zu werden. Und nur bei 5% wurde mein Kommentar mit Hinweis auf Werbung abgelehnt.

        Reply

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