Author Archives: Robert

Indie Gaming-App Marketing: Gar nicht mal so einfach

Tom und Ich halten ein Schild hoch in dem wir uns für die guten Bewertungen der Indie Gaming App Spoontastic Baby bedanken

Tom und ich (v.R) bei der Promotion unserer Gaming-App

Man muss sich das in unserem Gemeinschaftsbüro so vorstellen: Ungefähr täglich hat irgendwer eine Idee für ein Produkt, eine Dienstleistung, eine App oder was auch immer. Meistens spinnen wir nur einen Kaffee oder ein Mittagessen lang herum. Wenn die Idee jemandem sehr am Herzen liegt auch mal länger. Ganz selten wird daraus ein konkretes Projekt, wie auch bei meiner ersten Gaming App Beteiligung.

Die Idee ist ungefähr vor zwei Jahren aufgekommen als Tom, mit dem ich gemeinsam das Büro betreibe sein Töchterchen bekommen hat. Er meinte, dass es doch recht witzig sei, sein Kind zu füttern und das sich fast wie ein Geschicklichkeitsspiel anfühlt. Somit war das grobe Konzept eines Spiels geboren: Ein Fütterspiel mit einem süßen Baby und Geschicklichkeitselementen.

Von Beginn an war das Ziel, dass die Erstellung des Spiels einen überschaubaren Aufwand besitzt und am Ende vorzeigbar sein muss. Der hauptsächliche Grund für die Entwicklung war eigentlich nur, dass wir gerne auch einmal ein Spiel herausbringen wollten und uns klar war, dass es nichts Großes sein kann, da wir dafür nicht so viel Zeit und Geld zur Verfügung haben.

Schnell hatten wir mit Jonas auch einen Gamemaker-Spezialisten ins Team gelotst. Wie bei jedem meiner Projekte hat sich die Suche nach einem Grafiker, der Bock auf die Geschichte hat und bestenfalls umsatzbeteiligt mitarbeitet als nicht einfach erwiesen. Am Ende haben wir die Spielegrafiken zu einem fairen Preis zugekauft und mit Tom Drexl auch jemanden an Board gehabt, der sich mit dem Projekt identifizieren konnte, was auch die Kommunikation sehr einfach gestaltete.

Herausgekommen ist vor etwa drei Monaten mit Spoontastic Baby wie ich finde ein kurzweiliges, vorzeigbares Spiel. Im Gesamten betrug der Aufwand schätzungsweise 550h. Also schon mehr als wir uns naiver Weise vorgestellt haben (200-300h).

Indie Gaming-App Marketing erwies sich als schwierig

Bisher hat sich der Aufwand leider gefühlsmäßig nicht ausgezahlt. Der Downloadzähler zeigt bisher lediglich 302 Installationen an. Doch an was liegt das? Was hätten wir und vor allem ich besser machen können? Das lässt sich vielleicht besser einschätzen, wenn man sich die getroffenen Marketingmaßnahmen im Einzelnen ansieht.

Diagramm mit den Installationen von Spoontastic Baby von Release bis jetzt

Social Media Marketing

Natürlich war das Ziel vor allem in den sozialen Medien irgendwie einen Erfolgshit zu landen. Möglichst mit gar keinem Budget. Ein bisschen was haben wir am Ende dann doch ausgegeben.

Facebook

Das Hauptaugenmerk der Social Media Marketingaktivitäten lag auf Facebook. Anfang Dezember 2016 habe ich den ersten Post dazu abgesetzt.

Mein Hauptziel war es eigentlich, Content für die ganzen Indie-Game Gruppen zu generieren, die es auf Facebook gibt, um so an kostenlose Sichtbarkeit zu kommen. Schließlich haben die einzelnen Gruppen bis zu 42.000 Mitglieder.

Ein kleiner Erfolg ist mir dahingehend gleich am 6. Dezember gelungen. Mit meinem Beitrag „Evolution of interface Ideas“ habe ich in der Gruppe Indie Game Chat tatsächlich eine kleine Diskussion auslösen können, sodass den Beitrag ohne Werbung über 3.500 Leute erreicht hat. Likes für die Hauptseite brachte es glaube ich lediglich einen.

Screenshot des Facebook Beitrages zur Evolution des Interface Designs von Spoontastic Baby

Es ging gleich gut weiter. An Heiligabend habe ich eine Facebook-typische Umfrage veröffentlicht, bei der die User abstimmen sollten, ob ihnen ihr Weihnachtsgeschenk gefallen hat. Hier habe ich mit 15€ ein bisschen nachgeholfen. Das hat sich auch gelohnt.

10.200 Leute hat der Beitrag erreicht (davon 6.900 bezahlt). Beeindruckender waren aber für mich die 463 Likes. Natürlich habe ich jeden einzelnen dazu aufgefordert auch meine Seite zu liken. Dadurch sind ca. 40 Likes auf der Hauptseite hinzugekommen, was wie ich finde ein guter Wert ist.

Weihnachtsgrafik zum Voten für Spoontastic Baby

Diesen Erfolg habe ich letzten Monat versucht zu replizieren und eine ähnliche Grafik mit einer noch banaleren Frage nach dem Wetter veröffentlicht. Dieses Mal nur mit einer 10€ Anschubfinanzierung. Das hat gar nicht funktioniert und nur neun Reaktionen verursacht.

Den Release-Trailer (25€) und den Ankündigunspost (9€)  haben wir ebenfalls beworben, jedoch auch mit sehr enttäuschenden Ergebnissen.

Zwischendrin habe ich immer mal wieder ein Gameplayvideo veröffentlicht und in der Gruppe Indie-Game Promo geteilt. Hier wurde ich mittlerweile nach einer Verwarnung ohne mir mitzuteilen, welche Promo jetzt erlaubt ist und welche nicht, gesperrt.

Auch mein zweiter Versuch, wenigstens durch lokalen Bezug ein paar Downloads zu erhaschen ist schief gegangen. In der beliebtesten Gruppe in Regensburg werden fast täglich Bilder unserer wunderschönen Stadt geteilt. Ich habe hier den damaligen Praktikanten Simon, der gut mit der Kamera umgehen kann, gebeten ein paar Fotos der Stadt zu machen und das Baby einzubauen. Also habe ich mir tatsächlich viele Gedanken gemacht, passenden Content zu produzieren um nicht nur Spam zu posten. Aber auch dieser Beitrag wurde ziemlich schnell gelöscht und einige Leute haben mich deshalb sogar sehr harsch angefeindet.

Unser spoontastisches Baby in Regensburg vor der Steinernen Brücke

Unser spoontastisches Baby in Regensburg vor der Steinernen Brücke

Zum Release habe ich neben dem Trailer noch ein witzig-provozierendes Bild gestaltet und mit 50€ gepushed. Die Ergebnisse waren mit einer Beitragsreichweite von knapp 24.000 Views und 7 Cent je Interaktion doch recht ordentlich. Leider hat es trotzdem nicht dazu geführt, dass das Bild irgendwo aufgetaucht wäre. Zum Beispiel auf Reddit oder auf einer anderen Webseite.

Eine Mutter die entbindet und es kommt das Spoontastic Baby heraus.

Reddit

Apropos Reddit. Hier habe ich es ganz verkackt, da ich mich im Vorfeld nicht darüber informiert habe, wie streng die Regeln in den einzelnen Subreddits sind. Deshalb habe ich meinen Beitrag nur in einem Werbechannel untergebracht. Natürlich hat den auch keine hochgevoted. Ich denke hier muss man sich wohl oder Übel länger auseinandersetzen und vielleicht auch eine Hand von Freunden in der Hinterhand haben, die initial voten.

Mein letzter Anlauf wird sein, dass ich diesen Beitrag ein wenig abgewandelt auf englisch übersetze und ihn dort in eine Indie-Game-Gruppe schreibe, in der Hoffnung, dass halbwegs nützlicher Content zu ein bisschen Aufmerksamkeit führt.

Twitter

Bei Twitter war der Plan eine aggressivere Strategie zu fahren. Hier habe ich einen Account angelegt und ziemlich mit Votebots übertrieben. Die Idee war, vor dem Release schon ein paar hundert bis tausend Follower zu haben. Pustekuchen, das hat nicht geklappt und mein Account wurde gesperrt.

Beim zweiten Account habe ich eigentlich die Beiträge von Facebook mitveröffentlicht und den ein oder anderen getrendeten Hashtag versucht auszunutzen. Das hat eher mäßig geklappt. Und das obwohl ich meinen Praktikanten nach jedem Posting aufgetragen habe, Beiträge in der Zielgruppe händisch zu liken und zu kommentieren. Hier ist relativ wenig zurückgekommen, außer ein weiterer kurzfristiger Ban.

Ich habe vermutlich nicht das optimale Potential von Twitter herausgekitzelt, weil ich auch die etablierten Tage wie den #ThrowbackThursday und den #ScreenshotSaturday nicht beachtet habe. Das lag hauptsächlich daran, dass ich kein Autoposting-Script verwende und an den Tagen oft einfach nicht daran gedacht habe.

Youtube

Wie ihr an den eingebetteten Videos hier erkennen könnt, besitzt Spoontastic Baby auch einen eigenen Youtube-Channel. Hauptsächlich aber um die Videos einbettbar zu machen.

Mehr Hoffnung habe ich auf den Kanal unseres Game Maker Spezialisten Jonas gesetzt. Er hat die Werbung zur App auf seinem Kanal mit einem Tutorial verbunden, was auch perfekt zu seinem Channel passt. Das kam bei seiner Fangemeinde auch ganz gut an, was man an den Kommentaren ablesen kann. Aber auch hier blieben die Downloadzahlen überschaubar. Zwei Bewertungen kamen aber nachweislich von dort.

Mund zu Mund Propaganda

Normalerweise versuche ich die Hilfe meiner Freunde nicht überzustrapazieren, da ich ja doch sehr viele Projekte habe und vor allem wegen meiner Fußballberichterstattung während der Saison quasi omnipräsent in ihren Streams bin. Aber bei Spoontastic Baby haben wir, die drei Hauptverantwortlichen diesen Marketing-Kanal exzessiv genutzt.

Leider auch mit der ein oder anderen Problematik, die wir vorher nicht auf dem Radar hatten. Am Besten hat es eigentlich funktioniert die Leute direkt auf Facebook anzuschreiben und sie zu bitten, die App herunterzuladen. Ich habe es nicht auf die billige Methode gemacht und alle meine ~450 Freunde in einem Sammelchat angeschrieben, weil das ultra nervig ist. So wurde jeder einzeln angeschrieben. Leider hat mir Facebook nach rund 200 Nachrichten verboten noch ein Chatfenster zu öffnen.

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ich darf meine eigenen Freunde nicht belästigen, obwohl ich so etwas noch nie gemacht habe. Was wäre, wenn ich eine große Hochzeit oder einen Geburtstag plane? Ich kann diese Spamschutzmaßnahme schon verstehen, bei fremden Leuten, aber nicht bei Leuten die mich kennen. Sollen sich mich halt entfreunden, wenn ich ein Spam-Depp bin.

Visitenkarten mit der Werbung von Spoontastic Baby ausgeteilt auf einem SchreibtischFür mein privates Profil habe ich auch extra einen Beitrag verfasst, der ist natürlich auch ganz gut angekommen. Nach der Message-Blockade stagnierten allerdings die Downloadzahlen. Ohne direkte Aufforderung geht vermutlich die personalisierte Werbung einfach im jeweiligen Facebook-Stream unter.

Wir haben sogar Visitenkarten drucken lassen und sie unter Freunden und Bekannten verteilt. Auch in dem ein oder anderen Geschäft und Bar habe ich sie zufällig liegen lassen. Aber auch das hat bisher nicht gefruchtet (obwohl ich es vorausgesehen habe, versucht man es trotzdem in der Verzweiflung).

Der Traum der Topliste

Ziel war es natürlich auch irgendwie in die Topliste der Downloadcharts zu kommen. Ehrlich gesagt habe ich mich davor gar nicht großartig darüber informiert, wie viele Downloads man benötigt um gelistet zu werden. Das hätte mir vermutlich eh die Motivation geraubt. Der Playstore listet die Top 540 Neuerscheinungen auf. Der letzte Platz hat laut der Anzeige 10.000 – 50.000 Downloads.

Da dort auch ziemlich viel Schrott gelistet ist, glaube ich ehrlich gesagt nicht, dass alle Platzierungen organisch gewachsen sind, sondern dass auch schon in vielen schlechten Apps enormes Marketing -Budget dahintersteckt. Vermutlich auch viele gekaufte Downloads.

Um ein bisschen hervorzustechen, haben wir uns auf Bewertungen konzentriert und natürlich auch in der Mund zu Mund Propaganda die Leute gebeten, dass wenn ihnen das Spiel gefällt auch fünf Sterne zu hinterlassen. Das hat zu beginn auch ganz gut funktioniert und hat uns als Team auch mächtig motiviert. So sehr, dass wir ein Dankesvideo für die 60. Fünfsternebewertung gedreht haben. In diesem haben wir uns für unsere Verhältnisse sogar ein bisschen zum Affen gemacht. Die Aktion ist zwar im Freundeskreis sehr gut angekommen, darüber hinaus hat es keinen interessiert.

Die Ernüchterung kam prompt ein paar Wochen später. Da hat uns Google fünfzig Bewertungen gestrichen. Sodass wir jetzt bei rund 13 Bewertungen herumdümpeln.

Das Pressemeldung Fiasko

Mein vermeintlich größter Trumpf waren eigentlich meine Medienkontakte aus meiner Zeit, als wir noch einen Gaming-Blog betrieben haben. Hier hat eine Agentur einmal den klassischen Fehler begangen und all Ihre Journalistenkontakte nicht im BCC sondern im CC versendet. So habe ich eine gute Liste internationaler Journalisten, von wirklich renommierten Verlagen, aber auch viele kleine- und mittelgroßen Blogs. Also eine gute Mischung, die ich auch noch weiter aussortiert und ergänzt habe.

Da mir klar war, dass ein popeliger Release keinen dazu verleitet, extra eine Newsmeldung zu verfassen, war auch das Releasedatum weise gewählt. Der 2. Mai ist nämlich der „internationale Tag des Babys.“ Da solche Tage den Redakteuren immer ganz Recht kommen um Lücken zu füllen, habe ich gehofft, dass in Kombination mit dem Tag des Babys die Newsmeldung zur Veröffentlichung unseres Baby-Games ganz gute Chancen hat erwähnt zu werden.

Also, Pressemeldung geschrieben, Presskit zusammengestellt und eine lustige Email-Anschrift überlegt. So dass es sich eben nicht wie eine 0815 Pressemeldung anfühlt.

Schon im Vorfeld hatte ich Bedenken, dass bei der Masse an Mails etwas schief gehen könnte. Am Liebsten hätte ich einfach Mailchimp benutzt, hatte da aber zu große Bedenken wegen dem deutschen Datenschutzrecht. Es ist ja schon Heikel Leuten ungefragt eine Mail zuzusenden, wenn man ihre Daten dann auch noch einem Newsletterdienst ungefragt anvertraut, wird der ein oder andere wohl zurecht sauer sein und evtl. rechtliche Schritte einleiten.

*Eigenwerbung* Spoontastic Baby für Andorid herunterladen:

Get it on Google Play

 

Wie es kommen musste, wurden bei den meisten Email-Servern meine Mail als Spam eingestuft, vor allem bei den Rund 40% die bei Gmail (auch trotz eigener Domain) waren ging gar nichts durch. Leider kam die Fehlermeldung dazu teilweise fünf Tage später, da wars schon rum ums Eck. Bei den Rückläufern, die früher zurückkamen, habe ich es sogar mit einer eigenen Gmail-Adresse versucht zu versenden, aber auch hier ging nichts durch. Das war schon wahnsinnig frustrierend.

Auch schwirrte einmal eine Liste mit rund 1.500 Adressen von Youtubern mit Gaming-Channels im Internet herum, die mittlerweile gelöscht ist. Natürlich habe ich sie mir damals gesichert und auch die haben meine Pressemeldung (größtenteils nicht) erhalten.

Ich weiß nicht, ob wirklich jemand berichtet hätte. Allerdings war hier wirklich viel Aufwand einfach ohne eine Chance auf Erfolg für die Katz. Vermutlich war es auch verhinderbar hätte ich alle Punkte meiner eigenen Mailserver Spam-Checkliste selbst beherzigt

Foren & Newsportale

Da das Foren-Medium fast ausgestorben ist, habe ich auch hier nicht viel machen können. In den Foren, in den ich eine mögliche Kategorie gefunden habe, habe ich die App promotet. Das hat aber maximal 10 Downloads gebracht und locker 3-4 Stunden Aufwand gekostet.

Eine Idee war auch einige Newsmeldungen auf dem Newsportal IndieDB zu verfassen, das doch recht bekannt ist. Leider darf man dort keine Handy-Games bewerben, also musste ich auf die Schwesterplattform Slidedb ausweichen. Die ist freilich sehr bescheiden frequentiert, sodass die Launch-News bis jetzt ganze 84 Besucher erhalten hat. Bei der zweiten News kamen nur noch 64 Leser zustande. Auch das ist den Aufwand einfach nicht wert.

Zielgruppe?

Ein Problem, das allerdings schlecht messbar ist, war, dass die Zielgruppe für das Spiel viel zu klein ist. Es ist ein Spiel, das sich optisch vermutlich eher an Frauen richtet, vom Spielstil (Arcarde-lastig) aber eher Männer anspricht.

Trotzdem finden die meisten Leute das Spiel schon für eine gewisse Zeit toll. Aber nicht so toll, dass sie ihren Freunden davon erzählen. Es gibt auch keine sozialen Rewards, die haben wir uns aus Aufwandsgründen gespart.

Ein Kind im Auto Kindersitz mit quengelndem Gesicht.

Ein quengelndes Kind im Auto? Der Baby-Modus von Spoontastic Baby schafft Abhilfe!

Wir haben auch noch einen sogenannten Baby-Modus eingebaut, in dem ist es nicht möglich zu verlieren und das füttern ist sehr einfach gehalten. Dies können Kleinkinder auch schon sehr gut bedienen. Mein Neffe ist zum Beispiel ein echt nerviger Geselle bei einer Autofahrt. Wenn man ihm jedoch das Smartphone in die Hand drückt und den Baby-Modus aktiviert, dann ist er tatsächlich teilweise 20 Minuten ruhig. Und auch die größten „Smartphone bei Kindern Kritiker“ geben vermutlich bei langen Autofahrten irgendwann einmal auf.

Aber ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie ich diesen tollen Modus mit unseren Mitteln anpreisen kann. Klar könnte ich versuchen einen Werbespot mit meinem Neffen zu drehen. Der würde aber auch dementsprechend aussehen. Das Beste wäre wohl einen bezahlten Beitrag in einem gut besuchten Mama-Blog / Magazin zu buchen. Aber das ist bei unserem Budget nicht drin. Vor allem nicht, da ich schlecht einschätzen kann, mit wie vielen Downloads ich dabei rechnen kann. Das Ziel muss ja sein, dass die Werbung eine Mund-zu-Mund Propaganda auslöst. Mit Paid-Content habe ich allerdings nur im SEO-Bereich Erfahrungen.

Lessons learned

Es ist wie bei so vielen IT-Projekten. Der Anfangsaufwand scheint immer recht niedrig, wächst dann aber stetig an. Ich habe einige vermeidbare Fehler begangen, jedoch auch den ein oder anderen Marketing Erfolg verzeichnen können. Aber das langt bei weitem nicht in dem mehr als gesättigtem Gaming App Markt mit einem netten, soliden Spiel irgendwie Aufmerksamkeit zu erregen.

Wir haben unseren kleinen Traum vom eigenen, vorzeigbaren Spiel wahr gemacht und viel Herzblut hineingesteckt. Der Zufallserfolg ist uns hier leider nicht gelungen, war aber natürlich nicht einkalkuliert. Trotzdem hofft man im Hinterkopf natürlich immer auf ein Wunder 🙂 Es wäre auch vermessen zu glauben, dass wir in dem großen Gaming-App-Konzert, bei dem schon viel bessere Entwickler gescheitert sind, groß mitreden können.

Für unsere Verhältnisse haben wir uns wacker geschlagen, das Ergebnis ist aber trotzdem recht bitter. Wenn es wenigstens 5.000 Downloads wären, würde es nicht gar so traurig aussehen.

Das soll euch aber nicht davon abhalten, Spiele zu veröffentlichen, wenn ihr Bock darauf habt. Ein paar Fehler könnt ihr ja jetzt hoffentlich vermeiden 🙂

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Meine Selbständigkeit: Arbeitsnachweis April, Mai, Juni 2017

Ein Lego-Schreibtsich vor dem ein Legomännchen sitzt und kritisch schaut.

Da mein letzter Blogeintrag auch eher von persönlicher Natur war, wollte ich eigentlich erst einen allgemeineren Artikel verfassen, bevor ich mit einem weiteren Arbeitsnachweis daherkomme. Aber wie es halt so ist, ist der letzte Arbeitsnachweis schon wieder drei Monate her und der Juli rennt mir auch langsam davon. Weshalb ihr jetzt wohl mit ein bisschen zu viel persönlichem Vorlieb nehmen müsst 🙂

Arbeits- und Produktivzeiten

Wenn ich mir meine selbst ausgedachten Kennzahlen so ansehe, dann war ich im April ziemlich produktiv und effizient, während ich im Juni zwar mit Anwesenheit glänzte aber wieder ein wenig nachgelassen habe, was Produktivität anbelangt.

Nach einem knappen halben Jahr mitloggen zeigt sich aber, dass ca 5:15 h Produktivzeit so mein Durchschnitt sind und es vermutlich vermessen ist zu glauben, dass ich es irgendwie noch großartig ausreizen könnte. Das muss ich dringend in der Planung meiner kommenden Projekte besser berücksichtigen. Denn ich glaube ich war in den letzten Monaten ein bisschen zu verspielt. Vielleicht fehlt tatsächlich auch die monatliche Reflexion 🙂

Arbeits- & Produktivzeit 2017

MonatAnwesenheit pro regulärem Arbeitstag in BayernProduktivitätszeit pro regulärem Arbeitstag in BayernProduktivitätszeit je anwesendem Bürotag
Januar6:45h4:21h5:35h
Februar9:00h5:33h5:33h
März08:45h5:15h5:35h
April09:0206:3506:58
Mai08:5505:4205:27
Juni10:1505:1405:14
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
Zur Vergleichbarkeit möchte ich hier einige Indikatoren erstellen.
Die Arbeitstage in Bayern betragen je nach Monat 18 - 23. Ein Bürotag ist ein Tag, indem ich im Büro war. Natürlich verzerrt ein Tag an dem ich produktiv, jedoch nicht im Büro war, die Statistik. Auch Urlaub/Krankheit wird die Statistik beeinflussen. Trotzdem sind die Zahlen denke ich ein guter Indikator zum Vergleichen und relativ leicht auszurechnen für mich.

Kundenprojekte

Eigentlich alles wie gehabt. Es läuft denke ich ganz gut. Ich bin auf das kommende größere Projekt aus meiner Sicht gut vorbereitet, wenn der endgültige Startschuss fällt. Und bei meinem Dauerauftraggeber versuchen wir zukünftig noch ein bisschen mehr zu kooperieren. Im Wesentlichen bedeutet das, dass ich auch versuche Programmieraufträge an Land zu ziehen und beide Entwicklungsabteilungen besser auszulasten. Wer also gerne eine Anwendung oder ähnliches programmiert haben möchte, kontaktiert mich bitte auf RegSoft 🙂 Aber auch für StartUp Beratung und Inbound-Marketing bin ich weiterhin euer Ansprechpartner.

 

Spoontastic Baby

Anfang Mai habe ich gemeinsam mit Freunden und Geschäftspartner unsere erste Gaming-App für Android veröffentlicht (über einen Download würde ich mich sehr freuen).

Ziel war es ein Spiel zu veröffentlichen, das nicht allzu viel Entwicklungsaufwand bedeutet um zu sehen, wie dieser App-Markt funktioniert und um Lehren daraus zu ziehen. Wir haben ehrlich gesagt viel Lehrgeld bezahlt. Warum das so war, werde ich in einem anderen Blogeintrag zusammenfassen. Mit ein paar Lektionen, die du aus unseren Fehlern lernen kannst, solltest du ähnliches vorhaben.

Hackaton

Im April war ich auf meinem ersten Hackaton. Dort findet man sich ein paar Tage zusammen, in unserem Fall ein Wochenende und entwickelt in einem Team an einer Idee.

Eine ziemlich coole Sache um neue Leute und Firmen kennenzulernen. Aber auch um seine Skills zu erweitern. Vor allem die LAN-Party-Atmosphäre und mal wieder die Nacht im Team durchmachen haben mir besonders imponiert.

Unser Team hat ein Alexa-Skill für Scrum entwickelt, was im laufenden Arbeitsnachweis noch von Bedeutung wird.

Alexa Skill

Durch die Hackaton-Erfahrung wollte ich einen Alexa-Skill entwickeln um WordPress Seiten schnell und einfach in den Skill-Store zu bekommen. Diesen wollte ich hier frei zum Download anbieten. Aus meiner Sicht ist er auch schon fertig entwickelt, aber Amazon gibt ihn mir wegen Kleinigkeiten nicht frei. Bei denen ich aber keine Hilfe finde, was ich falsch mache.

Dann habe ich aus Wut eine andere simplere App in ihrer eigenen Entwicklungsumgebung entwickelt (hier fallen diese Kleinigkeiten weg). Den Skill hätte ich „Tierlaute“ genannt und man hätte Alexa fragen können „Wie macht die Kuh“ und es hätte einen Kuh-Sound abgespielt. Da sich die App aber angeblich an unter 13-Jährige richtet, wurde mir auch der Skill nicht freigeschaltet.

Jetzt bin ich ein wenig frustriert wegen der verschwendeten Zeit. Vor allem weil jetzt das Thema wieder gehyped wird und ich schon gerne davon profitiert hätte.

ANTE-Solution

In den letzten drei Monaten habe ich jeweils ca. 25% meiner Zeit in unsere Aktiennews-Idee gesteckt. Ziel ist es leider immer noch halbwegs aussagekräftige Ergebnisse zu finden um zu entscheiden ob nochmal Geld in die GmbH gepumpt oder ob das Projekt eingestampft werden soll.

Mein größtes Problem in dem Projekt ist vor allem die riesige Datenmenge, die Berechnungen und Simulationen aber auch das Debuggen sehr zeitaufwändig machen.

 

Plötzlich-Selbständig

Es ist schon peinlich, aber ich habe nur einen Blogeintrag in der Zeit geschafft zu verfassen. In diesem berichte ich über meine vergangenen drei Jahre Selbständigkeit und wie ich sie durchgestanden habe.

Blog2Help

Auf meinem Umweltschutzblog sieht es ein klein wenig besser aus.

Hier habe ich es zumindest geschafft meine monatlichen Petitionslisten zu veröffentlichen (Auch wenn Mai & April eine sind). Außerdem noch eine sehr ausführliche Auswertung der Blogparade.

Zeitlicher Balanceakt

Meine Erkenntnis der letzten drei Monate ist, dass immer was zu kurz kommt, wenn ich andere Projekte starte. Zeitlich würde vielleicht trotzdem noch die Zeit für den ein oder anderen Blogbeitrag abfallen. Aber irgendwie kann ich mich dann nicht mehr dazu motivieren. Das ist vielleicht eine faule Ausrede. Aber wenn ich wüsste, wie ich diese (dauerhaft!) überwinden könnte, würde ich es tun 😀

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Drei Jahre Selbständigkeit: So hab ich sie überlebt

Ich (Robert) mit Casual Business Outfit in einer Indoor-Ski-Halle

Business Robert hat meistens einen kühlen Kopf bewahrt 🙂

Ich habe mich im März 2013 offiziell entschlossen, keinen weiteren Werkstudenten-Job mehr anzunehmen und mich plötzlich selbständig gemacht. Das ist jetzt mehr als unglaubliche drei Jahre her, die mir vorkommen wie Monate. Man hört ja auch immer wieder von vielen Seiten, dass die ersten drei Jahre Selbständigkeit die Schwersten seien. Ob das stimmt kann ich euch aber erst bestätigen oder verneinen, wenn ich noch das ein oder andere Jahr daranhänge. Bis jetzt merke ich nur wenig Unterschied 😀

In diesem Beitrag möchte ich eher darauf eingehen, welche Faktoren maßgeblich dafür beigetragen haben, dass ich noch nicht das Handtuch geworfen habe. Dies könnte vielleicht auch für den ein oder anderen hilfreich sein, der sich gerade am Anfang seines StartUps befindet und sich fragt, warum er das alles auf sich nimmt.

Idealismus

Immer wenn ich unter „meinesgleichen“ bin, komme ich zwar nicht mit satten Aufträgen zurück, jedoch werden mir stets lukrative Jobangebote unterbreitet. IT-ler sind anscheinend gesucht in der Branche und wenn ich so am Monatsende auf mein Konto schaue, muss ich eigentlich total bescheuert sein, dass ich nicht eines dieser Angebote annehme.

Aber mein ganzes Dasein war schon immer geprägt davon, etwas eigenes aufzuziehen, sich damit wohl zufühlen und im Idealfall damit die Welt ein klein bisschen besser zu machen. Ich möchte jetzt nicht soweit gehen, dass ich durch meine Selbständigkeit die Welt rette. Aber ich denke schon, dass wir gesellschaftlich auf eine Situation zusteuern indem nur noch wenige Konzerne die Wirtschaft in der Hand haben. Hier möchte ich wenigstens so weit es mir mit meinen bescheidenen Mitteln möglich ist, dagegensteuern. Sei es mit Blog2Help, meinen Versuchen hier, Wissen zu vermitteln, meinen Anstrengungen mehr Open Source zu veröffentlichen oder beim Umgang mit Geschäftspartnern, Mitarbeitern und Kunden.

Dabei will ich große Unternehmen auf keinen Fall verteufeln. Ohne Pioniere wie Microsoft, Google, IBM, Amazon, Facebook und Co. die natürlich nicht alles richtig machen, wären PCs und das Internet bis heute stinklangweilig und ich wäre nicht da, wo ich bin. Allerdings ist meines Erachtens Vielfalt der Schlüssel für stabile Systeme. Vor allem in Krisenzeiten. Daran gilt es zur arbeiten.

Verspieltheit & Abwechslung

Ok, es mag diese fancy Unternehmen geben, in dem Mitarbeiter alle Freiheiten genießen. Doch Selbstbestimmung ist in der Firmenwelt noch nicht so recht angekommen. Ab einer gewissen Größe vielleicht sogar unmöglich umzusetzen. Klar habe ich auch mal Aufträge, bei denen mir für kurze Zeit die Freiheit verloren geht. Aber ich liebe es, Dinge auszuprobieren, mal zu provozieren und zu schauen, ob ein Echo zurückkommt oder zu analysieren, warum eben nichts passiert ist.

Ich fange auch gerne mal Hals über Kopf ein Projekt an um es drei Tage später wieder einzustampfen. Ja, dieses Verhalten hat noch nicht zu dem einen großen Erfolg geführt, den ich mir wünschen würde. Allerdings bin ich erst Ende zwanzig und bei durchschnittlich drei Projekten im Jahr hab ich noch mindestens 150 Pfeile im Köcher 🙂

Keine Arschlöcher!

Grünes, wütendes SmilieIch denke das ist mit der wichtigste Punkt, den man beherzigen sollte, wenn man in seinem Leben weiterkommen möchte. Lass keine Arschlöcher in dein Leben! Egal, ob im Berufsleben, im Privatleben, bei der Kundenakquise, beim Einstellen von Personal oder bei der (Geschäfts-)Partnerwahl. Jeder, der dich herunterzieht und es nicht „wert“ ist gerettet zu werden, wird dir ein ganzes Stück Kraft kosten. Da Energie, Zeit und Motivation keine unendlichen Ressourcen sind, musst du dich von negativen Menschen einfach trennen.

Und negative Menschen sind nicht diejenigen, die dich kritisieren oder skeptisch gegenüber deiner Vorhaben sind! Sondern diejenigen, die dich ohne Grund belächeln, die dich kleinhalten möchten und nicht bereit sind, das Gleiche in eure Beziehung zu investieren, wie du.

Das gilt vor allem bei Geschäftspartnern und in deinem privaten Umfeld. Am Anfang wird dir jeder erzählen, wie schnell du scheitern wirst und wenn du dich länger über Wasser halten kannst, werden die Leute kommen, die dir irgendwas andrehen wollen.

Ich habe mir vor allem am Anfang jedes „Beileidsfeedback“ viel zu sehr zu Herzen genommen. Erst als ich die Leute konsequent ignoriert habe, hatte ich die Energie mir ein vernünftiges Netzwerk aufzubauen. Auch den Umgang mit Auftraggebern musste ich erst lernen, damit ich Abends gut einschlafen konnte. Aber auch hier gilt, lieber einen Euro weniger verdient, als sich stundenlang über jemanden ärgern zu müssen.

Privates- und berufliches Netzwerk

Während ich vor allem durch meine zynische und ironische Art mir die Arschlöcher weitestgehend vom Hals halten hab können, wäre ich ohne konsequentes Pflegen und Ausbauen von Beziehungen schon zehnmal gescheitert.

Wenn du die richtigen Menschen in deinem Umfeld hast, zögere nicht bei Problemen um Hilfe zu bitten. Aber nur, wenn du auch für sie da bist, wenn du an der Reihe bist.

So hat mir mein ehemaliger Mitbewohner Alex immer wieder verziehen, wenn die Miete tagelang zu spät überwiesen wurde. Oder mich mit Tom bekannt gemacht, mit dem ich jetzt gemeinsam ein Büro betreibe, der mir ebenfalls bei jeglichen Probleme hilft so gut es geht und genauso begeisterungsfähig ist wie ich. Unerwähnt soll auch Achmet (aka Daniel :D) nicht bleiben, der mir vor allem mit seiner Gelassenheit am Anfang der Selbständigkeit das ein oder andere Mal die Panik genommen hat.

Da ich aus einer Arbeiterfamilie stamme und alle ziemlich stolz waren, dass ich was vernünftiges studiert habe, war am Anfang die Ernüchterung groß, dass ich meinen Abschluss nicht nutze um gut bezahlt und halbwegs sicher in einem Großunternehmen unterzukommen. Doch auch das konnte ich durch einige Gespräche glattbügeln, sodass ich nun auch große Unterstützung von meinen Eltern erfahre, was nebenbei gesagt unbezahlbar ist.

Büro

Die ersten Monate habe ich versucht von zu Hause aus etwas zu reißen, doch das hat absolut nicht geklappt. Ich bin der Typ, der auf die Uhr schaut und sich denkt, „ach jetzt ist es schon so spät, jetzt lohnt sich das Anfangen eh nicht mehr“ oder „jetzt schaue ich noch eine Folge XY und dann leg ich los“. Und so vergehen dann Stunden und Tage und nichts ist geschafft.

Ich (Robert) in einem noch leeren Bürozimmer

Büro Einzug im November 2014

Das hat sich mit dem Einzug ins Büro sehr verbessert. Zum einen ist unser Gemeinschaftsbüro wirklich groß und toll eingerichtet. Das bringt nicht nur bei Kunden einen seriösen Eindruck, sondern auch bei mir selbst. So kann ich meine Arbeit, die ja quasi nie sofort Ergebnisse bringt auch selbst viel mehr ernst nehmen. Zum anderen ist die psychische und physische Abtrennung zwischen privat und geschäftlich viel besser. Ich versuche alle meine „Pflichtaufgaben“ im Büro zu erledigen und daheim bin ich nur noch bei „Fleißprojekten“ wie bei meinem Blog Plötzlich-Selbständig aktiv.

Und nun dreht sich der Kreis: Auch im Büro wird nach ein paar Erfahrungen, die ich nicht näher erläutern möchte, die Regel „keine Arschlöcher“ durchgezogen. Was zur Folge hat, dass man sich gegenseitig motiviert, wenn mal wieder die Ergebnisse ausbleiben. Oder man schmeißt einfach mal den Grill an und scheißt auf alles.

Und jetzt?

Bisher möchte ich nicht tauschen, auch wenn ich schon gerne längst die eierlegende Wollmichsau erfunden hätte, wie man in Bayern so schön zu sagen pflegt 😀 Wer mich auf dem Weg dahin begleiten möchte, sollte nicht zögern sich in den Newsletter einzutragen, mir ein Facebook-Like zu schenken und/oder mir auf Instagram zu folgen.:

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Natürlich würde ich mich auch freuen, wenn du mir berichtest, wie du deine Selbständigkeit bisher „überlebt“ hast 😉

Meine Selbständigkeit: Arbeitsnachweis März 2017

Schwarze Katze, die auf einem Laptop sitzt

Ich selbst bin dieses Mal sehr auf meine persönliche Arbeitsstatistik für März gespannt. Durch einen dringenden Auftrag hab ich gefühlt ziemlich viel Zeit dafür aufgewendet. Vor allem durch die Kommunikation entstehen immer häufig irgendwelche Zeitlücken. Zumindest bin ich ein Mensch, der nach einer Ablenkung wie einem Telefonat nicht wieder zum Arbeiten kommt. Auch wenn ich unter dem Tag noch einen Termin außer Haus habe, fällt es mir schwer, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren. Ich habe gerne zumindest das Gefühl, dass ich Abends bis ultimo arbeiten kann um mein Zeug fertig zu bekommen. Dieses Gefühl fehlt mir, wenn ich zum Beispiel um 17:00 Uhr noch einen Termin habe. Und genau das war im März oft der Fall. Mal sehen, ob das Einfluss auf meine Statistiken hatte.

Arbeits- & Produktivzeit im März 2017

Im März sind 203:15 Bürostunden und 122:19 Produktivstunden zusammengekommen. Wenn man davon durchschnittlich eine Stunde Pause pro Tag abzieht, ergibt das einen Produktivitätsanteil von 67%.

In Relation gesetzt zu den regulären Arbeitstagen von Bayern bewege ich mich hier in etwa auf dem Niveau vom Februar, was ganz ok ist.

Arbeits- & Produktivzeit 2017

MonatAnwesenheit pro regulärem Arbeitstag in BayernProduktivitätszeit pro regulärem Arbeitstag in BayernProduktivitätszeit je anwesendem Bürotag
Januar6:45h4:21h5:35h
Februar9:00h5:33h5:33h
März08:45h5:15h5:35h
April09:0206:3506:58
Mai08:5505:4205:27
Juni10:1505:1405:14
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
Zur Vergleichbarkeit möchte ich hier einige Indikatoren erstellen.
Die Arbeitstage in Bayern betragen je nach Monat 18 - 23. Ein Bürotag ist ein Tag, indem ich im Büro war. Natürlich verzerrt ein Tag an dem ich produktiv, jedoch nicht im Büro war, die Statistik. Auch Urlaub/Krankheit wird die Statistik beeinflussen. Trotzdem sind die Zahlen denke ich ein guter Indikator zum Vergleichen und relativ leicht auszurechnen für mich.

Balkendiagramm: Meine Bürozeit in Relation zur Produktivzeit

Wenn man sich allerdings die Diskrepanz an einigen Tagen von der Bürozeit zur Produktivzeit ansehe, kann ich natürlich nicht zufrieden sein. Auch wenn ich gerne im Büro bin und vermutlich selbst die blanke Anwesenheit positive Aspekte hat (kann ans Telefon gehen, verpasse keine wichtigen Mails, Kollegen sehen, der Robert ist da usw.) ist das natürlich brutal ineffektiv. Das wirkt sich auch auf den Output aus, was sich zumindest auf meine eigenen Projekte niederschlägt.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich teilweise enorme Motivationsprobleme habe, „mal schnell“ noch was anderes anzufangen. Das führ oft dazu, dass ich lange Zeit nur so herumsurfe und mir überlege, welche Aufgabe als nächstes am meisten Sinn ergibt, anstatt dass ich einfach loslege. Wenn ich mir so meine Zahlen ansehe, ist das vermutlich im April sogar noch schlechter geworden. Aber ich möchte nicht vorgreifen (Newsletter abonnieren ums nicht zu verpassen 🙂 )

Nun jedoch in die „Analyse“

Projektfortschritte März 2017

Tortendiagramm mit der Zeit, die ich an meinen jeweiligen Projekten gearbeitet habe

RegSoft

Langsam fressen mich die Verwaltungsaufgaben auf. Im Februar hatte ich noch mit der Abmahnung zu kämpfen (die leider immer noch nicht vom Tisch ist). In diesem Monat vor allem mit der Buchhaltung (Rechnungen, Steuererklärung, Geld nachlaufen). Aber auch der Fakt, dass ich im März statt einem, gleich drei Praktikanten hatte, erhöhte meinen organisatorischen Aufwand. Allerdings produzierte vor allem der Uni-Praktikant schon auch sehr guten Output, der aber nur bedingt sofort sichtbar ist.

Meine Schülerpraktikanten setze ich meistens auf Projekte an, für die ich persönlich leider keine Zeit mehr habe. Um dann zu schauen, ob man daraus was machen kann.

RegSoft / Kunden

Wie eingangs erwähnt, ist bei meinem Stammkunden etwas sehr zeitkritisches dazwischengekommen. Hierfür habe ich mir natürlich Zeit freigeschaufelt. Was mich allerdings ein wenig schockt ist, dass ohne diesen Auftrag es wohl tatsächlich finanziell sehr eng geworden wäre obwohl das Konto gut gefüllt war. Dann kamen nicht eingeplante Rechnungen und meine Steuernachzahlung (die zum Glück noch überschaubar ist) hereingeflattert. Hier muss ich wohl zukünftig doch noch ein größeres Auge darauf werfen, was natürlich wieder Zeit und vor allem Kraft kostet.

Bei der Firma, bei der ich das Inbound Marketing übernommen habe, konnten wir im März den Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln.

So wendete ich im März also für meine Kunden und RegSoft 72% meiner Produktivzeit auf. Dementsprechend war auch der Output für meine eigenen Projekte, da auch die absolute Arbeitszeit nur durchschnittlich war.

Plötzlich-Selbständig.de

Neben dem Arbeitsnachweis für Februar habe ich, dank einem motivierten Monatsbeginn zumindest einen weiteren Beitrag zustande bekommen:

Der Rest der Zeit ging für meine Social Media Aktivitäten drauf und an dem Versuch, mein Youtube-WordPress-Plugin ins offizielle Archiv zu bekommen. Allerdings muss man da so viel Zeugs ausfüllen und bereitstellen, dass ich nach einer Stunde die Motivation verloren habe. Dazu aber wann anders mehr.

Blog2Help

Neben den obligatorischen Beitrag zu den aktuellen Petitionen, habe ich noch einen sehr ausführlichen Artikel darüber geschrieben, warum ich nachhaltige Banken nur bedingt für sinnvoll halte.

Ansonsten habe ich noch per Mail die Blogparade promoted. Was teilweise auch funktioniert hat.

Spoontastic-Baby

Der Release von unserer ersten offiziellen App rückt immer näher, weshalb auch hier ein paar Stunden angefallen sind. Ich habe es hier schon ab und an mal anklingen lassen, dass wir an sowas arbeiten. Jetzt komme ich nicht drum herum, das auch hier offiziell zu machen. Der geplante Release ist am 2.5.2017, was der Tag des Babys ist. Dafür müsste ich noch so viel Marketing machen. Die Strategie „mal etwas nebenbei zu machen“ geht langsam nicht mehr auf …

Gott sei Dank hat der oben erwähnte Uni-Praktikant relativ viel Material dazu vorbereitet. Wer das in den nächsten Wochen mitverfolgen möchte, sollte auf jeden Fall einen Like bei Facebook und/oder Twitter dalassen 😉

 

Wir lesen uns spätestens im April 😀 Wer das nicht verpassen möchte: Newsletter abonnieren!

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Blogger 1×1: So kannst du mit deinem Blog Geld verdienen

Ein Mann + ein PC ergibt Geld?

Es gibt Blogger, die zu Beginn ihrer Karriere schon das Ziel haben, Geld zu verdienen. Spätestens aber, wenn erste lukrative Angebote ins Mailpostfach einflattern kommen die Meisten ins Grübeln. Als Blogger hat man verschiedenste Möglichkeiten Geld zu verdienen. Wenn du dich für diesen Schritt entschieden hast, vergiss mir die Gewerbeanmeldung nicht 🙂

Welche Arten der Monetarisierung es gibt und wie ich dazu stehe möchte ich in diesem Artikel für meine Blogger1x1-Reihe erläutern. Aber es sei dir gesagt: Einfach wird es mit keiner dieser Varianten.

Display-Werbung

Die wohl älteste Form der Werbevarianten, jedoch immer noch aktuell. Display-Werbung sind simple Banner, Layer oder PopUps die nach Einblendungen (Views) oder Klicks vergütet werden.

Gerne erinnere ich mich an die Goldgräbertage um die Jahrtausendwende zurück, als es Anbieter gab die für jeden Bannerklick und zusätzlich pro Einblendung vergütet haben. Aber auch den ein oder anderen Layer-Anbieter, der 10€ Für 1.000 Einblendungen gleich nach der Anmeldung bezahlt hat vermisse ich heute schmerzlich. Einmal wurde sogar meine Vergütung auf 15€ hochgeschraubt, da war ich der King am Pausenhof. Denn für eine kurze Zeit hat meine billige Homepage deutlich mehr eingebracht als das Zeitungen austragen 🙂

Display-Werbung wird heute leider nur noch nach strengen Regeln vergütet. Das heißt zum einen per Klick, zum anderen muss man oftmals strikte Richtlinien einhalten. Auch die Vergütungen schwanken enorm. Für Banner erhält man meistens nur noch 5-15 Cent pro Klick. Layer-Anbieter gibt es nur noch wenige und wenn erhält man nur noch rund 2€ / 1.000 Views.

Zwei Display Werbeanzeigen von Google Adsense

So könnten Google-Adsense Werbungen aussehen. Bildquelle: Google

Eine kleine Ausnahme bildet Google Adsense, die allerdings die Strengsten am Markt sind und auch gerne mal Accounts mit Guthaben schließen. Hier kann man durchaus pro Klick 10€ und mehr verdienen, wenn man eine Seite betreibt, die für gewisse Branchen interessant ist. Beziehungsweise vom Werbemarkt hart umkämpft (Auto, Kredite, Versicherungen).

Display-Werbung Anbieter

  • Google Adsense – Vergütung pro Klick, abhängig von der Zielgruppe der Webseite
  • SponsoradsWerbung – Banner: 5-10 Cent / Klick, Layer: 0,6€ – 2,00€ / 1.000 Views, Docking-Banner (unten oder rechts) 0,50€ / 1.000 Views, Textlink: 5 Cent / Klick
  • Plista – Ein „Das könnte Ihnen auch gefallen“ – Widget, das u.a. Werbeanzeigen einblendet. Unterschiedliche Vergütung. Ich habe zwischen 3 und 50 Cent je Klick erhalten. Wenn man höhere Reichweiten hat, bieten sie auch klassische Banner und Overlay-Werbungen an.
  • AdiroWerbung – Textlinks (haben bei mir leider schlecht performed): 5 Cent / Klick, Bannerwerbung: mindestens 10 Cent, bis über 20 Cent / Klick

Wenn du Werbeplätze für Display-Werbung auf deinem Blog bereitgestellt hast, lohnt es sich meistens auch diese für einen Festpreis deinen Besuchern anzubieten. Dazu kannst du eine „Werbung buchen“ Seite erstellen und die Plätze beispielsweise Monatlich zum Betrag X vermieten.

Affiliate-Werbung

Auch Affiliate-Werbung gibt es schon ziemlich lange, war aber zu Beginn des Internets eher ein Nischenthema. Jedoch ist Affiliate-Werbung vor allem für den Werbetreibenden die risikofreiste Variante Werbung auszuliefern. Im Affiliate-Geschäft wird derjenige, der die Werbung ausliefert nur bei erfolgreichem Deal bezahlt. Meistens sind das Anmeldungen, Teilnahmen oder eben Bestellungen. Vergütet wird in der Regel ein fester Betrag oder anteilig am Umsatz.

Ich selbst bin bisher noch nicht recht warm mit Affiliate-Werbung geworden. Ich hab einmal in meinem Leben gutes Geld als Fulltilt-Poker-Affiliate gemacht, bis sie einfach die Bedingungen von Lifetime- auf Einmalprovisionen umgestellt haben und anschließend pleite gingen. Ansonsten finde ich es schwer, als Affiliate das große Geld zu machen. Das liegt aber naturgemäß daran, dass man, wenn man mit Affiliate-Werbung Geld verdienen möchte, eine Seite beziehungsweise Artikel benötigt, die ein konkretes Problem lösen und dazu das Produkt anbieten. Ich betreibe meist Seiten zu mehreren Themen. Oder zu Themen, für die ich kein passendes Produkt finde. Auf Blog2Help starte ich jedoch gerade mit einem nachhaltigen Produktkatalog einen weiteren Anlauf.

Amazon Partnerprogramm Adminbereich. Link erstellen

Link für ein Produkt erstellen, in die Webseite einbauen und Provisionen kassieren. So funktioniert das Amazon Partnerprogramm.

Wenn du zum Beispiel auf Platz 1 bei Google mit einer Anleitung, wie man ein oft auftretenden Fehler bei einem gängigen Produkt (Auto, Waschmaschine) reparieren kann stehst und dazu das Reparaturkit gleich über deinen Werbelink mit anbietest, wirst du vermutlich ordentlich Provision einstreichen. Deshalb waren eine ganze Zeit lang Nischenseiten so erfolgreich. Heute werden nur noch sehr gute Nischenseiten erfolgreich, weil die Schlechten von Google abgestraft wurden oder mit Abmahnungen zu kämpfen haben.

Mein liebstes positives Beispiel ist die Seite von Martin Missfeldt, der diese durch geschickte Maßnahmen für die Sonnenfinsternis 2015 optimiert hat. Dadurch generierte er über 250.000 Besucher, die daraufhin auf seinen Affiliate-Link zu den Schutzbrillen auf Amazon weiterklickten und er Umsätze im vierstelligen Bereich weitervermittelte. Die Brillen waren kurze Zeit später ausverkauft.

Affiliate Anbieter (Auswahl)

  • Amazon 1-10% Provision auf den Umsatz
  • Affili.net – Rund 3.500 unterschiedliche Partnerprogramme
  • belboonWerbung – Rund 1.800 unterschiedliche Partnerprogramme
  • Webgains – Derzeit rund 380 unterschiedliche Partnerprogramme

Kooperationen / Sponsored Posts

Es gab eine Zeit, da hat man ungefähr fünf Minuten nachdem sein Blog online war schon die erste Anfrage für einen Sponsored Post erhalten. Der Auftrag sah meist so aus: Schreib ein Beitrag über das Thema XY, mindestens XXX Wörter und füge genannten zwei Links ein. Dafür erhältst du X Euro. Das Ziel dahinter war weniger das Produkt des Auftraggebers zu bewerben, sondern Links für Google zu generieren. Dann kamen diverse Updates beim großen G. Unter anderem wird man nun im Ranking abgestraft, wenn man bezahlte Links nicht kennzeichnet. Seitdem hat sich der Markt für bezahlte Beiträge gewandelt.

Natürlich gibt es noch Agenturen, die versuchen so an Links zu kommen. Dann wird meist aggressiv argumentiert, dass man bitte keine Kennzeichnung vornehmen soll. Immer mehr Blogger gehen das Risiko jedoch zu Recht nicht mehr ein. Vor allem rechtlich, sollte man die bezahlten Beiträge richtig kennzeichnen. Die nächste Abmahnwelle steht hier in den Löchern.

Zwei Animationsfiguren, die sich die Hand reichen.So hat sich der Markt der Kooperationen in die der Qualität und die der Quantität eingeteilt. Manche Werbetreibende spamen den Markt gezielt mit Kleinkampagnen zu, damit zumindest die Szenekundigen nicht um das Thema herumkommen. Gerne auch in Kombination mit Gutscheincodes.

Ich glaube jedoch, dass sich hier langfristig die meisten Agenturen in Richtung Qualität, bzw. Reichweite orientieren. Das wird zu Lasten der kleinen Blogs gehen, die ohne eine gewisse Reichweite nicht in das Raster der Agenturen fallen werden. Das finde ich persönlich auch nicht schlimm, denn als Blogger solltest du, wie ein Selbständiger authentisch bleiben. Das heißt, nicht jeden Mist annehmen und vor allem nicht unter Wert. Da du aber vor allem zu Beginn keine ambitionierten Preise durchdrücken kannst, rate ich, wenn man nicht darauf angewiesen ist, fast alles abzulehnen.

Wenn du Aufträge für 50-100€ annimmst, wirst du irgendwann folgendes Problem haben: Es gibt nicht so viele Agenturen, die für dich als Blogger interessant sind. Wenn du einmal damit anfängst für diese Agenturen für kleine Beträge zu arbeiten, wollen sie immer das Angebot haben. Dann wird es zukünftig sehr schwer, vernünftig bezahlt zu werden. Besser ist es immer umgekehrt: Vernünftige Preise anbieten und wenn du den Auftrag wirklich haben möchtest, ausnahmsweise einen Rabatt aushandeln.

Was vernünftige Preise sind, wie du Agenturen erhältst und mehr versuche ich an anderen Stelle im Blogger 1×1 zu klären. (Tipp: Newsletter abonnieren um es nicht zu verpassen).

VG Wort

Für viele relativ unbekannt, aber für Blogs mit einer gewissen Reichweite und vielen Artikeln ein sehr nettes Urlaubsgeld. Die VG Wort ist sowas wie die GEMA für Autoren. Ihr Geld nimmt diese Verwertungsgesellschaft über Gebühren, die beim Kauf von Druckern, Scannern oder Multifunktionsgeräten anfallen ein. Aber auch Rundfunk- und Fernsehsender müssen Gebühren abdrücken. Rund 67 Mio. Euro schüttet die VG Wort im Jahr an Autoren und Verlage aus.

Seit 2007 sind auch Blogger unter bestimmten Voraussetzungen für Ausschüttungen berechtigt. Im Jahr 2009 gingen dadurch immerhin 616.285 Euro in die Bloggerszene. Der Betrag dürfte sich bis heute sicherlich gesteigert haben.

Technisch ist es für den Laien nicht ganz unkompliziert das sogenannte Zählpixel einzubauen. Das überprüft, ob dein Text für die Ausschüttung berechtigt ist. Hier gelten relativ strenge Regeln, weshalb sich für Beginner der Aufwand aus meiner Sicht nicht lohnt. So muss der Beitrag mindestens 1.800 Zeichen besitzen und ausgeschüttet wird nur, wenn der jeweilige Beitrag auch eine gewisse Anzahl an Besuchern hat. Das wird jedoch erst am Ende des Jahres festgelegt. 2013 musste der Beitrag mindestens 1.500 Besucher haben, dann gab es 10€ als Tantieme. Ab 37.500 Besuchern erhielt man 16 Euro.

Spätestens bis zum 31. Januar des Folgejahres müssen die Texte, die ausschüttungsberechtigt sind, manuell bei der VG Wort gemeldet werden. Noch mehr Infos zum Prozedere gibt es hier.

Eigene Produkten & Dienstleistungen anbieten

Eine immer beliebtere Art den Blog zu monetarisieren ist das Anbieten von eigenen Produkten und Dienstleistungen. Als Blogger bist du meist in einem Spezialgebiet unterwegs und baust dir nach und nach Vertrauen bei deiner Leserschaft auf. Diese persönliche Beziehung kann zu großem Vertrauen und Sympathie führen. Diese Voraussetzungen sind Ideal um (hochwertige) Produkte und Dienstleistungen an den Mann zu bekommen.

Eine beliebte Art der Produkte sind E-Books. Der Trend kommt immer mehr aus den USA zu uns herüber. Der Trick ist es, genügend Leute für deinen bisherigen Content zu begeistern und sie beispielsweise mittels Newsletter auch an dich zu binden. Ab und an bringst du exklusive Informationen heraus, die es so nicht überall im Netz zu finden gibt und verlangst dafür Geld. Da die Leute von der Qualität deiner Arbeit überzeugt sind, ist die Hemmschwelle, dieses Wissen zu erwerben sehr gering. Außerdem ist ein E-Book wunderbar skalierbar. Egal ob du zehn oder 100.000 verkaufst. Der Aufwand ist derselbe.

Ein Mann vor seinem Laptop, links und rechts neben ihm ein Bücherregal. Symbolisiert, dass sein Wissen in den PC geht.

Wenn du Dienstleistungen oder (eigene) Konsumgüter verkaufen möchtest. Ein vorgeschalteter Blog eignet sich hervorragend um dein Shop zu pushen oder dein Telefon zum glühen zu bringen.

Viele haben allerdings Angst, dass sie zu viele Tipps kostenlos bereitstellen und ihre Dienstleistung deshalb überflüssig wird. Ich habe die gegenteilige Erfahrung gemacht. Die Leute, die sowieso nicht bereit sind dafür Geld zu bezahlen, googeln es sich notfalls tagelang aus Prinzip zusammen. Die Kunden, die verstanden haben, dass man lieber zehn Stunden outsourced, als es zwanzig Stunden selbst zu machen, werden erst recht bei dir buchen, je detaillierter dein Content ist. Denn so wissen sie, dass du weißt, wovon du sprichst.

Auch bei Consumer-Produkten danken dir die Kunden deine Transparenz. Außerdem führen viele Informationen zu deinen Anwendungsfällen und zu (technischen) Details zu geringeren Storno-Quoten.

Wenn du zum großen Experten deiner Branche aufsteigst, kann es auch sein, dass du Einladungen zu Fernseh- oder Radiosendungen erhältst. Oder aber du wirst als Speaker bei den zur Zeit vielen Festivals, Veranstaltungen und Workshops gebucht. Hier kann man auch gut verdienen. Das muss einen allerdings auch liegen.

Finanzierung durch Community-Unterstützung

Seinen Aufwand durch die Community gegenzufinanzieren ist auch ein Trend, der eher in den USA funktioniert. Wenn man es gut macht und eine interessante Nische besetzt auch in Deutschland.

Jubelnde Fans

Eine Fangemeinde kann als Blogger nie schaden.

Man kann es so machen wie es die Zeitungsverlage gerade verzweifelt versuchen. Zum Beispiel drei Artikel im Monat kostenlos lesbar machen und dann eine Abogebühr verlangen. Das halte ich, vor allem als Blogger, jedoch für den falschen Weg. Den Vorteil der persönliche Beziehung zu seinen Lesern sollte man durch ein transparentes Finanzierungsmodell auf jeden Fall „ausnutzen“.

Dazu kann man zum Beispiel ganz klar aufschlüsseln, wie viel Geld man für einen Artikel oder einen Podcast benötigt um zu versuchen diesen Betrag für jeden Artikel einzusammeln. Oder aber man lässt sich durch die „Crowd“ sein Equipment finanzieren. Eins sollte man hier aber immer machen: Gut argumentieren, warum man die Hilfe der Community benötigt.

Das funktioniert erfahrungsgemäß jedoch nur in Nischen, die zwar für einzelne Leser hoch interessant aber aufwändig umzusetzen sind. Das muss den Leuten jedoch klar sein, dass man das Ganze nicht profitabel betreiben kann. Auch ein idealistisches Thema kann dabei helfen.

Zum Beispiel hockt sich Tilo Jung immer in die Bundespressekonferenz und stellt naive Fragen. Trotz ordentlicher Reichweite kann man mit so einem Thema niemals solche Reichweiten erzielen wie Bibis Beauty Palace. Das ist den Leuten bewusst, außerdem hat das Thema auch einen politischen und gesellschaftlichen Wert. Deshalb spenden die Menschen gerne dafür. Auch wenn Tilo und sein Team nicht gerne öffentlich kommunizieren, wie viel Geld herumkommt und für was es ausgegeben wird.

Ein Blogger-Beispiel gefällig? Tim Urban nimmt mit seinem Kumpel rund 12.500$ im Monat durch ihren waitbutwhy.com Blog mittels Spenden ein. Darin debattieren sie alle möglichen Themen äußerst ausführlich. Das wertschätzen die Leser offenbar.

Anbieter, die sich zur Umsetzung für so eine Art Finanzierung eignen ist der Marktführer patreon. Vor kurzem hat das deutsche Pendant Steady seine Pforten geöffnet.

Mit dem Blog zum Job

In vielen Branchen kann der eigene Job auch der Türöffner für die Karriere sein. Zum einen hilft einem Netzwerken immer weiter. Zum anderen zeigt dein Blog deine Expertise und dein Engagement in deinen Fachbereichen.

Einen fachspezifischen Blog würde ich auch immer bei Bewerbungen angeben. Bei Alltagsblogs würde ich das je nach Firmenimage individuell entscheiden.

Wie verdiene ich denn nun Geld mit meinem Blog?

Es ist wie immer im Leben eine Abwägungssache. Sicher ist jedoch, dass du bis der Rubel rollt auch bei sehr guter Arbeit viel Geduld mitbringen musst. Vor allem, wenn du kein Marketingbudget besitzt (oder eins besitzt und kein Plan hast wie du es ausgeben sollst).

Plane am Anfang eine große Durststrecke ein, die sich auch über Jahre hinweg ziehen kann. Das Wichtigste ist, deine Leser glücklich zu machen. Wenn das geschehen ist, solltest du weise aus den oben genannten Monetarisierungsmöglichkeiten wählen. Und ganz wichtig: Trauere keine nicht gemachten Umsätze nach 🙂

Weitere Tipps rund ums Bloggen gibt es in meiner Artikelreihe Blogger 1×1.

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Arbeitsnachweis Februar 2017

Ein Baby, das vor einem Laptop sitzt

Der Februar ist eigentlich wie im Flug vergangen, deshalb ist es ganz gut, dass ich die Ereignisse wieder einmal mit einem Arbeitsnachweis Revue passieren lasse.

Ich steige auch gleich ohne Umschweife in die nackten Zahlen ein.

Arbeits- & Produktivzeit im Februar 2017

Obwohl es mich mal wieder erkältungstechnisch erwischt hat, war ich jeden regulären Arbeitstag im Büro. Auch, weil mich an den drei Tagen, an denen es am „schlimmsten“ war der Geschäftsführer der Firma, mit der ich ein Gemeinschaftsbüro betreibe abgeholt und ins Büro „gezerrt“ hat 🙂 Motivation mal anders. Das hat sich aber trotzdem zumindest auf die Produktivzeit ausgewirkt. Vier der fünf „Krankheitstage“ waren mit unter 3:45h relativ unproduktiv.

Ansonsten bin ich trotzdem eher überrascht, dass doch 180:35h Bürozeit, 110:57h Produktivzeit und ein daraus resultierender Produktivitätsanteil von 69 % (Berechnung: Produktivzeit / (Bürozeit-1h Pause am Tag)). Gefühlt war das mal wieder weniger. Was vermutlich am Output liegt, dazu aber unten mehr.

Im Vergleich zum Januar sind das absolut gesehen ~45h Bürozeit und ~19h Produktivzeit mehr gewesen.

Ein Balkendiagramm das meine persönliche Produktivzeit und meine Anwesenheitszeit im Büro für den Februar 2017 gegenüberstellt.

Wie man in der untenstehenden Tabelle sehen kann, ist meine Produktivzeit in Relation zur Bürozeit gleich geblieben. Dadurch, dass ich jedoch jeden Arbeitstag im Februar im Büro war, hat sich hier meine Anwesenheit je Arbeitstag erhöht. Was sich auch in absoluten Zahlen wiederspiegelt.

Arbeits- & Produktivzeit 2017

MonatAnwesenheit pro regulärem Arbeitstag in BayernProduktivitätszeit pro regulärem Arbeitstag in BayernProduktivitätszeit je anwesendem Bürotag
Januar6:45h4:21h5:35h
Februar9:00h5:33h5:33h
März08:45h5:15h5:35h
April09:0206:3506:58
Mai08:5505:4205:27
Juni10:1505:1405:14
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
Zur Vergleichbarkeit möchte ich hier einige Indikatoren erstellen.
Die Arbeitstage in Bayern betragen je nach Monat 18 - 23. Ein Bürotag ist ein Tag, indem ich im Büro war. Natürlich verzerrt ein Tag an dem ich produktiv, jedoch nicht im Büro war, die Statistik. Auch Urlaub/Krankheit wird die Statistik beeinflussen. Trotzdem sind die Zahlen denke ich ein guter Indikator zum Vergleichen und relativ leicht auszurechnen für mich.

Projektfortschritte Februar 2017

Tortendiagramm das aufschlüsselt, wie viel Zeitanteil ich an welchem Projekt gearbeitet habe. 40% Kunden, 9% Blog2Help, 28% Plötzlich-Selbständig, 3% Stadion-News & Spoontastic Baby, 17% RegSoft

RegSoft

Ich fange dieses Mal mit RegSoft an unter das eigentlich alles Organisatorisches / Marketingtechnisches / Buchhalterisches fällt, das bei meiner Selsbtändigkeit so zusammenkommt. Dieser Posten ist dieses Monat so hoch, weil ich fast vier Tage damit verplempert habe mich um eine Abmahnung zu kümmern. Ich möchte jetzt noch nicht so sehr ins Detail gehen, bevor es nicht ganz abgeschlossen wurde.

Aber aus meiner Sicht wurde ich zu unrecht abgemahnt wegen der Nutzung von CC-BY Bildern. Ich habe meinen Anwalt eingeschaltet und möchte aber auch meine Anwaltskosten von der Gegenseite erstattet bekommen. Das finden die nicht so cool, weshalb es vermutlich auf einen Prozess hinausläuft. Das ganze Zusammentragen und abklären mit meiner Versicherung hat mich nicht nur Zeit, sondern auch Kraft gekostet. Ich war mir bewusst, dass Abmahnungen kommen können, hab mir aber erhofft, dass die erst kommen, wenn ich sie aus der Portokasse zahlen kann. Denn trotz Versicherung gibt es ja einen Eigenanteil.

RegSoft / Kunden

Hier gibt es halbwegs erfreuliches zu berichten. Bei dem Kunden, bei dem ich das Inbound Marketing betreibe scheint es weiter zu fruchten. Das Ergebnis vom Januar konnten wir halten und haben auch im Februar den Auftragseingang im Vergleich zu 2016 um 52 % gesteigert.

Mein Großauftrag, bei dem ich ein Portal entwickeln muss komm ich auch ganz passabel voran. Werde aber im Februar noch ein bisschen mehr reinklotzen müssen.

Plötzlich-Selbständig

Wie man am Tortendiagramm sieht, habe ich sehr viel Zeit für diesen Blog hier im Februar aufgewendet. Das mündete in fünf sehr ausführliche Artikel. Außerdem habe ich sogar ein kleines Plugin gebastelt, das ca 2h gekostet hat. Das ist dann aber auch mein allererstes öffentliches WordPress-Plugin geworden. Bisher habe ich ja nur für Kunden und für mich selbst entwickelt. Allerdings ist das Plugin noch nicht in der offiziellen Bibliothek gelistet. Das werde ich aber diesen Monat angehen.

Highlight war der Artikel, indem ich 100 Kommentare, die ich auf fremden Blogs verfasst und statistisch aufbereitet habe. Dieser ging vor allem in den sozialen Medien viral und hat bis jetzt auch selbst schon 53 Kommentar auf den Buckel. Durch das Ergebnis wurde ich ein wenig beflügelt.

Die weiteren Beiträge im Februar waren:

Blog2Help

Bei Blog2Help habe ich mich im Februar in der wenigen Zeit, die ich für meinen Umweltblog aufgewendet habe eher der Idee des nachhaltigen Produktverzeichnises gesteckt. Da ich zu jedem Produkt eine Einzelbewertung vornehme, dauert das Anlegen eines Produkts doch länger als gedacht. Ca 15 Min benötige ich pro Produkt.

Leider ist u.a. deshalb auch nur ein Beitrag zusammengekommen, das aber zum Thema des Verzeichnisses passt wie die Faust aufs Auge:

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Blogger 1×1: Steuerliche Pflichten als Blogger – Umsatzsteuer ja oder nein?

Casio Taschenrechner der auf Euro Münzen und Scheinen liegt

Du bist also fest entschlossen, Geld mit deinem Blog zu verdienen. Sehr wahrscheinlich hast du dich dann auch nach meinem Rat dafür entschieden, ein Gewerbe anzumelden. Nun fragst du dich natürlich, welche steuerliche Pflichten auf dich zukommen.

Dazu muss ich aber noch gleich zwei Dinge loswerden, bevor ich wieder einen Mini-Shitstorm ernte: Der Beitrag richtet sich an jene, die mit dem Bloggen anfangen und langsam damit Geld verdienen wollen. Und nicht an Menschen, die sofort ein riesen Business mit hunderten Sonderfällen aufziehen möchten. Die sollten sich schleunigst intensiver mit dem Thema beschäftigen (Bücher, studieren) oder jemanden dafür bezahlen, dass er sie berät. Darüber hinaus bin ich kein Steuerberater oder Anwalt, sondern gebe hier nur meine Erfahrungen als Blogger und Selbständiger weiter. Deshalb ist das weder eine Rechts- noch eine Steuerberatung.

Umsatzsteuer ja oder nein – Kleinunternehmerregelung

Zugegeben, das Wort Kleinunternehmen irritiert schon ein wenig. Es könnte suggerieren, dass man als kleines Unternehmen total die krassen Vorteile hat. Deshalb wird in Bloggergruppen schon ab und an mal geraten, die Kleinunternehmerregelung anzunehmen. Doch dieses Denken ist nicht richtig. Wichtig: Nicht zu verwechseln mit einem Kleingewerbe!

Die Kleinunternehmerregelung regelt nur, ob du Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer abführen musst oder nicht.

Nun stellt sich die Frage, ob du als (kleiner) Blogger Umsatzsteuer abführen sollst oder nicht. Als wir damals unseren ersten pseudoprofessionellen Blog gestartet haben, in dem es um PC-Spiele ging, haben wir uns aus folgendem Grund dafür entschieden: Wir wollten nach außen so professionell wie möglich auftreten um uns von den „Kiddie-Blogs“ abzuheben. Deshalb macht eine Umsatzsteuer-ID im Briefkopf schon mehr her als gar nichts. Und besser als der Hinweis, dass man der Kleinunternehmerregelung unterliegt, sieht es auch aus. Das hat eigentlich auch phänomenal geklappt. Wir hatten im Gegensatz zu vielen Konkurrenzblogs auch sehr gute Kontakte zu den großen Publishern.

Eine Straßenlaterne auf der ein Schild mit der Aufschrift Finanzamt hängt.Ein weiterer Vorteil ist, dass du Gegenstände, Software und Dienstleistungen, die du für deine Arbeit als Blogger benötigst, zukünftig netto einkaufst. Dir also die Umsatzsteuer „zurückholen“ kannst. Hier darfst du aber kein Schindluder treiben, Umsatzsteuerbetrug wird hart bestraft und da ist das Finanzamt auch hinterher. Vor allem, wenn man ohne Steuerberater unterwegs ist. Bei mir haben sie bevor ich bei einem Steuerberater war mal alle Rechnungen angefordert und eine schriftliche Auskunft verlangt, warum ich was gekauft habe.

Hinzu kommt der organisatorische Aufwand, dass du im Jahr der Gründung und im kompletten nächsten Jahr deine Umsatzsteuer monatlich online voranmelden musst. Was aber in den ersten Monaten des Bloggens bzw. der Selbständigkeit nicht unbedingt schlecht ist, da du so gezwungen bist, deine Ein- und Ausgaben im Auge zu behalten. Je nach höhe des Umsatzes musst du dann in den Folgejahren die Voranmeldung nur noch vierteljährlich abgeben oder gar nicht mehr (< 1.000€ USt. im Vorjahr).

Wenn dein Business gut läuft (>7.500€ abgeführte Umsatzsteuer im vergangenen Jahr), bleibt es bei einem monatlichen Turnus. Möchte man von einer monatlichen Meldepflicht zu einem anderen Intervall wechseln, muss man das von sich aus beantragen. Es kann zwar auch vorkommen, dass dir das Finanzamt schreibt, dass du doch ab jetzt lieber vierteljährlich melden sollst. Das muss es aber nicht.

Neutral würde ich den Fakt sehen, dass du dann deinen Auftraggebern USt. berechnen musst. Meistens sind das ja Agenturen, für die die Mehrwertsteuer einfach ein durchlaufender Posten ist. Solltest du aus welchem Grund auch immer, überwiegend private Auftraggeber haben, macht die Kleinunternehmerregelung schon Sinn:

Kleinunternehmerregelung Voraussetzungen:

Ich zitiere hier Wikipedia, weil besser kann ich es auch nicht erklären 🙂

Existenzgründer müssen ihren Umsatz für das Gründungsjahr sowie für das darauffolgende Wirtschaftsjahr schätzen und gegenüber dem Finanzamt glaubhaft machen. Hat der Unternehmer seine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit nur in einem Teil des Kalenderjahres ausgeübt, so ist der in diesem Zeitraum erzielte Umsatz auf einen Jahres-Gesamtumsatz hochzurechnen. Überschreitet der Umsatz voraussichtlich 17.500 €, scheidet die Anwendung der Kleinunternehmerregelung von vorneherein aus. Überschreitet der Umsatz im Gründungsjahr 17.500 €, darf die Kleinunternehmerregelung im folgenden Wirtschaftsjahr nicht mehr in Anspruch genommen werden. Das Gleiche gilt, wenn im Folgejahr der Jahresumsatz 50.000 € voraussichtlich überschreiten wird.

Ob du die Kleinunternehmerregelung anwendest, gibst du in dem Fragebogen des Finanzamtes an, den du nach der Gewerbeanmeldung zugeschickt bekommst.

Wie du dann eine korrekte Rechnung ausstellst, darauf werde ich ein anderes Mal im Blogger 1×1 eingehen.

Buchhaltung, Buchhaltungspflichten / Bilanzierung

Auch die Buchhaltungspflicht ist immer ein beliebter Punkt, bei dem mehr Panik geschürt wird als notwendig. In 99,9% der Fälle musst du als Blogger keine Buchhaltungspflichten erfüllen.

Man ist lediglich als im Handelsregister eingetragene Gesellschaft automatisch verpflichtet eine doppelte Buchhaltung zu führen. In der Regel wirst du dich als Blogger aber entscheiden, eine Einzelfirma zu sein. Wenn du auf die irrwitzige Idee kommst, dich als Kaufmann einzutragen (e.K.), dann bist du auch bilanzierungspflichtig und musst deshalb auch eine doppelte Buchführung vollziehen.

Bis auf eine Ausnahme langt es als Einzelfirma in seiner Steuererklärung eine Einnahmeüberschussrechnung anzuhängen. Hier hast du bis 17.500 Euro Umsatz (nicht Gewinn!) relativ großen Gestaltungsspielraum und kannst das generell über Excel oder Co. handhaben. Wichtig ist, dass jede Einnahme und Ausgabe einzeln aufgeschlüsselt ist. Eine einfache, aber ganz praktikable Vorlage habe ich hier für euch gefunden. Nehmt sie als Orientierung und passt sie an eure Bedürfnisse an.

Zur Vollständigkeit möchte ich noch erwähnt haben, dass du als Einzelunternehmer automatisch bilanzierungspflichtig wirst, wenn du im Wirtschaftsjahr mindestens 60.000€ Gewinn oder 600.000€ Umsatz machst (Stand: Neuregelung ab 2016).

Steuererklärung

Sobald du Geld aus selbständiger Arbeit einnimmst, bist du verpflichtet eine Steuererklärung innerhalb der gesetzlichen Fristen einzureichen.

Steuererklärung Abgabefristen

Ohne Steuerberater31. Mai des Folgejahres
Ohne Steuerberater mit Fristverlängerung30. September des Folgejahres
Mit Steuerberater31. Dezember des Folgejahres
Mit Steuerberater mit Fristverlängerung28. Februar des übernächsten Jahres

Die Steuererklärung kann man dank ElsterOnline mittlerweile sehr gut alleine hinbekommen. Ein Steuerberater ist aber schon sinnvoll, wenn du dich nicht überall selbst einlesen möchtest und vor allem wenn bei dir noch mehr zu beachten ist wie Wohnungseinkünfte oder besondere Dinge, die du absetzen möchtest.

Ausschnitt einer deutschen Einkommenssteuer aus Papier

Dank ElsterOnline hat man keinen Papierkram mehr bei der Einkommenssteuer

Wichtig im Zuge deines Blogs / deiner Selbständigkeit bzw. Gewerbe ist vor allem das Ausfüllen der Anlage G – Einkünfte aus Gewerbebetrieb (zum Formular-Download 2016).

Ab einem Umsatz von 17.500€ musst du deiner Steuererklärung die Anlage EÜR beifügen. Hier werden die Ein- und Ausgaben noch einmal kategorisiert, damit das Bundesfinanzministerium bessere Statistiken anfertigen kann.

Versteuert wird dein Gewinn anschließend nach „Abzug“ des Freibetrags (Stand 2017: 8.820€) je nach Lohnsteuerklasse. Wenn du Verlust machst, wird der angerechnet. Machst du längere Zeit Verlust, kann es sein, dass das Finanzamt dir einen Riegel vorschiebt und dir z. B. Liebhaberei unterstellt.

Gewerbesteuer

Auf die Gewerbesteuer möchte ich nur ganz kurz eingehen, weil dort teilweise haarsträubende Panikmache in den Bloggergruppen herrscht.

Bei der Gewerbesteuer gibt es einen Freibetrag von 24.500 € alles darunter ist demzufolge auch nicht gewerbesteuerpflichtig. Der Freibetrag ermittelt sich aus dem Gewinn, nicht aus dem Umsatz! Wer mit seinem Blog tatsächlich 24.500 € Gewinn einnimmt, für den ist mein Blogger 1×1 eh nicht geeignet. Der sollte schon fortgeschrittenen Content büffeln 😀

 

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Youtube-Videos datenschutzkonform(er) einbinden + WordPress Plugin Empfehlung

Der Youtube Playbutton nachgezeichnet im Bleistift-Stil

Zur Zeit drehen Abmahner und Gerichte regelrecht durch, wenn es darum geht den Datenschutz richtig umzusetzen. Eigentlich macht man, sobald man irgendein externes Script verwendet schon etwas falsch. Auf die Problematik bin ich in meinem Blogger 1×1 schon einmal eingegangen.

Vor allem war das Urteil gegen die Verwendung des Like-Plugins von Facebook ein deutlicher Fingerzeig, wohin die Richtung bei Abmahnern gehen könnte. Aus der Urteilsbegründung könnte man folgern, dass sämtliche Embedded-Funktionen gegen den Datenschutz verstoßen, wenn sie persönliche Daten speichern könnten. Auch wenn sich das Gericht nur auf den Like-Button bezog und nicht etwa auf die Embedded-Funktion, mit der man zum Beispiel Facebook-Posts in die Webseite einbindet. Aber auch hier werden ziemlich sicher Abmahnungen folgen, dessen Urteile ich gespannt erwarte und hoffe, dass es mich nicht trifft.

Wie du zumindest die Abmahngefahr beim Einbinden von Youtube-Videos senkst, möchte ich nachfolgend erläutern.

Youtube setzt Cookies

Die gleiche Vorgehensweise hat jedoch auch Youtube, wenn das Video über die WordPress-Funktion oder über die Standard embedded Funktion von Youtube, eingebettet wird. Egal, ob das Video abgespielt wird oder nicht. Deinem Besucher wird ein Cookie gesetzt, welches später auch für Werbezwecken ausgewertet werden könnte.

Nun hat Youtube im Gegensatz zu Facebook oder Twitter eine Möglichkeit geschaffen, Inhalte einzubinden, ohne dass automatisch ein Cookie gesetzt wird. Dafür musst du bei der Einbetten-Funktion auf „Mehr Anzeigen“ klicken und dort den Haken bei „Erweiterter Datenschutzmodus aktivieren“ setzen.

Es lohnt sich nicht nur für Blogger diese Funktion zu beherzigen, sondern auch für alle anderen (selbständigen) Webseiten-Betreiber in EU-Länder.

Wenn du den Haken setzt, verändert sich der Link im Iframe-Code von youtube.com auf youtube-nocookie.com. Youtube wird dann nicht mehr standardmäßig ein Cookie setzten, sondern erst, wenn dein Leser das Video abspielt.

Ist das rechtlich sicher?

Das kann man schwer sagen. Ein Restriskio besteht weiterhin. Darauf ist auch Heise in einem ausführlichen Artikel darauf eingegangen. In jedem Fall solltest du in deine Datenschutzerklärung Youtube trotzdem aufnehmen.

Bevor es hier keine konkreten Urteile gibt, bleibt immer ein Fragezeichen vorhanden. Auf jeden Fall ist die No-Cookie-Lösung bisher die Praktikabelste.

Youtube no Cookie WordPress Plugin

Da ich bisher nur einen Hack gefunden habe, der Youtube-Links automatisch in die No-Cookie-Links umwandelt, habe ich kurzerhand mein eigenes Plugin geschrieben.

Das WordPress Plugin Youtube no Cookie könnt ihr hier herunterladen.

Ich habe das Plugin noch nicht auf der offiziellen WordPress-Seite eingereicht, deshalb müsst ihr es noch manuell installieren. Das werde ich aber nachholen und euch davon berichten.

Was macht das Plugin?

Screenshot des WordPress Menüpunktes EinstellungenDas Plugin wandelt automatisch alle Youtube-Videos in euren zukünftigen Beiträgen in Videos in der No-Cookie-Variante um. Dann müsst ihr nicht immer den Einbettungscode mit dem erweiterten Datenschutzmodus manuell einbauen.

Youtube Videos in den Beiträgen, die vor der Plugin Installation geschrieben wurden, sind davon nicht betroffen. Deshalb gibt es im Dashboard unter Einstellungen->Youtube no Cookie auch noch eine kurze Übersicht mit allen Beiträgen, in dem das Wort Youtube vorkommt.

Es langt, wenn ihr die Beiträge durchklickt, in den Editiermodus wechselt und den Beitrag aktualisiert.

Screenshot Aufgelistete Beiträge in denen Youtube vorkommt

Das Plugin listet euch relativ simpel gehalten Postings auf, in denen das Wort Youtube vorkommt.

Es kann jedoch sein, dass das Plugin eventuelle Youtube-Videos in deinem  Template, in den Kommentaren oder an sonstigen ungewöhnlichen Stellen nicht findet. Hier müsstest du manuell auf Spurensuche gehen.

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Blogger 1×1: Muss ich als Blogger ein Gewerbe anmelden?

Ein Stempel, der auf einem geöffneten Aktenordner liegt. Symbolbild für das Abstempeln einer Gewerebeanmeldung

Es gibt viele Motive einen Blog zu betreiben. Ein Motiv könnte das Geld verdienen sein. Deshalb fragen sich viele Blogger ob und wann sie ein Gewerbe anmelden müssen. Und obwohl die Antwort auf die Frage ähnlich wie die Impressumspflicht sehr eindeutig ist, gibt es immer wieder Diskussionen darum.

Ein Gewerbe muss anmelden, wer eine dauerhafte Gewinnerzielungsabsicht besitzt. Interessant ist hier das Wort „Absicht“. Das heißt, selbst wenn du beim Start des Blogs kein Geld verdienst, musst du ein Gewerbe anmelden, wenn du planst zukünftig Geld damit einzunehmen.

Obligatorisch möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich weder Steuerberater noch Rechtsanwalt bin. Die Tipps sind gründlich recherchiert und es fließt meine Meinung ein. Versteht sie nicht als Rechts- oder Steuerberatung. Danke.

Gewerbetreibender vs. Freiberufler

Oftmals wird geraten, dass man versuchen soll, sich als Blogger als Freiberufler anzumelden. Freiberufler darf man zuallererst nicht mit Freelancern verwechseln. Freiberufler arbeiten in freien Berufen, die streng geregelt sind. Diese genießen dann einige steuerliche Vorteile, weshalb es als Blogger natürlich attraktiv wäre, ein Freiberufler zu sein.

So können zum Beispiel Journalisten, Texter oder sogar ich als Informatiker ein Freiberufler sein. Allerdings ist es als Blogbetreiber äußerst unwahrscheinlich, dass du unter Freiberufler fällst, da du ja keinen freien Beruf ausübst, sondern einen Blog betreibst. Da kann es ausnahmen geben, wie wenn du als freier Journalist deine Texte auch auf deinem Blog anbietest und sonst nichts. Aber auch hierfür würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen.

Bei solchen Sonderfällen immer zum Steuerberater. Steuernachzahlungen sind nicht witzig.

Aber ich will nur meine Webspace-Kosten decken!

Eine Frau, die mit einer Retro-Kamera photographiert.

Wenn du nur aus Spaß photographierst und sie ohne Geld verdienen zu wollen auf Facebook und Co. oder deiner eigenen Homepage veröffentlichst, musst du kein Gewerbe anmelden.

Viele Blogger wollen mit ihrem Blog gar nicht reich werden. Manche machen es aus überzeugter Leidenschaft, andere würden zumindest gerne ihre Ausgaben gedeckt haben und binden deshalb Werbung ein. Ein Großteil der Blogger wird vermutlich auch nie Gewinn erzielen, selbst wenn sie eine Gewinnerzielungsabsicht besitzen.

Wer dauerhaft keinen Gewinn erzielt und es vermutlich auch nicht schaffen wird, fällt unter Liebhaberei. Das Problem ist aber, dass man das sobald man Werbung auf der Seite hat oder bezahlte Beiträge annimmt ja nicht beweisen kann. Deshalb empfiehlt es sich auch hier, erst einmal ein Gewerbe anzumelden. Wenn dann das Finanzamt nach 2-4 Jahren sagt, es liegt Liebhaberei vor, dann hast du es wenigstens schwarz auf weiß.

Wie melde ich ein Gewerbe als Blogger an?

Als Blogger meldest du dein Gewerbe grundsätzlich genauso an, wie jeder andere Selbständige auch. Zuerst entscheidest du dich für eine Unternehmensform, die zu 99% die Einzelfirma sein wird und dann beantragst du das Gewerbe. Als Einzelunternehmer musst du selbst das Gewerbe beantragen, als Kapitalgesellschaft der Geschäftsführer.

Das Gewerbe beantragt man in der Regel auf der Gemeinde, bzw. auf dem Bürgeramt. Die Kosten liegen meist zwischen 12,50€ und 50,00€. Die meisten Gemeinden haben die Gewerbeanmeldung schon auf ihrer Homepage zum Download bereitgestellt, sodass man eigentlich nur noch zum Stempel holen auftauchen muss. Hier könnt ihr den Gewerbeantrag für die Stadt-Regensburg herunterladen, damit ihr seht, wie so etwas aussieht.

Ihr dürft leider nicht davon ausgehen, dass Mitarbeiter einer Gemeinde oder des Finanzamtes euch weiterhelfen können, da viele keine Ahnung haben, was Blogger eigentlich machen.

Wichtige Angaben als Blogger

Bei der Gewerbeanmeldung gibt es nicht viel zu beachten. Es werden meist Standardangaben erfragt wie deine Adresse. Trotzdem möchte ich noch auf die ein oder andere Stelle eingehen.

Selbst erstelltes Muster einer Gewerbeanmeldung

Selbst erstelltes Muster einer Gewerbeanmeldung

Punkt 12: Betriebsstätte

Ist eigentlich deine Adresse von dir zu Hause, wenn du nicht ein eigenes Büro besitzt. Dann das Büro. Büros hätten den Vorteil, dass man leicht Ausgaben wie Kaffee und Co. steuerlich geltend machen könnte.

Punkt 15: Angemeldete Tätigkeit

Einer der wichtigsten Punkte bei einer Gewerbeanmeldung. Im besten Fall gibt man hier eine sehr breitgefächerte Tätigkeit an, in der auch dein Gewerbe fällt.

Wenn du hier jetzt zum Beispiel „Bereitstellen von Werbebannern“ angeben würdest, dürftest du nur ausschließlich damit Geld verdienen. Für alles andere müsstest du ein extra Gewerbe anmelden.

Als Blogger hat sich als Tätigkeit die Tätigkeit „Internetdienstleistungen“ bewährt. Hier kann tatsächlich alles darunterfallen, was nur irgendwie mit dem Internet zu tun hat.

Punkt 16: Wird die Tätigkeit (vorerst) im Nebenerwerb betrieben?

Wenn du den Blog neben einem Vollzeitjob betreibst, ist die Antwort mit „Ja“ recht einfach zu beantworten. Kniffeliger wird es, wenn du ein Gewerbe ohne eigenes Einkommen anmeldest. Zum Beispiel als Elternteil, das daheim bleibt.

Ob ein Vollerwerb vorliegt ist nicht so einfach zu bestimmen. Das hat auch nicht unbeding mit dem Geld, das du mit der Selbständigkeit verdienst zu tun. Sondern unter anderem, wie viel Zeit du aufwenden musst, um den Laden am Laufen zu halten. Wenn du hier jedoch „Nein“ ankreuzt könnte das zum Beispiel Auswirkungen auf deine Krankenkasse haben oder auf deine Steuern. Bevor du hier also unbedacht „Nein“ ankreuzt, würde ich ausnahmsweise ein bisschen Geld in die Hand nehmen und mich von einem gründungsaffinen Steuerberater beraten lassen. Trotzdem solltest du nicht „Ja“ ankreuzen, wenn du denkst, dass „Nein“ berechtigt wäre.

Solltest du aus der Arbeitslosigkeit heraus ein Gewerbe anmelden, sprich das unbedingt mit dem Arbeitsamt ab, da auch das Arbeitsamt die Gewerbeanmeldung übermittelt bekommt.

Punkt 17: Datum des Beginns der angemeldeten Tätigkeit

Man kann die Anmeldung der Tätigkeit auch zurückdatieren. Allerdings sollte das nicht zu sehr in der Vergangenheit liegen. Wenn du zum Beispiel am 1. Februar deinen Blog eröffnet hast, aber erst am 16. Februar dazu kommst, dein Gewerbe anzumelden ist es völlig in Ordnung in Feld 17 den 1. Februar einzutragen. Wenn du allerdings im März ein Gewerbe vom Januar oder schlimmer noch vom vergangenen Jahr anmelden willst, wird es kritisch. Dann solltest du auf jeden Fall vorher mit deiner Gemeinde/Stadt und deinem Steuerberater sprechen.

Allerdings kann sich die Gewinnerzielungsabsicht natürlich auch erst ergeben haben. Weshalb es sich wie immer im Leben empfiehlt, die Sache einfach nicht auf die lange Bank zu schieben 🙂

Was passiert nach der Gewerbeanmeldung?

Nach der Anmeldung deines Gewerbes passiert erst einmal länger nichts. Mit dem Stempel der Stadt darfst du aber schon gewerblich in deinem Bereich tätig werden. Irgendwann kommt ein Brief des Finanzamtes, das du wahrheitsgemäß ausfüllst. Vor allem bei dem Punkt „voraussichtlicher Gewinn“.

Außerdem musst du dich entscheiden, ob du Umsatzsteuer abführen möchtest oder nicht. Ob ich das für ratsam halte und welche steuerlichen Pflichten als Blogger auf dich zukommen, werde ich an einer anderen Stelle im Blogger 1×1 erörtern.

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Selbstversuch: Was bringen Blog-Kommentare wirklich? (Statistiken inside)

Sprechblasen als Symbol für Blogger-Kommentare

Verfasse sinnvolle Blog-Kommentare bei anderen! Diesen einfachen Tipp findest du in jeder x-beliebigen Top 5 – Liste mit dem Titel „Wie man mehr Besucher für seinen Blog / seine Webseite erhält“. Doch ist der Tipp wirklich wahr oder einfach nur gut gemeint?

Durch den kompletten Neustart meines Blogs Plötzlich-Selbständig.de war ich freilich wie jeder andere auch auf der Suche nach kostenlosen Besuchern. Dadurch, dass der Blog noch frisch ist, habe ich die Möglichkeit, die Statistiken besser auszuwerten. Weshalb ich einen Selbsttest gemacht habe und in diesem Beitrag detailliert zusammenfasse, was diese Blog-Kommentare wirklich gebracht haben.

Anzahl & Zeitraum der Kommentare

Ich muss zugeben, dass ich nicht sehr effektiv vorgegangen bin, was die Ergebnisse aber eigentlich realistischer machen. Ich habe nur Beiträge kommentiert, die ich halbwegs interessant gefunden habe und die Blogs hab ich zumeist in diversen Facebook-Gruppen, in denen ich aktiv bin, gefunden.

So zog sich das über sage und schreibe mehr als acht Monate (erster Kommentar am 13.6.2016 letzter Anfang Februar 2017). Mein Zeitaufwand betrug dabei 10:37h, wobei ich die Recherche ja in meiner „Facebook-Zeit“ gemacht habe, die ich nicht mitlogge.

Insgesamt sind ein bisschen mehr als 100 Kommentare zusammengekommen. Da ich allerdings ein bisschen was verdödelt hab, sind es nun genau 100 Kommentare, die ich zum Auswerten habe.

Anzahl Kommentare:100
Benötigte Zeit:10:37 h
Ben. Zeit pro Kommentar6 min, 22 Sek

Nach dem letzten verfassten Kommentar habe ich sieben Tage gewartet, bis ich die Auswertung vorgenommen habe. Damit habe ich allen genug Zeit gegeben, es freizuschalten und es ggfs. zurückzukommentieren.

Qualität der Blog-Kommentare

Selbstverständlich habe ich versucht, so qualitativ wie möglich auf die jeweilige Fragestellung zu antworten. Allerdings sind mir auch ein paar Einzeiler dazwischengerutscht, wenn es gepasst hat. Hier zwei exemplarische Beispiele:

Ein Kommentar von mir zum Thema Geld oder Sinn auf dem Blog von Alicegreschkow

Ein Kommentar zum Thema Geld oder Sinn.

Wie du siehst habe ich auch immer nur mit meinem Namen und nicht mit einem Keyword kommentiert und ein seriöses Gravatar-Logo verwendet.

Du kannst dich gerne einzeln von der Qualität der Kommentare überzeugen. Hier findest du meine detaillierte Blog-Kommentarliste.

Was brachten die Blog-Kommentare?

So und nun zu den nackten Zahlen.

84% der Kommentare sind heute noch auf den Blogs zu finden. 13% der Kommentare wurden nie freigeschaltet und bei 3% ist der Blog weg, der Beitrag weg oder die Kommentarfunktion im nachhinein abgeschafft worden.

Ein Tortendiagramm, dass die freigeschalteten und nicht freigeschalteten Blog-Kommentare noch einmal aufzeigt

Von den 84 freigeschalteten Kommentaren, haben 52 Blogger darauf geantwortet (62%) und 32 nicht auf mein Kommentar geantwortet (38%).

Ein Tortendiagram, wie viele auf die Blog-Kommentare geantwortet (62%), bzw nicht geantwortet (38%) haben.Nimmt man jedoch alle verfassten Kommentare zur Grundlage, wurde auf 52% meiner verfassten Blog-Kommentare auch geantwortet.

Sehr maue Besucherausbeute

Ein wichtiges Motiv, wieso man auf fremden Blogs kommentiert ist, dass man sich dadurch auch ein paar Besucher erhofft. Dieses Ergebnis war sehr ernüchternd. Die maximale Anzahl an Besuchern, die ich auf einen Kommentar erhalten habe war sieben.

Summa summarum konnte ich mit Piwik 68 Besucher zählen, die aufgrund der jeweiligen Kommentare meinen Blog besucht haben. Das ist ein sehr trauriger Schnitt von 0,68 Besuchern pro Kommentar.

Besucher Gesamt68
Besucher pro Kommentar0,68
Max. Anz. Besucher je Kommentar7

Erschreckender war jedoch, dass 72% der Blog-Kommentare zu keinem einzigen Besucher führten. Das bedeutet, dass noch nicht einmal der Blogbetreiber selbst meiner Seite einen Besuch abgestattet hat. Eine detaillierte Auflistung über die Anzahl der jeweiligen Besucher je Kommentar kannst du folgender Statistik entnehmen:

Ein Balkendiagramm der Anzahl der erhaltenen Klicks je nach Klickanzahl.

72 Mal 0 Besucher, 10 Mal ein Besucher usw.

Sonstige Effekte & Erkenntnisse

Hier wird es nicht gerade wissenschaftlich. Als ich mit dem Blog gestartet bin, hatte ich natürlich 0 Backlinks. Nun sind es je nachdem, welches Tool man befragt 40-80 Backlinks. Wie viele davon auf die Kommentare zurückfallen lässt sich leider nur sehr schwer sagen. Schätzungsweise würde ich sagen 80%.

Fünf Kommentare, die ich nachvollziehen konnte, wurden aufgrund meiner Kommentare auf meinem Blog verfasst.

Was mich geärgert hat war, dass manche meiner Kommentare nicht freigeschalten wurden, obwohl auf dem Blog zum einen eine Kommentarfunktion vorhanden ist, aber auch andere Kommentare freigeschaltet wurden. Ich kann es nicht nachweisen, aber bei 7 von den 13 nicht freigeschalteten Kommentaren habe ich das Gefühl, dass sie deshalb ignoriert wurden, weil ich als direkte Konkurrenz angesehen werde. Und das wäre, zumal die Kommentare sinnvoll waren, nicht die feine Schule.

Lohnen sich Kommentare auf fremden Blogs?

Nun stellt sich die Frage, ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt? Natürlich sind 100 Kommentare statistisch gesehen keine große Zahl, aber groß genug um einen Trend zu erkennen. Eigentlich wollte ich 1.000 Kommentare verfassen, hatte es zu Beginn aber nicht für so aufwendig eingeschätzt.

Kosten pro Kommentar / Klick

Achtung Milchmädchenrechnung: Nehmen wir einmal an, ich hätte die 10,5 Stunden dafür verwendet, zum Mindestlohn irgendwo zu arbeiten, dann hätte ich 92,82€ (brutto) verdient. Hätte ich einen Auftrag an Land gezogen und die 10,5h gearbeitet, hätte ich mindestens 892,50€ Netto verdient. Der Einfachheit halber mixe ich brutto und netto, da man auf so einen geringen Verdienst eh keine EKSt zahlen müsste.

So hat mich ein erfolgreicher Kommentar je nach Job 1,11€ (92,82 € / 84 Kommentare) bzw. 10,63€ gekostet. Nach Recherchen im Internet zahlt man beim Backlinkausbau ca. 4€ für einen halbwegs vernünftigen, gekauften Kommentar. So bin ich je nach Job eigentlich sehr gut, bzw sehr schlecht weggekommen.

Rechnet man die Kosten pro Besucher, wären das beim Mindestlohn 1,30€ und als Selbständiger satte 13,13€ je Klick. Natürlich gibt es in Adsense teuere Keywords, aber über 10€ / Klick wäre schon eine Hausnummer. Wohingegen 1,30€ für einen qualitativen Klick jetzt nicht so ungewöhnlich wären. Allerdings bezweifle ich, dass ein Kommentarklick, so wie bei mir die Daten vorliegen, die Qualität eines Adsense Klicks besitzt. Bei allen anderen Banneranbietern oder auch auf Facebook kann man bei guter Optimierung locker auch auf 20cent oder weniger pro Klick kommen.

Zeit besser nutzen?

Drei gezeichnete Businessfrauen, die vor einer Stoppuhr posieren Nehmen wir einmal an, ich hätte in den zehn Stunden Artikel verfasst. Für einen ausführlichen Artikel, wie beispielsweise beim Blogger 1×1 benötige ich Pi mal Daumen drei Stunden. Hätte also gut drei neue Beiträge verfassen können.

Seit dem Start dieses Blogs im Juni 2016 habe ich 34 Beiträge verfasst und alle bisher ohne Marketingbudget veröffentlicht. Im Schnitt hat jeder Beitrag 114 unique Besucher erhalten und er wird zukünftig sicher auch immer mal wieder einen Besucher über Suchmaschinen bringen.

So hätten drei neue Artikel kumuliert ca. 342 Besucher gebracht. Das wären Klickkosten von 0,27€ bzw. 2,60€ gewesen. Mit dem positiven Effekt, dass ich drei ausführliche Artikel mehr auf der Seite hätte.

Meine Konsequenz aus den 100 Blog-Kommentaren

Ich halte ehrlich gesagt Kommentare verfassen für ein überbewertetes Marketinginstrument. Vielleicht liegt es an der Hilflosigkeit der Toplisten, einfach irgendwelche Tipps veröffentlichen zu müssen. Da sind Blog-Kommentare verfassen natürlich naheliegend, da kostenlos.

Auch zukünftig werde ich das ein oder andere Mal Kommentare auf anderen Blogs verfassen, einfach weil ich gerne diskutiere. Wenn man sich auf eine handvoll Blogs konzentriert, bei denen man immer mal wieder ein qualifizierten Kommentar abgibt, erinnern sich vielleicht auch deren Stammleser eher an einen und kommen vorbei. Aber das ist auch nur Kaffeesatzleserei.

Das Fazit lautet von meiner Seite aus: Kommentiert, wenn es euch Spaß macht. Seht es aber nicht als den heiligen Gral des Blogmarketings an.

 

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Die Liste der Blogs auf denen ich kommentiert habe, mit allen einzelnen Statistiken findet ihr übrigens hier.